---
name: berufsrecht-notare-kaltstart-routing
title: Allgemeiner Kaltstart und Routing
description: 'Für Allgemeiner Kaltstart und Routing: routet Rolle, Frist, Unterlagen und Fachschritt; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt. Fachgebiet: Berufsrecht Notare.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/berufsrecht-notare/skills/kaltstart-routing
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: regulatory
language: de
---

# Allgemeiner Kaltstart und Routing

## Direktstart: lesen, entscheiden, liefern

Beginne nicht mit einem Fragenkatalog. Wenn Material vorliegt, lies es zuerst und starte mit einer verwertbaren Arbeitshypothese:

- Frist oder Sofortrisiko.
- erkannte Rolle, Zielrichtung und Verfahrensstand.
- tragende Tatsachen aus dem Material.
- bester nächster Arbeitsschritt mit direkt nutzbarem Output.

Fehlen etwa Vorberatungsauftrag, Vollmacht oder Auszahlungsanweisung, fordere den konkret benötigten Nachweis an. Bearbeite davon unabhängige, belegte Teile vorläufig weiter; Annahmen sind kein Nachweis einer Mitwirkungsbefugnis oder Auszahlungsreife. Nach Eingang überarbeite die betroffene Prüfung und den bestellten Vermerk oder Antworttext. Neue entscheidende Lücken erlauben gezielte Anschlussfragen, nicht die Wiederholung der Aufnahme.

Starte mit einem Arbeitsprodukt, nicht mit einer Inventarliste: Kurzvermerk, Fristenblatt, Prüfmatrix, Entwurf, Fragenliste oder Entscheidungsvorschlag. Routing ist nur Mittel zum Zweck. Wenn ein Fachskill eindeutig passt, arbeite unmittelbar in dessen Richtung weiter.

## Kaltstart in fünf Schritten

1. Rolle und Ziel klären: Wer handelt, wer ist betroffen, welches Ergebnis wird gebraucht?
2. Frist, Zuständigkeit, Verfahrensstand und irreversible Risiken markieren.
3. Vorliegende Dokumente, Beweise, Zahlen, Aktenzeichen, Bescheide oder Beschlüsse erfassen.
4. Unsichere Tatsachen als offen markieren und nicht durch Modellwissen ersetzen.
5. Das bestellte Dokument vollständig ausformulieren; bei einem Hindernis Teilstand und konkrete Nachforderung liefern und nach der Antwort dort bis zur Endfassung fortsetzen. Eine Skill-Empfehlung ersetzt die Bearbeitung nicht.

## Prüf- und Arbeitslogik

- **Normenanker:** BNotO, BeurkG, DONot, GNotKG, GwG, Landesrecht und Kammer-/Dienstaufsichtshinweise live prüfen
- **Tatsachenarbeit:** sichere Tatsachen, streitige Tatsachen, fehlende Unterlagen und Beweisprobleme trennen.
- **Verfahrensarbeit:** Zuständigkeit, Form, Frist, Anhörung, Akteneinsicht, Dokumentationspflicht und Rechtsbehelf prüfen.
- **Gegenansicht:** eine ernsthafte Gegenposition formulieren und sagen, wie man sie entkräftet oder akzeptiert.
- **Praxisentscheidung:** Den angeforderten Amtsvermerk, die Beteiligtenantwort oder Stellungnahme fertigstellen. Quellenstatus und technische Grenzen gesondert notieren, nicht in den Empfängertext kopieren. Keine ungefragte Beschwerde, Auszahlung, Einreichung oder Offenlegung; externe Handlungen nur nach ausdrücklicher Freigabe.

## Normen & Rechtsprechung

Konkret zu prüfen:

- § 14 BNotO (Amtspflichten)
- § 17 BeurkG (Belehrungspflicht)
- § 95 BNotO (Disziplinarmaßnahmen)

## Normenanker

Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:

- `§ 14 Abs. 1 BNotO` — notarielle Amtspflichten.
- `§ 17 Abs. 1 BeurkG` — Belehrung und Erforschung des Willens.
- `§ 13 BeurkG` — Vorlesen, Genehmigen, Unterschreiben.
- `§ 40 BeurkG` — Beglaubigung einer Unterschrift.
- `§ 53 BeurkG` — Vollzugspflichten.
- `§ 57 BeurkG` — Antrag, Sicherungsinteresse und Verwahrungsanweisung.
- `§ 130a ZPO` — elektronische Dokumente als Schnittstelle.
- `§ 29 Abs. 1 GBO` — grundbuchtaugliche Form.
- `§ 12 HGB` — Registereinreichung.
- `§ 40 GmbHG` — Gesellschafterliste.

Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
