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name: abmahnung-markenrecht-euipo-beschwerdekammer
description: "Markenrechtliche Abmahnung mit strafbewehrter Unterlassungserklärung erstellen: Mandant hat Markenverletzung entdeckt und will Abmahnung aussprechen oder hat Abmahnung erhalten und muss reagieren. Normen: § 14 MarkenG (Verletzungsansprüche), § 8 UWG (Unterlassung), § 14 Abs. 1 UWG n.F. 2021 (Kost..."
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# Markenrechtliche Abmahnung und Unterlassungserklärung

## Arbeitsbereich

Markenrechtliche Abmahnung mit strafbewehrter Unterlassungserklärung erstellen: Mandant hat Markenverletzung entdeckt und will Abmahnung aussprechen oder hat Abmahnung erhalten und muss reagieren. Normen: § 14 MarkenG (Verletzungsansprüche), § 8 UWG (Unterlassung), § 14 Abs. 1 UWG n.F. 2021 (Kostenersatz). Prüfraster: Verletzungstatbestand, Hamburger Brauch Vertragsstrafe, Berechnung Abmahnkosten, Frist zur Abgabe. Output Abmahnung mit Unterlassungserklärung und Vertragsstrafe oder Gegenstellungnahme/modifizierte UE. Abgrenzung: Kein Eilantrag siehe messe-verletzung-und-gv-einsatz; kein DPMA-Widerspruch siehe dpma-widerspruch-und-löschung. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: MarkenG § 47 Schutzdauer 10 Jahre, § 25 Benutzungsschonfrist 5 Jahre, Widerspruch DPMA 3 Monate, Nichtigkeitsantrag § 50 (10 Jahre Bösgläubigkeit).
- Tragende Normen verifizieren: MarkenG §§ 4, 8, 9, 14, 15, 24 (Erschöpfung), UMV (VO 2017/1001), MMA, GemmuVO, UrhG §§ 2, 69, UWG §§ 3, 4 Nr. 3, 6, EU-Geoblocking-VO, ZollVO 608/2013 — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Markeninhaber, Lizenznehmer, Distributor, Online-Marktplatz, Zollbehörde, DPMA, EUIPO, LG (Markensenat), Wettbewerber/Fälscher.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Markenanmeldung, Lizenzvertrag, Selektiv-Vertriebsvertrag, Abmahnung, Zollbeschlagnahme-Antrag, Verletzungsklage, Lookbook, EUIPO-Widerspruch — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Fachkern: Markenrechtliche Abmahnung und Unterlassungserklärung
- **Normen-/Quellenanker:** MarkenG, UMV, DesignG/GGV, UWG, UrhG, GeschGehG, Zoll-/Grenzbeschlagnahme, DSA/Marketplace, Erschöpfung, Rufausbeutung und Schadensersatz.
- **Entscheidende Weiche:** Kennzeichen/Design, Priorität, Benutzung, Verwechslungsgefahr, Bekanntheit, Erschöpfung, Plattformbeweis, Auskunft und Vollstreckung getrennt prüfen.
- **Arbeitsprodukt:** Liefere eine fallbezogene `Norm / Tatsache / Beleg / Wertung / Gegenargument / nächster Schritt`-Matrix und einen direkt nutzbaren Textbaustein, wenn der Nutzer einen Entwurf braucht.

Die Abmahnung ist das erste Durchsetzungsinstrument im markenrechtlichen Werkzeugkasten. Für klôtzzkètté SA ist sie das Signal an Verletzer: Wir kennen die Verletzung, wir verfolgen sie, und wir geben Gelegenheit zur außergerichtlichen Bereinigung — bevor das Gericht entscheidet.

Eine rechtssichere Abmahnung spart Gerichtskosten und schafft vollstreckbare Unterlassungsansprüche. Eine fehlerhafte Abmahnung kostet den Mandanten Geld und das Verfahren.

## Rechtsrahmen

- **§ 14 V MarkenG:** Unterlassungsanspruch bei Markenverletzung
- **§ 14 VI MarkenG:** Schadensersatz bei schuldhafter Verletzung (dreifache Berechnungsmethode: entgangener Gewinn, Verletzergewinn, Lizenzanalogie)
- **§ 19 MarkenG:** Auskunftsanspruch als Vorstufe zum Schadensersatz
- **§ 97a UrhG (analog):** Abmahnungserfordernis als Obliegenheit vor Klage (auch im Markenrecht üblicher Usus)
- **§ 13 UWG n.F. (seit 12.2021):** Abmahnkosten-Regulation im UWG — beachte: im reinen Markenrecht gilt das UWG-Abmahnkostenrecht nicht unmittelbar, ist aber Maßstab
- **Hamburger Brauch:** Richterrechtliche Vertragsstrafe-Klausel bei unklarer Verletzungsart — Verletzer unterwirft sich einer Vertragsstrafe "nach billigem Ermessen der Gläubigerin, im Streitfall durch Gericht überprüfbar"
- **Neue Hamburger Formel:** Alternativ: Feste Vertragsstrafe ab EUR 5.000 je Verletzungshandlung (planungssicherer, aber weniger flexibel)
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- **§ 8 IV UWG:** Missbrauchsverbot bei UWG-Abmahnungen (beschränkt auf UWG-Ansprüche)
- **§ 12 UWG:** Prozessuale Absicherung (Unterlassungsklage nach erfolgloser Abmahnung)

## Prüfungsschritte

1. **Vorprüfung:**
 - Ist die klôtzzkètté-Marke eingetragen und in Kraft? (DPMA/EUIPO-Auszug)
 - Liegt eine schützbare Verletzungshandlung vor? (§ 14 II Nr. 1/2/3 MarkenG)
 - Wer ist der Verletzer (natürl./jurist. Person)? Identifizierung Impressum/Handelsregister
 - Zuständiges Gericht im Streitfall (Markenrechtliche Spezialspruchkörper: LG Berlin, LG Hamburg, LG München I, LG Frankfurt, LG Köln, LG Düsseldorf)

2. **Abmahnschreiben formulieren:**
 - Genaue Beschreibung der Verletzungshandlung (Datum, URL/Ort, Verletzungszeichen)
 - Markenrechtliche Grundlage: § 14 II Nr. [1/2/3] MarkenG
 - Forderungen: (a) Unterlassung + Unterlassungserklärung mit Vertragsstrafe, (b) Auskunft (§ 19 MarkenG), (c) Schadensersatz dem Grunde nach, (d) Kostenersatz
 - Fristsetzung: in der Regel 7-14 Tage (bei offensichtlicher Verletzung kürzer möglich)

3. **Unterlassungserklärung — Vertragsstrafe:**
 - Hamburger Brauch: "…bei jeder schuldhaften Zuwiderhandlung eine von der klôtzzkètté SA nach billigem Ermessen festzusetzende, im Streitfall durch das zuständige Gericht zu überprüfende Vertragsstrafe zu zahlen."
 - Alternative: Feste Vertragsstrafe EUR 10.000 je Verletzungshandlung (für Serienverletzer empfehlenswert)
 - Klausel: Kein Abstrich (kein "mindestens EUR 1") — Erstunterwerfung muss Wiederholungsgefahr beseitigen

4. **Reaktionsmöglichkeiten des Verletzers:**
 - Unterlassungserklärung abgegeben: Wiederholungsgefahr entfallen → kein Eilantrag mehr nötig
 - Modifizierte Unterlassungserklärung: Prüfen ob ausreichend (meist nicht)
 - Keine Reaktion: Eilantrag §§ 935/940 ZPO

5. **Kostenrechnung:**
 - Anwaltsgebühren nach RVG, Gegenstandswert (GW) bei Markenabmahnung: EUR 50.000-250.000 (je nach Bedeutung und Verletzungsumfang)
 - GW EUR 100.000: 1,3 Geschäftsgebühr = EUR 2.019,50 + USt = ca. EUR 2.403
 - Kostenerstattungspflicht des Verletzers: § 14 VI MarkenG (Ersatz der erforderlichen Kosten)

## Falltypische Konstellationen

### Konstellation 1: Brezelmann Online-Shop "klotzkette-discount.de"
Brezelmann betreibt Website, die unter dem Keyword "klôtzzkètté" günstige Nachahmungen bewirbt. Abmahnung wegen § 14 II Nr. 2 MarkenG (Verwechslungsgefahr) und §§ 5/6 UWG (irreführende/vergleichende Werbung). Frist: 10 Tage. Vertragsstrafe: EUR 15.000 je Handlung (Wiederholungsgefahr bereits belegt durch frühere Abmahnung).

### Konstellation 2: Influencer trägt gefälschtes klôtzzkètté-Stück auf Instagram
Micro-Influencer (200k Follower) trägt offensichtliche Fälschung und taggt "@klotzkette_official" (fake Account). Abmahnung gegen Influencer auf § 14 II Nr. 1 (Identität) oder Nr. 2 (Verwechslungsgefahr). Separate Notice-and-Action gegen Instagram/Meta nach DSA (vgl. Skill `plattform-piraterie-donauzon`).

### Konstellation 3: Wiederholungstäter Brezelmann
Brezelmann hat bereits eine Unterlassungserklärung abgegeben (Hamburger Brauch), verwendet das Zeichen erneut. Vertragsstrafe-Klage: Quantifizierung der Zuwiderhandlungen, EUR 5.000-15.000 je Fall. Parallele neue Abmahnung für neue Verletzungshandlungen.

## Quellen-Hardening

- Keine Kommentar-, Handbuch-, Aufsatz-, BeckRS- oder juris-Blindzitate aus Modellwissen.
- Registerdaten, Amtsformulare, Fristen, Gebühren und Behördenpraxis live bei DPMA, EUIPO, WIPO, USPTO oder den jeweils zuständigen Stellen prüfen.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und amtlicher oder frei zugänglicher Quelle ausgeben.

## Templates

### Abmahnschreiben (Wortmarke DE, Standard)
```
ABMAHNUNG — VERTRAULICH

An: [Verletzer GmbH], [Adresse]

Unsere Mandantin: klôtzzkètté SA, 23 Rue Saint-Honoré, Paris
Unser Zeichen: [Az.], Datum: [...]

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir vertreten die klôtzzkètté SA, Inhaberin der deutschen Wortmarke
"klôtzzkètté" (DPMA-Reg.-Nr. [...], Klassen 14/18/25/35).

Sie verwenden das Zeichen "[Verletzungszeichen]" im geschäftlichen
Verkehr für [Waren/Dienstleistungen], was die Markenrechte unserer
Mandantin verletzt (§ 14 II Nr. 2 MarkenG).

Wir fordern Sie auf, bis [Frist, 10 Tage] die beiliegende
strafbewehrte Unterlassungserklärung zu unterzeichnen sowie
unsere Anwaltskosten in Höhe von EUR [X] zu erstatten.

Bei Fristversäumnis werden wir ohne weitere Ankündigung gerichtliche
Eilmaßnahmen beantragen.

RA'in [Name], Partnerin
```

## Verweise auf andere Skills

- `messe-verletzung-und-gv-einsatz` — Bei Eilbedürftigkeit direkt Gericht
- `plattform-piraterie-donauzon` — Online-Verletzungen
- `produktpiraterie-und-zoll` — Schwerere Verletzungsfälle

## Risiken & Stolperfallen

- **Rechtsmissbrauch:** Zu weitgehende Abmahnungen (z.B. wegen Bagatellverletzungen mit hohem GW) können als rechtsmissbräuchlich gewertet werden (§ 8 IV UWG analog)
- **Fehlende Markenrecherche vor Abmahnung:** Eigene Marke muss eingetragen und in Kraft sein — Abmahnung auf Basis einer inzwischen verfallenen Marke ist unwirksam
- **Unterlassungserklärung mit Abstrich:** Enthält die Erklärung des Verletzers eine Einschränkung, ist Wiederholungsgefahr nicht beseitigt — nicht blind annehmen
- **Fristlauf Vertragsstrafe:** Vertragsstrafe entsteht erst bei schuldhafter Zuwiderhandlung — bei sofortiger Unterwerfung kein automatisches Recht auf Zahlung

## Triage-Fragen vor Abmahnung

Bevor die Abmahnung abgeschickt wird, kläre:
1. Ist die eigene Marke eingetragen, in Kraft und nicht im Verfall (§§ 26/49 MarkenG)?
2. Handelt es sich um eine gewerbliche oder private Nutzung?
3. Welche Verletzungshandlung genau — § 14 II Nr. 1 (Doppelidentität), Nr. 2 (Verwechslungsgefahr) oder Nr. 3 (Bekanntheitsschutz)?
4. Ist der Verletzer im Inland greifbar (Impressum, HReg-Auszug)?
5. Liegt Wiederholungsgefahr oder (erst) Erstbegehungsgefahr vor?
6. Ist eine Abmahnung sinnvoll oder besteht Missbrauchsrisiko (§ 8 IV UWG analog)?

## Aktuelle Rechtsprechung

> Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

> Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

> Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

## Normen und Rechtsprechung

### Kuratierte Normen-Bibliothek

- § 14 MarkenG
- § 19 MarkenG
- Art. 101 AEUV
- § 8 MarkenG
- § 49 MarkenG
- § 66 MarkenG
- § 18 MarkenG
- § 107 MarkenG
- § 42 MarkenG
- § 25a ZollVG
- § 1 PatG
- § 50 MarkenG

### Leitentscheidungen

- BGH I ZB 22/20
- BGH I ZR 149/14
