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name: conflict-gwg-sanctions
description: "Konflikt-, GwG- und Sanktionscheck: Mandatsannahmeprüfung für Corporate/M&A: Interessenkonflikte (§ 43a BRAO), wirtschaftlich Berechtigte (§§ 2 ff. GwG), Sanktionen (EU/US OFAC), PEP, Mittelherkunft, Sektor- und Länderrisiken."
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# Konflikt-, GwG- und Sanktionscheck

## Fachlicher Anker

- **Normen:** §§ 3, §§ 76, §§ 105.
- **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
- **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten.

## Fachkern: Konflikt-, GwG- und Sanktionscheck

- **Corporate-Aufgabe (Konflikt-, GwG- und Sanktionscheck):** Mandatsannahmeprüfung für Corporate/M&A: Interessenkonflikte (§ 43a BRAO), wirtschaftlich Berechtigte (§§ 2 ff. GwG), Sanktionen (EU/US OFAC), PEP, Mittelherkunft, Sektor- und Länderrisiken.
- **Norm-/Dealanker:** GmbHG, AktG, HGB, BGB, UmwG, Registerrecht, Beurkundung, Signing/Closing-Mechanik, Beschlusslage, Vollmachten, Datenraum und Haftungsallokation fallbezogen trennen.
- **Entscheidende Weiche:** Gesellschaftsrechtliche Wirksamkeit, Dealprozess, Mandatsführung, Gremienfreigabe, Dokumentenbeweis und Eskalation nicht vermischen.
- **Arbeitsprodukt:** Partnerfähiges Memo, Closing-/Action-Liste, Redline-Hinweis oder PMO-Board mit Verantwortlichen und Blockern.

## Wann wird dieser Skill aufgerufen
Typische Auslöser:
- "Ich habe hier Konflikt-, GwG- und Sanktionscheck und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."
- "Bitte prüfe das aus Sicht der Gesellschaft, Geschäftsführung, Gesellschafter oder Inhouse-Rechtsabteilung."
- "Mach daraus eine Beschlussvorlage, Partnernotiz, Mandantenmail oder Organunterlage."
- "Welche Register-, Beschluss-, Compliance- oder Fristpunkte fehlen noch?"

Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst die Gesellschaftsakte selbst angelegt, die Mandatsrolle bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-kommandocenter` oder `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-matter-file`. Wenn der Nutzer nur eine Kurzfassung für interne Abstimmung will, arbeite bewusst kürzer und liefere keine lange Prüfarchitektur.

## Voraussetzungen und Kontext laden
Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/corporate-kanzlei/mandate/<slug>/`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Gesellschaft, Rechtsform, Rolle, Organstatus, Beschluss-/Registerlage, Frist, gewünschter Output und ob börsen-, konzern- oder regulierungsrelevante Bezüge bestehen.

Benötigte Unterlagen:
- Transaktionsstruktur, Umsätze, Erwerberkontrolle, Zielbranche und Jurisdiktionen.
- Signing-/Closing-Zeitplan, Vollzugsakte und Long-Stop-Date.
- UBO-Daten, PEP-/Sanktionsscreening, Börsennotierung und Insiderlisten.

Arbeite mit diesen Variablen: `gesellschaft`, `rolle`, `organ`, `beschlussdatum`, `registerstand`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`.

## Workflow
1. **Corporate-Kontext fixieren.** Bestimme Gesellschaft, Rechtsform, Organrolle, Anlass, Beschluss-/Registerstand und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Rechtsform fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter.
2. **Quellen inventarisieren.** Liste Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Register-/Urkunden-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`.
3. **Organ- und Kompetenzebene trennen.** Unterscheide Geschäftsführung/Vorstand, Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung, Aufsichtsrat/Beirat, Konzernleitung, Notar und Registergericht.
4. **Materiality-Schwelle setzen.** Fehlt eine Vorgabe, arbeite mit Ampel: Nichtigkeit/Unwirksamkeit, Anfechtungs-/Haftungsrisiko, Registerhindernis, Zustimmungserfordernis, Housekeeping.
5. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen bezogen auf den konkreten Corporate-Schritt: Zuständigkeit, Form, Frist, Mehrheit, Vollmacht, Registerfähigkeit, Haftung und Beweisquelle.
6. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn Registerauszug, BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht `[zu verifizieren]`.
7. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, Rechtsfolge, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.
8. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder eine Partner-/Organvorlage mit genau den offenen Entscheidungen.
9. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Beschlussentwurf, Board Paper, Registeranmeldung, SPA-Markup, CP-Tracker, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.
10. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.

## Pruefraster im Gutachtenstil
**Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Corporate-Schritt gesellschaftsrechtlich wirksam, registerfähig, organschaftlich vertretbar und für die Mandatsseite praktisch umsetzbar ist.

**1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird: Gesellschaft, Organmitglied, Gesellschafter, Investor, Käufer, Verkäufer oder Konzernmutter. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Beschluss-, Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.

**2. Zuständigkeit, Form und Corporate Authority.** Bei Anteils-, Beschluss- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Mehrheit, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:
- GWB §§ 35 bis 41 für deutsche Fusionskontrolle und Vollzugsverbot.
- AWV §§ 55 ff. und §§ 60 ff. für Investitionsprüfung.
- GwG §§ 10, 11, 12 und 15 für Sorgfaltspflichten und verstärkte Prüfungen.
- MAR Art. 7, 17 und 18 sowie WpÜG bei börsennotierter Zielgesellschaft.

**3. Organpflichten und Business Judgment.** Bei Geschäftsleitungs-, Aufsichtsrats- oder Beiratsentscheidungen ist zu fragen, ob die Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage, ohne sachfremde Interessen und zum Wohl der Gesellschaft vorbereitet ist. Für Organverantwortung: BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95, ARAG/Garmenbeck, https://dejure.org/1997,161 `[dejure.org]`.

**4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder Beschlussfähigkeit ist § 16 GmbHG gesondert zu prüfen. Zur Legitimationswirkung der Gesellschafterliste: BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17, https://dejure.org/2018,47817 `[BGH-Datenbank/dejure.org]`.

**5. Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen, Bankzustimmung, Satzungszustimmung oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, muss das Ergebnis lauten: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Registerhindernis? Beschlussmangel? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld-, Nichtigkeits- oder Haftungsfolge?

**6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 46 GmbHG Zustimmung erforderlich?` nur bejahen, wenn Satzung, Geschäftsordnung und Maßnahme geprüft sind.

**Zwischenergebnis:** Formuliere als Ampel: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet im Corporate-Kontext: nicht beschließen, nicht anmelden, nicht signieren, nicht closen oder nicht extern versenden, bevor Partner, Organ oder Spezialist freigegeben hat.

## Output-Module
- **Corporate-Vermerk:** Kurzbild, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.
- **Beschluss-/Board-Paper-Modul:** Zuständigkeit, Beschlussvorschlag, Informationsgrundlage, BJR-Dokumentation, Anlagenliste.
- **Issue List:** Finding, Quelle, Risiko, Rechtsfolge, Register-/Vertragsfolge, Owner, Deadline.
- **Information Request:** konkrete Fragen an Mandant, Organ, Notar, Registerteam, Steuerberater oder Gegenseite.
- **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`.

<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig. Diese Regel folgt der zentralen Vorgabe in der `CLAUDE.md` des Repos und gilt ausnahmslos.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->

## Quellen und Zitierregel
Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`.

## Hand-Off zu anderen Skills
Nach diesem Skill weiter mit:
- `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-regulatory-fdi-merger-control` - wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI oder Vollzugsverbot die Timeline steuern.
- `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-public-ma-kapitalmarkt-mar` - wenn MAR, WpÜG oder kapitalmarktrechtliche Veröffentlichungspflichten betroffen sind.
- `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-rechtsprechungsrecherche` - als fachlicher Anschluss-Skill.
- `/corporate-kanzlei:corporate-kanzlei-steps-plan-pmo` - wenn Termine, Beschlüsse, CPs, Freigaben und Owner in einen belastbaren Plan müssen.

## Was dieser Arbeitsgang nicht macht
- Er ersetzt keine Partner-, Organ- oder Mandantenentscheidung über Beschluss, Signing, Registeranmeldung oder Closing.
- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Registergericht, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.
- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.
- Er vermischt nicht Corporate-Befund, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.
- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.
- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.

## Berufsrechtliche Hinweise
Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.

## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden

### Konflikt-, GwG- und Sanktionscheck

## Triage — klaere vor Mandatsannahme

1. Sind alle Parteien und Affiliates vollstaendig identifiziert (Vollstaendige Firmennamen, Sitz, Eigentuemerstruktur)?
2. Gibt es bestehende Mandate mit einer der Parteien oder Konkurrenzunternehmen?
3. Herkunftsland des Erwerbers / Investors: Russland, Belarus, Iran, Nordkorea, Venezuela, sonstige Sanktionslaender?
4. Handelt es sich um ein GwG-Kataloggeschaeft (§ 2 I Nr. 10 GwG: Trusts, Gesellschaftsgründungen, M&A-Transaktionen)?
5. Wirtschaftlich Berechtigter: Gibt es eine natiuerliche Person mit >25 % Beteiligung?
6. PEP: Ist eine der beteiligten Personen politisch exponiert?
7. Mittelherkunft: Wie wird der Kaufpreis finanziert? Barmittel aus unklarer Quelle?

## Zentrale Normen

- **§ 43a III BRAO** — Interessenwiderstreit; Vertretungsverbot bei widerstreitenden Interessen
- **§§ 2, 10-17 GwG** — Pflichten zur Kundensorgfalt (CDD); wirtschaftlich Berechtigter; erhoehte Sorgfalt PEP
- **§ 3 GwG** — Definition wirtschaftlich Berechtigter; 25%-Schwelle; natuerliche Person hinter Gesellschaft
- **§ 12 GwG** — Erhoehte Sorgfaltspflichten; PEP, Hochrisikolaender, ungewoehnliche Transaktionen
- **§ 43 GwG** — Verdachtsmeldung an FIU; Meldepflicht bei Verdacht auf Geldwaesche
- **EU-Sanktionsregelungen (EG) 765/2006, 833/2014** — Belarus/Russland; Handels- und Kapitalmarktsanktionen
- **US OFAC SDN List** — Sonderbeschraenkungsliste; Transaktionen mit gelisteten Personen verboten (auch extraterritorial)

## Aktuelle Rechtsprechung

- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

## GwG-CDD-Pruefungsmatrix

| Pruefschritt | Inhalt | Nachweis | Risikostufe |
|---|---|---|---|
| 1. Identifizierung Mandant | Name, Sitz, HRB, Unternehmensform | HR-Auszug, Gesellschafterliste | Standard |
| 2. Wirtschaftlich Berechtigter (§ 3 GwG) | Nauerliche Person >25 %; bei Kontrolle auch weniger | Aktionaeersstruktur; UBO-Erklaerung | Standard |
| 3. PEP-Check | Politisch exponierte Person (Regierung, Parlament, Richter, Diplomaten, Familienangehoerige) | PEP-Datenbank (z.B. Dow Jones, Refinitiv World-Check) | Erhoehte Sorgfalt |
| 4. Sanktions-Check | EU-Sanktionslisten; US OFAC SDN; UN-Sanktionsliste | Sanktionsdatenbank; OFAC-Match | Hochrisiko: Ablehnen |
| 5. Mittelherkunft | Woher stammt das Kapital für die Transaktion? | Jahresabschluss, Bankbestaetigung, Finanzierungsvertrag | Erhoehte Sorgfalt bei Hochrisikolaendern |
| 6. Länderrisiko | Hochrisikolaender nach § 15 GwG; EU-Liste; FATF-Liste | FATF-Länderliste | Erhoehte Sorgfalt |
| 7. Transaktionsstruktur | Ungewoehnliche Komplexitaet ohne erkennbaren wirtschaftlichen Grund | Geschaeftszweck-Erklaerung | Erhoehte Sorgfalt |

## Sanktions-Schnellpruefung

### EU-Sanktionen (wichtigste Regime)
- **Russland (EG 833/2014):** Handels- und Finanzsanktionen; Personenliste (Annex I/III); Sektorverbote (Energie, Militaer, Luft)
- **Belarus (EG 765/2006):** Personenliste; Sektorverbote
- **Iran (EG 267/2012):** Nuklearprogramm; Personenliste; Finanzsanktionen
- **Nordkorea (EG 2017/1509):** umfassende Sanktionen

### Konsequenz bei Treffer
→ Mandatsannahme ablehnen. Bestehendes Mandat: Niederlegung prüfen. Verdachtsmeldung an FIU (§ 43 GwG).

## Schritt-für-Schritt-Workflow

1. **Parteien-Liste erstellen** — alle Parteien, bekannte Affiliates, UBOs aus Unterlagen zusammenstellen
2. **Konflikt-System abfragen** — alle Namen im internen Konfliktsystem; unklare Treffer an Senior Partner
3. **GwG-CDD starten** — Identifizierungsdokumente einholen; UBO-Erklaerung unterschreiben lassen
4. **Sanktions-Screening** — alle Personen und Gesellschaften gegen EU/OFAC/UN-Listen; Datum dokumentieren
5. **PEP-Prüfung** — relevante Personen durch PEP-Datenbank; bei Treffer: erhoehte Sorgfalt
6. **Länder-Risiko bewerten** — Hochrisikolaender nach FATF; verstaerkte Prüfung
7. **Mittelherkunft klären** — Finanzierungsstruktur; keine unerklarlichen Barmittel
8. **Entscheidung** — Mandatsannahme / Enhanced Due Diligence / Ablehnung
9. **Dokumentation** — CDD-Bogen abschliessen; Aktennotiz; Freigabe durch Partner
10. **Laufendes Monitoring** — Sanktionslisten ändern sich; Neubewertung bei Eskalation

## Entscheidungsbaum: Mandatsannahme oder Ablehnung?

```
Sanktions-Treffer (OFAC/EU)?
 → Ja: Mandat ablehnen; Verdachtsmeldung FIU pruefen (§ 43 GwG)
 → Nein: PEP?
 → Ja: Erhoehte Sorgfalt; schriftliche Freigabe Managing Partner; verstaerkte Ueberwachung
 → Nein: Wirtschaftlich Berechtigter unbekannt/verweigert?
 → Ja: Mandat ablehnen (§ 10 GwG)
 → Nein: Mittelherkunft ungeklaert?
 → Ja: Erhoehte Sorgfalt; Erklaerung einfordern; ggf. ablehnen
 → Nein: Standard-CDD-Abschluss; Mandatsannahme moeglich
```

## Output-Template CDD-Dokumentationsbogen

**Adressat:** Kanzlei-intern / Compliance-Beauftragte — Tonfall vollstaendig, prueffaehig

```
GwG-CDD-BOGEN
Mandat: [MATTER-NR.]
Mandant: [NAME, Sitz, Rechtsform]
Datum: [DATUM]
Bearbeiter: [NAME]

1. WIRTSCHAFTLICH BERECHTIGTER (§ 3 GwG)
 Name: [NAME]
 Nationalitaet: [LAND]
 Beteiligung: [%]
 Nachweis: [HR-Auszug / UBO-Erklaerung vom DATUM]

2. SANKTIONS-SCREENING
 Datum: [DATUM]
 Datenbank: [EU / OFAC / UN]
 Ergebnis: [Kein Treffer / Treffer: Beschreibung]

3. PEP-CHECK
 Datenbank: [NAME]
 Ergebnis: [Kein PEP / PEP: Beschreibung]
 Massnahmen bei PEP: [Erhoehte Sorgfalt; Senior-Freigabe]

4. LAENDERRISIKO
 Hauptsitz: [LAND]
 Hochrisikoland: [Ja/Nein; FATF-Liste]
 Massnahmen: [Erhoehte Sorgfalt / Keine]

5. MITTELHERKUNFT
 Beschreibung: [Eigenkapital aus laufendem Geschaeft / Finanzierung: Bank X]
 Nachweis: [Bankbestaetigung; Jahresabschluss]

6. ENTSCHEIDUNG
 [ ] Mandatsannahme — keine Bedenken
 [ ] Enhanced Due Diligence — Massnahmen: [Beschreibung]
 [ ] Ablehnung — Grund: [Beschreibung]
 [ ] Verdachtsmeldung FIU (§ 43 GwG) am [Datum]

Freigabe durch: [PARTNER-NAME], [DATUM]
```

## Rote Schwellen

- Sanktions-Treffer ohne Ablehnung → § 134 BGB Nichtigkeit; strafrechtliche Risiken
- GwG-CDD nicht vor Mandatsannahme → § 10 GwG; Bussgeld bis 5 Mio. EUR oder 10 % Jahresumsatz
- PEP ohne erhoehte Sorgfalt → § 12 GwG-Pflichtverletzung
- Interessenkollision nicht erkannt → § 43a BRAO; Schadensersatz; berufsrechtliche Konsequenzen
- Verdachtsmeldepflicht nicht beachtet → § 261 StGB Beihilfe zur Geldwaesche möglich

## Quellen

- §§ 43a BRAO; §§ 2-17, 43 GwG; EU-Sanktionsverordnungen (EG) 833/2014, 765/2006
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Literatur nur bei vom Nutzer bereitgestellter oder lizenziert live geprüfter Quelle; keine Kommentarblindzitate.
