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name: betreuer-registrierung
description: "Erklaert die Abgrenzung beruflicher / ehrenamtlicher (privater) Betreuer nach BtOG seit 01.01.2023 sowie den Weg zur Registrierung als beruflicher Betreuer nach Paragraphen 23 ff. BtOG und der Betreuerregistrierungsverordnung. Behandelt Sachkundenachweis (270 Stunden, Anerkennung fuer Volljuristen und Sozialarbeiter), Berufshaftpflicht 250000 EUR pro Fall und 1000000 EUR jaehrlich, Eignungsgespraech bei der Stammbehoerde, Vergueturung nach VBVG, Bestandsbetreuer-Uebergangsregelung Paragraph 32 BtOG, Subsidiaritaetsprinzip Paragraph 1816 Abs. 5 BGB. Verwenden bei Fragen wie 'Wie werde ich Berufsbetreuer', 'Sachkunde Betreuer', 'Anerkennung als Volljurist', 'Vergueturung Betreuer', 'Berufshaftpflicht Betreuer', 'Subsidiaritaet ehrenamtlich beruflich'."
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# Berufliche und ehrenamtliche Betreuung; Weg zur Registrierung

## Wann diesen Skill aufrufen

Wenn der Nutzer wissen will, **wer** ueberhaupt Betreuer werden darf, **wie** sich beruflicher und ehrenamtlicher Betreuer unterscheiden, oder **wie** die Registrierung als beruflicher Betreuer nach §§ 23 ff. BtOG ablaeuft. Auch wenn die Frage nur scheinbar berufsrechtlich klingt (Vergueturung, Haftpflicht), aber im Kern auf den Status als Berufsbetreuer abzielt.

## I. Der "rechtliche Betreuer" als Oberbegriff

Der Gesetzgeber spricht systematisch vom **rechtlichen Betreuer** im Sinne des § 1814 Abs. 1 BGB n.F. — er handelt fuer volljaehrige Personen, die ihre Angelegenheiten wegen Krankheit oder Behinderung ganz oder teilweise rechtlich nicht selbst besorgen koennen.

Drei Erscheinungsformen:

1. **Ehrenamtliche Betreuer mit familiaerer Bindung** (§ 21 BtOG) — meist Angehoerige.
2. **Ehrenamtliche Betreuer ohne familiaere Bindung** (§ 22 BtOG) — verpflichtet zum Abschluss einer Vereinbarung mit einem anerkannten Betreuungsverein (§ 15 BtOG).
3. **Berufliche Betreuer** (§§ 19 Abs. 2, 23 ff. BtOG) — Personen, die Betreuungen entgeltlich und berufsmaessig fuehren.

## II. Ehrenamtlicher (privater) Betreuer

Eine Privatperson, die die Betreuung **unentgeltlich** im Sinne des § 1878 BGB n.F. fuehrt. Sie erhaelt nur eine **pauschale Aufwandsentschaedigung** nach § 1878 BGB i.V.m. § 22 JVEG (derzeit 425 EUR pro Jahr).

Rekrutierung typischerweise aus dem familiaeren oder freundschaftlichen Umfeld; nach § 22 BtOG aber auch fremde Personen moeglich, sofern Vereinbarung mit einem Betreuungsverein besteht.

**Keine Sachkundepruefung** — die persoenliche Eignung pruefen die Betreuungsgerichte im Einzelfall.

Wichtig fuer die Praxis: § 30 BtOG (Annahmeverbot von Zuwendungen) gilt **nicht** fuer ehrenamtliche Betreuer. Angehoerige duerfen testamentarisch bedacht werden, ohne berufsrechtliche Bedenken.

## III. Beruflicher Betreuer

Legaldefinition § 19 Abs. 2 BtOG: derjenige, der Betreuungen **berufsmaessig** fuehrt.

Foermliche Feststellung der Berufsmaessigkeit durch das Gericht nach § 1 Abs. 2 VBVG; vermutet bei:

- mindestens elf Betreuungen oder
- Taetigkeit mit mehr als 20 Wochenstunden.

Erscheinungsformen:

- Freiberuflich (ueber 80 Prozent der Faelle).
- **Vereinsbetreuer** (§ 14 BtOG, angestellt bei einem anerkannten Betreuungsverein).
- **Behoerdenbetreuer** (§ 5 BtOG) — nachrangig.

Vergueturung nach **VBVG** (Vormuender- und Betreuervergueturungsgesetz) in Form monatlicher Fallpauschalen. Staffelung nach drei Faktoren:

- Qualifikation (Verguetungstabelle A, B oder C),
- Wohnsitz des Betreuten (stationaer oder ambulant),
- Vermoegensstatus (mittellos oder vermoegend).

Fuer volljuristisch qualifizierte Betreuer (Tabelle C): monatliche Pauschalen zwischen ungefaehr 200 EUR und 320 EUR pro Fall. Hauptberuflich tragfaehig bei rund 40 Faellen.

## IV. Subsidiaritaet — Vorrang des Ehrenamts

Zentrale Wertentscheidung des Reformgesetzgebers: **§ 1816 Abs. 5 BGB n.F.** Das Gericht darf einen beruflichen Betreuer nur bestellen, wenn keine geeignete ehrenamtliche Person zur Verfuegung steht.

Ausdruck des verfassungsrechtlichen Selbstbestimmungs- und Verhaeltnismaessigkeitsgrundsatzes (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG).

## V. Uebersicht der Unterschiede

| Merkmal | Beruflicher Betreuer | Ehrenamtlicher Betreuer |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | §§ 19 Abs. 2, 23 ff. BtOG | §§ 21, 22 BtOG |
| Registrierung | Pflicht (§ 23 BtOG) | Nicht erforderlich |
| Sachkundenachweis | 270 Stunden Sachkundelehrgang oder Anerkennung (§ 23 Abs. 3 BtOG) | Nicht erforderlich |
| Vergueturung | Fallpauschalen nach VBVG | Aufwandspauschale § 1878 BGB |
| Bestellung | Vorschlag der Stammbehoerde; Subsidiaritaet beachten | Vorrang vor Beruf nach § 1816 Abs. 5 BGB |
| Berufshaftpflicht | Pflicht: 250.000 EUR pro Fall und 1.000.000 EUR jaehrlich | Nicht erforderlich |
| § 30 BtOG (Zuwendungsverbot) | Erfasst | Nicht erfasst |
| Anzahl Betreuungen typisch | Vollzeit etwa 40 Faelle | Meist 1, selten mehrere |

## VI. Weg in die Berufsbetreuung — Registrierung nach §§ 23 ff. BtOG

### 1. Antrag bei der Stammbehoerde

Antrag bei der **oertlich zustaendigen Betreuungsbehoerde** ("Stammbehoerde", § 23 Abs. 1 S. 1 BtOG): diejenige Behoerde, in deren Bezirk der Sitz beziehungsweise hilfsweise der Wohnsitz des Betreuers liegt.

Einzelheiten: **Betreuerregistrierungsverordnung (BtRegV)** vom 26.10.2022 (BGBl. I S. 1934).

Erst die Registrierung eroeffnet die Bestellung durch das Betreuungsgericht und begruendet einen Verguetungsanspruch.

### 2. Materielle Voraussetzungen (§ 23 Abs. 1 BtOG)

Kumulativ:

a) **Persoenliche Eignung und Zuverlaessigkeit** (Nr. 1), nachgewiesen durch:

- erweitertes Fuehrungszeugnis (§ 30a BZRG),
- Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis (§ 882b ZPO),
- gegebenenfalls Bescheinigung in Steuersachen.

b) **Ausreichende Sachkunde** (Nr. 2 i.V.m. Abs. 3) in den Bereichen:

- Betreuungs- und Unterbringungsrecht,
- dazugehoeriges Verfahrensrecht,
- Personen- und Vermoegenssorge,
- sozialrechtliches Unterstuetzungssystem,
- Kommunikation mit erkrankten oder behinderten Personen.

c) **Berufshaftpflichtversicherung** fuer Vermoegensschaeden:

- Mindestversicherungssumme **250.000 EUR pro Versicherungsfall**,
- **1.000.000 EUR jaehrlich** insgesamt.

### 3. Sachkundenachweis (§ 23 Abs. 3 BtOG i.V.m. §§ 7 ff. BtRegV)

Der **Sachkundelehrgang** umfasst nach BtRegV in der Regel **270 Zeitstunden** modular aufgebauten Unterrichts.

Anerkennung ganz oder teilweise moeglich bei:

- **Volljuristen** (Rechtswissenschaft mit Erstem und Zweitem Staatsexamen) — weitreichende Anerkennung; regelmaessig nur ergaenzende Module zu Kommunikation und sozialrechtlichem Unterstuetzungssystem nachzuweisen.
- **Sozialarbeiter und Sozialpaedagogen** (Bachelor oder Diplom) — weitgehende Anerkennung.
- **Sonstige einschlaegige Abschluesse** (Psychologie, Pflegewissenschaft) — Teilanerkennung moeglich.

**Bestandsbetreuer**, die vor dem 01.01.2020 bereits berufsmaessig bestellt waren, gelten qua Uebergangsregelung **§ 32 BtOG** ohne weiteren Nachweis als sachkundig.

### 4. Verfahren

- Antragstellung bei der Stammbehoerde.
- **Persoenliches Eignungsgespraech** (§ 24 BtOG i.V.m. § 4 BtRegV).
- Bei positivem Ergebnis: Eintragung in das Betreuerregister.
- Uebermittlung der Registrierungsdaten an die Betreuungsgerichte des Zustaendigkeitsbereichs.
- Bestellung durch Beschluss des Gerichts in konkreten Verfahren nach § 1816 BGB n.F.

### 5. Widerruf und Aufsicht (§§ 25 bis 27 BtOG)

Ruecknahme oder Widerruf der Registrierung nach **§ 27 BtOG** bei:

- Wegfall der persoenlichen Eignung oder Zuverlaessigkeit,
- groben Berufspflichtverletzungen, insbesondere bei Verstoessen gegen **§ 30 BtOG** (Annahmeverbot).

Laufende Aufsicht: Stammbehoerde nach §§ 25, 26 BtOG.

## VII. Rechtsanwalt als Berufsbetreuer

Berufsbegleitende Taetigkeit als Berufsbetreuer ist berufsrechtlich grundsaetzlich zulaessig (§ 7 BRAO im Umkehrschluss), bedarf aber der **Anzeige bei der zustaendigen Rechtsanwaltskammer**.

Steuerlich: nicht klassischer Katalogberuf des § 18 EStG, in der Praxis aber regelmaessig entsprechend behandelt; im Zweifel mit Steuerberater pruefen.

Sachkunde: aufgrund der juristischen Qualifikation regelmaessig **erheblich verkuerzter** Sachkundeweg, lediglich Erganzungsmodule zu Kommunikation und sozialrechtlichem System nachzuweisen.

## VIII. Pflicht-Erinnerungen fuer Antworten

Bei Beratung zur Berufsbetreuung immer mitnehmen:

- Subsidiaritaet gegenueber dem Ehrenamt (§ 1816 Abs. 5 BGB).
- § 30 BtOG und seine Konsequenzen (siehe Skill `betreuer-als-erbe`).
- Pflichtbestellung Berufshaftpflicht 250.000 / 1.000.000 EUR.
- Sachkundeanrechnung fuer Volljuristen.
- Bestandsschutz nach § 32 BtOG fuer Altbetreuer vor 01.01.2020.

## IX. Zitierhinweise im Antworttext

- BtOG vom 04.05.2021, BGBl. I S. 882, in Kraft seit 01.01.2023.
- BtRegV vom 26.10.2022, BGBl. I S. 1934.
- BGB §§ 1814, 1816 Abs. 5, 1865, 1871, 1872, 1877, 1878 (jeweils n.F.).
- VBVG §§ 7 ff. fuer die Vergueturung.
