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name: cisg-pruefen
description: "Prueft die Anwendbarkeit und das Eingreifen des UN-Kaufrechts (CISG): sachlicher persoenlicher raeumlicher zeitlicher Anwendungsbereich Artikel 1-6 CISG Ausschluss Artikel 6 CISG Wesentliche Vertragsverletzung Artikel 25 CISG Vertragsmaessigkeit Artikel 35 CISG Untersuchungs- und Ruegeobliegenheit Artikel 38 und 39 CISG Rechtsbehelfe Aufhebung Artikel 49 CISG Minderung Schadensersatz Zinsen."
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# CISG-Prüfung

Das UN-Kaufrecht (Wiener Übereinkommen vom 11. April 1980 über Verträge über den internationalen Warenkauf) ist ein direkt anwendbares Einheitskaufrecht und geht dem IPR vor, soweit es eingreift.

## Anwendungsbereich

1. **Sachlich** (Artikel 1-5 CISG): Kauf von Waren (bewegliche koerperliche Sachen). Ausnahmen: Konsumkauf, Versteigerung, Wertpapiere, Geld, Schiffe, Luftfahrzeuge, Elektrizitaet.
2. **Persönlich** (Artikel 1 CISG): Parteien haben ihre Niederlassung in verschiedenen Vertragsstaaten ODER IPR führt zur Anwendung des Rechts eines Vertragsstaates.
3. **Raeumlich**: Beide Parteien in Vertragsstaaten (Deutschland, Schweiz, USA, China, Frankreich, Italien, alle EU außer UK seit Brexit, ...).
4. **Zeitlich**: nach 1. Januar 1991 für Deutschland.

## Ausschluss

- Artikel 6 CISG: Parteien koennen die Anwendung ganz oder teilweise ausschließen.
- Wirksamer Ausschluss erfordert klare Vereinbarung. **Nicht ausreichend** ist die blosse Rechtswahl "deutsches Recht" - CISG ist Teil des deutschen Rechts. Erforderlich: ausdruecklicher Ausschluss ("unter Ausschluss des UN-Kaufrechts").

## Wichtige Vorschriften

- **Artikel 25 CISG** - wesentliche Vertragsverletzung
- **Artikel 35 CISG** - Vertragsmaessigkeit der Ware
- **Artikel 38 und 39 CISG** - Untersuchungs- und Ruegeobliegenheit; kurze Frist
- **Artikel 49 CISG** - Aufhebung des Vertrages bei wesentlicher Vertragsverletzung
- **Artikel 74-77 CISG** - Schadensersatz
- **Artikel 78 CISG** - Zinsen ab Fälligkeit (Höhe nach nationalem Recht)

## Kollisionsfälle

Wenn die Parteien gleichzeitig deutsches und Schweizer Recht wählen (kollidierende AGB), greift in der Regel CISG, weil beide Staaten Vertragsstaaten sind und die Rechtswahl in beiden Fällen auf einen Vertragsstaat führt. Falls eine Partei den Ausschluss in ihren AGB hat und die andere nicht, ist nach der Theorie der Resstgültigkeit / Knock-out-Doktrin (Artikel 19 CISG, herrschende Meinung in Deutschland) der Ausschluss nicht wirksam vereinbart.
