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name: anti-satellite-test-ban-und-orbital-debris-pledge
title: Anti-Satellite-Test-Ban und Orbital-Debris-Pledge
description: 'Für Anti-Satellite-Test-Ban und Orbital-Debris-Pledge: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/weltraumrecht/skills/anti-satellite-test-ban-und-orbital-debris-pledge
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: cross-jurisdiction
practice: regulatory
language: de
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# Anti-Satellite-Test-Ban und Orbital-Debris-Pledge

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Sofortfragen

1. Operator, Lieferant, Investor, Versicherer, Behörde, NGO oder Forschungsinstitut?
2. Operativer Bezug zu betroffenen Orbits, Frequenzen oder Bahnregionen?
3. Geplanter eigener Test, Mitwirkung an einer staatlichen Mission, Beruehrung mit einer der bekannten ASAT-Nationen?
4. Aktuelles Sanktionsregime gegen Russland, Iran, Nordkorea einschlaegig?
5. Versicherungsfall bereits eingetreten oder vorsorgend zu prüfen?

## Voelkerrechtliche Rahmensetzung

- **Outer Space Treaty 1967**: Art. I (freie Nutzung zum Wohl aller), Art. III (UN-Charta Geltung), Art. IV (friedliche Nutzung des Weltraums, Kernwaffenverbot), Art. VI (staatliche Verantwortlichkeit für nichtstaatliche Aktivitaeten), Art. VII (Haftung für Schaeden), Art. IX (gebotene Rücksichtnahme und harmful interference).
- **Liability Convention 1972**: Art. II absolute Haftung für Schaeden auf der Erdoberflaeche; Art. III Verschuldenshaftung für Schaeden im All; Art. V solidarische Haftung mehrerer Startstaaten.
- **Registration Convention 1975**: Art. II Pflicht zur Registrierung, Art. IV Mitteilungspflicht über Zustand und Bahn.
- **UN-Generalversammlung Resolution 77/41 vom 07.12.2022**: Ruft alle Staaten auf, sich zu verpflichten, keine zerstoerenden direct-ascent ASAT-Tests durchzufuehren. Über 150 Stimmen dafür; Deutschland und EU-Mitgliedstaaten zustimmend.
- **US Vice President Pledge 2022 (April 18)**: einseitige US-Erklaerung, keine zerstoerenden direct-ascent ASAT-Tests durchzufuehren; mittlerweile von mehr als drei Dutzend Staaten uebernommen, darunter Deutschland (Beitritt vorbehaltlich der Verifikation in amtlicher Quelle).

## Nationales und EU-Recht

- **Deutschland**: kein in Kraft gesetztes nationales Weltraumgesetz (Stand 2026 Entwurf vorhanden, Beschluss live verifizieren). Bisherige Genehmigungspraxis über Frequenzaufsicht (BNetzA), Aussenwirtschaftsrecht (BAFA, AWG, AWV) und über das Allgemeine Polizei- und Ordnungsrecht der Länder bei Bodensegmenten.
- **EU**: Verordnung (EU) 2021/696 über das Weltraumprogramm der Union; Mitteilung COM(2023) 9 "EU Space Strategy for Security and Defence" mit ASAT-Klauseln. Verordnungsentwurf zum Weltraumgesetz der EU (COM live verifizieren).
- **EU-Sanktionen Russland**: Art. 2c Verordnung (EU) 833/2014 in der Fassung der Anpassung 2022/879 und Folgeakten — Exportverbot für raumfahrtbezogene Dual-Use-Gueter.

## Operative Folgen für Betreiber

- **Risiko für eigene Satelliten**: ein zerstoerender Test im LEO-Bereich erzeugt Tausende Truemmer (Russlandtest 2021 schuf über 1500 trackbare Objekte). Operationale Folgen: Manoeverhauefigkeit, Kollisionsrisiko, hoehere CSpOC Conjunction Data Messages.
- **Versicherung**: Standardklauseln in der TLI-/IOL-Versicherung schliessen oft Kriegsereignisse aus; ASAT-Tests koennten als war/hostile act gewertet werden. Prüfung der Lloyd's Market Association-Klauseln LMA5390 und Folgevarianten.
- **Lieferkette**: Re-Export-Kontrolle, US ITAR/EAR für raumfahrttechnologisches Material, EU Dual-Use-VO 2021/821.
- **Datenfluss**: Befassung mit US Space Force CSpOC, ESOC Space Debris Office und EU SST Konsortium.

## Prüfraster

1. Voelkerrechtliche Pflicht des Mandanten-Staates verletzt?
2. Mandant selbst Partei einer ASAT-Mission oder mittelbar betroffen?
3. Operativer Eingriff in eigene Mission noetig?
4. Versicherungsrechtliche Anzeigepflicht ausgeloest?
5. Sanktionsrechtliche Prüfung (Aufrechterhaltung von Lieferbeziehungen, Re-Export, AWV)?
6. Kommunikationsstrategie (Aufsicht, Versicherer, Investoren, Oeffentlichkeit) festgelegt?
