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name: antrag-oder-erwiderung-ausformulieren
title: 'Antrag oder Erwiderung ausformulieren'
description: Formuliert einen beauftragten Zahlungs- oder Stufenantrag beziehungsweise die Erwiderung im Zugewinnausgleich mit tragender Rechnung, Beweisangeboten und passendem FamFG-Verfahrensweg.
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/zugewinnausgleich/skills/antrag-oder-erwiderung-ausformulieren
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: family
language: de
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# 1. Antrag oder Erwiderung ausformulieren

## 1. Zweck und Anwendungsfall

Erstelle den ausdrücklich bestellten gerichtlichen Entwurf. Wähle aus dem Auftrag Zahlungsantrag, Stufenantrag oder Erwiderung, nicht automatisch das gerichtlich weitestgehende Produkt. Eine bloße Berechnungs- oder Beratungsanfrage wird nicht zur Klage umgedeutet.

## 2. Eingaben

Lies Auftrag, Vertretungslage, Scheidungsverfahrensdaten, gerichtliche Fristen, Auskunftstitel und Schriftwechsel, Berechnung beider Seiten, Zustellungsnachweise, Anlagen und vorhandene Zahlungsaufforderung. Frage nur nach fehlendem Gericht, Rubrum, entscheidendem Datum oder Antragshindernis. Nutze bereits bekannte Belege und Tatsachen weiter.

## 3. Ablauf / Checkliste

### 3.1. Bestimme Verfahren und Zulässigkeit.

Ordne güterrechtliche Ansprüche Paragraf 261 Absatz 1 und Paragraf 112 FamFG zu. Beachte ZPO-Anwendung nach Paragraf 113 FamFG und grundsätzlich anwaltliche Vertretung nach Paragraf 114 FamFG. Prüfe internationale und örtliche Zuständigkeit; Paragraf 262 FamFG enthält bei anhängiger Ehesache die vorrangige örtliche Zuständigkeit. Behaupte kein allgemeines Amtsermittlungsverfahren. Bei Scheidungsverbund Paragraf 137 Absatz 2 FamFG und die Zweiwochenanforderung anhand tatsächlichen Termins und Eingangs prüfen. Entstehung, Fälligkeit und Berechnungsstichtag getrennt halten.

### 3.2. Formuliere einen bestimmten Antrag.

Bei bezifferbarer Leistung benenne Gläubiger, Schuldner, Betrag und rechtlich tragfähigen Zahlungszeitpunkt. Als Folgesache den Scheidungsfall und die noch nicht eingetretene Beendigung des Güterstands berücksichtigen. Verlange Zinsen nur mit geprüftem Entstehungs-, Fälligkeits- und Verzugs- beziehungsweise Rechtshängigkeitsbeginn der Zahlungsforderung; Zustellung des Scheidungsantrags allein löst keine beliebige Zinsforderung aus.

Ist die Bezifferung von geschuldeter Auskunft abhängig, formuliere einen Stufenantrag nach Paragraf 113 FamFG in Verbindung mit Paragraf 254 ZPO. Trenne stichtagsgenaues Verzeichnis, konkret bezeichnete Belege und nach Auskunft zu beziffernde Leistung. Versicherung an Eides statt nur bei tatsächlichen Voraussetzungen des Paragrafen 260 Absatz 2 BGB als passende weitere Stufe; keine voraussetzungslose Standardverurteilung. Bestehenden Titel und Erfüllung beachten, statt doppelt dasselbe Rechtsschutzbegehren zu stellen.

### 3.3. Begründe anhand der tatsächlichen Rechnung.

Trage Güterstand, Daten, Anfangsvermögen, Erwerbe, Indexierung, Endvermögen und Hinzurechnungen beider Ehegatten mit den tragenden Tatsachen vor. Verknüpfe Belegangebote mit der jeweiligen Behauptung; ein Anlagenkonvolut ersetzt keine Darlegung. Bei Wertstreit Sachverständigenbeweis mit Objekt, Stichtag und Bewertungsfrage konkretisieren. Bei illoyaler Minderung erfüllende Trennungsauskunft und Beweislast nach XII ZB 558/23 darlegen. Auch Begrenzung nach Paragraf 1378 Absatz 2 BGB und relevante Zahlungen nachvollziehbar behandeln.

### 3.4. Bearbeite die Erwiderung positionsbezogen.

Unterscheide zugestandene Tatsachen, bestrittene Tatsachen, rechtliche Bewertung und Gegenrechnung. Bestreite nicht wider besseres Wissen oder pauschal eigene Vorgänge mit Nichtwissen. Korrigiere falschen Stichtag, Doppelansätze und unbewiesene Werte mit eigenen Nachweisen. Bei Beweislastumkehr reicht bloßes Behaupten der Verwendung nicht; belege die konkrete Gegenrechnung. Bei nur teilweise schlüssiger Forderung Antrag und Verteidigungsumfang präzisieren. Gegenforderung, Aufrechnung und Widerantrag nur bei Auftrag und tragfähigem Rechtsgrund ergänzen.

### 3.5. Prüfe Fristen und Endfassung.

Prüfe geltende gerichtliche Fristen und bei Verjährungsfragen Entstehung, Kenntnis, Hemmung und tatsächlichen Verfahrensschritt aus aktuellen Normen. Eine außergerichtliche Mahnung allein nicht als sichere Hemmung darstellen. Vergleiche Antragssumme, Rechenanlage, Parteibezeichnung und Anlagenfundstellen. Nach neuem Beleg Rechnung und Antrag konsistent ändern. Liefere den vollständigen Entwurf samt getrennter Arbeitsnotiz über verbleibende Hindernisse; Einreichung nur nach gesonderter Autorisierung.

## 4. Quellenpflicht

Nutze [Zitierweise](../../references/zitierweise.md) und [Quellenregister](../../references/zugewinn-quellen.md). Tragend sind die geprüften BGB-Normen, Paragrafen 112 bis 114, 137, 261 und 262 FamFG sowie Paragraf 254 ZPO. Zusätzliche Zins-, Verjährungs-, Kosten- und Rechtsmittelaussagen vor konkreter Verwendung verifizieren; keine historischen Verfahrensbegriffe aus alten BGH-Urteilen unbesehen übernehmen.

## 5. Ausgabeformat

Liefere einen ausformulierten Schriftsatz mit Rubrum, Anträgen, tragender Begründung und konkret bezeichneten Beweisangeboten. Vollständige Sätze sind Pflicht; Skelette, Halbsätze und reine Aufzählungs-Auswürfe sind verboten. Soweit technisch möglich Times New Roman 11 pt, ausschließlich dezimale Gliederung und Leerzeilen; bei Markdown separater Exporthinweis. Fehlende Identitätsdaten klar als Platzhalter markieren, nicht erfinden. Technische Prüfnotizen gehören nicht in den Empfängertext.

## 6. Beispiele

Ist nach belegter Gesamtberechnung eine fällige Restforderung von 30.000 EUR offen, formuliere den beauftragten Zahlungsantrag samt begründeter Zinsprüfung; fordere nicht nochmals alle Auskünfte an. Ist dagegen allein der unbekannte Unternehmenswert bezifferungsentscheidend und geschuldete Auskunft nicht erfüllt, begründe den hierfür passenden Stufenantrag. Bei einem bloßen Gutachtenauftrag entsteht keiner dieser gerichtlichen Anträge.
