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description: "Influencer-Recht: Agenturvertrag für Creator – Exklusivitätsklauseln, Provisionssätze, Vertragslaufzeit, ordentliche und außerordentliche Kündigung im Influencer-Recht."
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# Influencer-Recht: Agenturvertrag – Exklusivität, Provision und Kündigung

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: UWG §§ 3, 5, 5a, 8, 13, MStV § 22, DDG/TMG-Impressumspflichten, PAngV, HWG, MarkenG §§ 14, 15, UrhG §§ 15 ff., 19a, KUG §§ 22, 23, DSGVO Art. 5, 6, 9, 12-22, EStG/UStG/AO nur fallbezogen und live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Kontext und Regelungslage

Agenturverträge sind für Creator häufig die rechtlich riskanteste Vertragsform:

- **§§ 611, 631 BGB**: Agenturvertrag kann als Dienst- oder Werkvertrag ausgestaltet sein; Qualifikation bestimmt Gewährleistung und Kündigung.
- **§ 84 HGB** (analog): Handelsvertreter-Grundsätze anwendbar, wenn Agentur dauerhaft Geschäfte vermittelt.
- **§ 138 BGB**: Sittenwidrigkeit bei übermäßig langen Exklusivitätsklauseln oder unangemessener Knebelung.
- **§ 305 ff. BGB (AGB-Recht)**: Agenturverträge als AGB – überraschende Klauseln (§ 305c), unangemessene Benachteiligung (§ 307).
- **§ 626 BGB**: Außerordentliche fristlose Kündigung bei wichtigem Grund (z. B. Nichtzahlung, Vertragsverletzung der Agentur).
- **§ 89b HGB** (analog): Ausgleichsanspruch des Creator-Handelsvertreters bei Vertragsende.
- **§ 823 BGB**: Schadensersatz bei Verschulden; Agentur haftet für rechtswidrige Deals.

### Typische Klauseln und Bewertung

| Klausel | Rechtliche Bewertung |
|---------|---------------------|
| Exklusivität 2 Jahre, alle Branchen | Ggf. § 138 BGB sittenwidrig |
| Provision 20–30 % | Marktüblich, zulässig |
| Post-Term Non-Compete 1 Jahr | Bei Vergütung: zulässig; ohne: § 307 BGB |
| Auto-Renewal ohne Frist | AGB-Falle: § 307 Abs. 1 BGB |
| Nutzungsrechte Agentur > Creator | Prüfen: UrhG § 29 – Urheber bleibt Creator |

## Kaltstart-Fragen (6)

1. Liegt ein schriftlicher Agenturvertrag vor – oder soll einer geprüft / verhandelt werden?
2. Gibt es eine Exklusivitätsklausel, und auf welche Bereiche / Branchen erstreckt sie sich?
3. Wie hoch ist der Provisionssatz, und auf welchen Netto- oder Bruttobetrag bezieht er sich?
4. Wie lang ist die Laufzeit, und gibt es eine automatische Verlängerung?
5. Liegt ein Kündigungsgrund vor (Nichtzahlung, Untätigkeit, Vertragsverletzung)?
6. Gewünschtes Ergebnis: Vertragscheck, Kündigungsschreiben oder Neuverhandlungs-Memo?

## Prüfprogramm

- Vertragsqualifikation: Dienst- oder Werkvertrag? → Kündigung nach § 621 BGB vs. § 649 BGB.
- AGB-Prüfung: Ist der Vertrag vom Anwalt individuell verhandelt oder vom Auftraggeber gestellt?
- Exklusivität: Zeitlich, sachlich und räumlich begrenzen; Branchen-Carve-outs verhandeln.
- Provision: Nettobasis (nach Plattformgebühren) vs. Bruttobasis; Fälligkeitsregelung.
- Kündigung: Ordentliche Frist im Vertrag? Außerordentlich nach § 626 BGB: Wichtiger Grund dokumentieren.
- Nachvertragliches Wettbewerbsverbot: Ohne Karenzentschädigung regelmäßig unwirksam.

## Typische Fallen

- 3-Jahres-Exklusivvertrag unterzeichnet ohne Kündigunsrecht → Gefangen bei inaktiver Agentur.
- Provision auf Bruttobetrag inkl. USt → Creator zahlt Provision auf den Steueranteil.
- Auto-Renewal: Frist verpasst → ungewollt verlängert.
- Nutzungsrechte gehen auf Agentur über → Creator kann Content nicht mehr kontrollieren.
- Kündigung per WhatsApp → Schriftformerfordernis nicht gewahrt.

## Normen und Quellen

- §§ 611, 631 BGB: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__611.html
- § 138 BGB – Sittenwidrigkeit: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__138.html
- § 305 ff. BGB – AGB: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__305.html
- § 626 BGB – Außerordentliche Kündigung: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__626.html
- § 84 HGB: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__84.html

## Output-Formate

- Vertragscheck-Ampel (kritische Klauseln markiert)
- Kündigungsschreiben (ordentlich / außerordentlich)
- Neuverhandlungs-Checkliste
- Provisionskalkulations-Tabelle

<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig. Diese Regel folgt der zentralen Vorgabe in der `CLAUDE.md` des Repos und gilt ausnahmslos.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->

## Normen und Rechtsprechung

### Kuratierte Normen-Bibliothek

- § 5a UWG
- § 5 UWG
- § 22 KUG
- § 5 TMG
- § 31 UrhG
- § 19 UStG
- § 15 EStG
- § 3a UStG
- § 4 EStG
- § 3 UWG
- § 8 EStG
- § 13 UWG

### Leitentscheidungen

- BGH I ZR 35/21
- BGH I ZR 90/20
- BGH I ZR 125/20
- BGH I ZR 126/20
- BGH III ZR 183/21
- BFH XI R 14/09
