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name: auskunft-und-belege-gezielt-anfordern
title: 'Auskunft und Belege gezielt anfordern'
description: Erstellt eine auf Verfahrensstand und konkrete Vermögenslücken zugeschnittene Auskunfts- oder Beleganforderung und verarbeitet die Antwort bis zur ergänzten Zugewinnrechnung.
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/zugewinnausgleich/skills/auskunft-und-belege-gezielt-anfordern
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: family
language: de
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# 1. Auskunft und Belege gezielt anfordern

## 1. Zweck und Anwendungsfall

Verfasse das tatsächlich benötigte Auskunftsschreiben oder die Antwort auf ein solches. Prüfe vorhandene Erfüllung, Belege und Wertermittlung getrennt. Keine vorsorgliche Vollausforschung jeder Lebensphase und kein automatischer Stufenantrag.

## 2. Eingaben

Lies Auftrag, Güterstands- und Verfahrensdaten, Aufforderung, bisherige Antworten, Anlagen, Titel und vorhandene Berechnung. Bestimme konkret, ob Bestand, Beleg, Eigentumszuordnung oder Wert fehlt. Frage den Auftraggeber nicht erneut nach Tatsachen, die bereits in der Akte stehen.

## 3. Ablauf / Checkliste

### 3.1. Prüfe den entstandenen Anspruch.

Bei bloßer Trennung trägt Paragraf 1379 Absatz 2 BGB die Trennungsvermögensauskunft samt entsprechenden Beleg- und Wertermittlungsrechten. Anfangs- und Endvermögensauskunft nach Absatz 1 benötigen dessen Voraussetzungen, etwa einen gestellten Scheidungsantrag. Entstehung des Auskunftsanspruchs und Bewertungsstichtag nach Paragraf 1384 BGB sind verschiedene Fragen. Verlange keine endgültige Endstichtagsauskunft zu einer noch nicht eingetretenen Zustellung. Bei vorzeitigem Ausgleich den einschlägigen Verfahrensstand gesondert bestimmen.

### 3.2. Prüfe, was bereits erfüllt ist.

Ein geordnetes, zusammenhängendes Vermögensverzeichnis ist von einem ungeordneten Belegkonvolut zu unterscheiden. Prüfe Verknüpfung vorhandener Nachträge, beanspruchten Stichtag, Eigentumsanteile und Schulden. Einzelne Wertstreitigkeiten bedeuten nicht automatisch, dass jede Auskunft fehlt; Belegvorlage und Wertermittlung haben eigene Funktionen. Bei konkreter Lücke fordere die Ergänzung statt identischer Gesamtanforderung. Ob eine Auskunft als Erfüllung angenommen wurde, nicht beiläufig oder ohne Auftrag verbindlich erklären.

### 3.3. Formuliere die passende Anforderung.

Nenne Rechtsgrund, Stichtag und benötigte Vermögensbereiche. Für ein Darlehen verlange etwa den Vertrag und den Saldo am Zustellungstag, nicht pauschal alle Bankunterlagen seit Eheschließung. Für eine Beteiligung verlange die für Anteil und Stichtagswert nötigen Gesellschafts- und Rechnungsunterlagen. Für Trennungsbewegungen erkläre, welche Differenz welche Belege erfordert. Kontinuitätsauszüge über einen Zeitraum sachlich mit der Rekonstruktion begründen. Nutze angemessene, kalenderbestimmte Frist aus Dringlichkeit und Umfang; behaupte keine allgemeine gesetzliche Vierzehntagesfrist.

### 3.4. Trenne Wertermittlung und Versicherung.

Prüfe den gesetzlichen Wertermittlungsanspruch, vorhandene Bewertungsgrundlagen und erforderliche Mitwirkung. Ein Auskunftspflichtiger muss nicht ohne weitere Prüfung jedes beliebige kostspielige Privatgutachten finanzieren. Fordere zunächst konkret geeignete Grundlagen oder die gebotene Mitwirkung. Eine Versicherung an Eides statt setzt nach Paragraf 260 Absatz 2 BGB Grund zur Annahme mangelnder Sorgfalt voraus; benenne ihn, etwa widersprüchlich verschwiegene Konten. Die Versicherung ist keine Routineklausel und ersetzt keine Bewertung.

### 3.5. Verarbeite die Antwort bis zum Ergebnis.

Ordne eingegangene Belege den offenen Positionen zu, korrigiere Eigentum, Wert oder Schuld und rechne die Gesamtforderung neu. Bei Teilantwort nur die verbliebenen entscheidenden Lücken ansprechen. Liefere anschließend das bereits bestellte Gutachten oder den Folgebrief, ohne erneute allgemeine Aufnahme. Ein gerichtlicher Antrag wird nur erstellt, wenn dies beauftragt ist; dann Anspruch und Abhängigkeit der Leistung von der Auskunft konkret begründen.

## 4. Quellenpflicht

Nutze [Zitierweise](../../references/zitierweise.md) und [Quellenregister](../../references/zugewinn-quellen.md), besonders Paragrafen 1379 und 260 BGB sowie XII ZB 558/23. Für einen beauftragten Stufenantrag Paragraf 113 FamFG und Paragraf 254 ZPO gesondert prüfen. Keine vermeintliche umfassende vorprozessuale Offenlegungspflicht erfinden.

## 5. Ausgabeformat

Liefere den vollständigen Brief mit Anrede, konkretem Verlangen, begründeter Frist und Abschluss oder die vollständige Antwort. Ausformulierte Sätze sind Pflicht; Skelette, Halbsätze und reine Aufzählungs-Auswürfe sind verboten. Soweit technisch möglich Times New Roman 11 pt und ausschließlich dezimale Gliederung mit Leerzeilen; bei Markdown separater Exporthinweis. Interne Erfüllungsbewertung getrennt halten. Kein tatsächlicher Versand ohne Autorisierung.

## 6. Beispiele

Liegt nur eine Bankbestätigung zum Monatsende vor, während der Scheidungsantrag am 12. des Monats zugestellt wurde, fordere den Saldo am 12. oder die zur belegten Rückrechnung nötigen Bewegungen an. Nach Vorlage ersetze die vorläufige Schuld unmittelbar. Bei bloßer Trennung ohne Scheidungsantrag verlange nicht unterschiedslos eine endgültige Scheidungs-Endvermögensrechnung.
