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name: datenbank-in-insolvenz-asset-deal-und-rechtekette
description: "Datenbankrecht in der Insolvenz: Übergang von Datenbankherstellerrechten (§§ 87a-87e UrhG) im Insolvenzverfahren und Asset Deal, Due-Diligence-Prüfung der Rechtekette, Freigabe durch den Insolvenzverwalter und DSGVO-Pflichten bei Übertragung personenbezogener Datensätze. Erstellt Transaktions-Che..."
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# Datenbank in der Insolvenz — Asset Deal und Rechtekette

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: UrhG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Mandantenfall

- Investor möchte die Datenbank eines insolventen Unternehmens im Asset Deal erwerben und fragt, welche Datenbankrechte übergehen und welche Due-Diligence-Punkte zu klären sind.
- Insolvenzverwalter möchte die Datenbankrechte des Schuldners als Massevermögen verwerten und benötigt eine Bewertung der bestehenden Lizenzen und Schutzrechte.
- Käufer einer Datenbank aus einer Insolvenz stellt fest, dass ein Dritter ebenfalls Rechte an der Datenbank behauptet — wie ist die Rechtekette zu prüfen?

## Erste Schritte

1. Rechtslage in der Insolvenz klären: Das Datenbankherstellerrecht fällt in die Insolvenzmasse (§ 35 InsO) — Insolvenzverwalter kann darüber verfügen.
2. Bestehende Lizenzen prüfen: Laufen Datenbanklizenzen in der Insolvenz fort? § 108 InsO für gegenseitige Verträge; Wahlrecht des Insolvenzverwalters.
3. Asset Deal strukturieren: Übertragungsvertrag muss alle Rechte explizit aufführen — Herstellerrecht, Urheberrecht an Datenbankwerk, Lizenzen, Softwarerechte.
4. Rechtekette belegen: Dokumentenprüfung — wer hat die Datenbank ursprünglich erstellt, wer hat Investition getragen, sind Rechte vertraglich abgesichert?
5. DSGVO bei personenbezogenen Daten: Übertragung personenbezogener Datensätze erfordert Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO; berechtigtes Interesse des Käufers?
6. Kaufpreisbewertung: Schutzdauer (§ 87d UrhG) restlaufend, Verletzungsfreiheit, Lizenzerträge und Wert der Investition als Bewertungsgrundlage.

## Rechtsrahmen

- § 87a UrhG: Datenbankherstellerrecht als übertragbares Vermögensrecht — Teil der Insolvenzmasse (§ 35 InsO).
- § 87d UrhG: Schutzdauer 15 Jahre — Rest-Laufzeit als Wertfaktor bei der Transaktionsbewertung.
- § 35 InsO: Insolvenzmasse umfasst alle Vermögenswerte des Schuldners einschließlich Immaterialgüterrechte.
- § 108 InsO: Fortbestand von Dauerschuldverhältnissen (Datenbanklizenzen) — Insolvenzverwalter hat Wahlrecht.
- Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO: Berechtigtes Interesse als Rechtsgrundlage für Datenbankübertragung — Abwägung erforderlich.
- § 453 BGB: Rechtskauf — Mängelgewährleistung auch bei Erwerb von Datenbankrechten; Rechtsmangel bei Drittrechten.

## Prüfraster

- Ist das Datenbankherstellerrecht eindeutig dem Schuldner zugeordnet (Herstellereigenschaft, Investitionsnachweis)?
- Bestehen konkurrierende Rechte Dritter (Mitherstellerrechte, Unterlizenzen, Pfandrechte an IP)?
- Laufen bestehende Datenbanklizenzen in der Insolvenz fort — hat der Insolvenzverwalter das Wahlrecht ausgeübt?
- Sind personenbezogene Daten in der Datenbank enthalten — welche DSGVO-Pflichten treffen den Erwerber?
- Ist die Schutzdauer (§ 87d UrhG) noch ausreichend lang für den geplanten Nutzungszweck?
- Enthält der Asset Deal eine Rechtsmängelgewährleistung für den Fall unerkannter Drittrechte?
- Sind Softwarerechte, Urheberrecht am Datenbankwerk und Herstellerrecht separat erfasst und übertragen?

## Typische Fallstricke

- Datenbankherstellerrecht ohne explizite Übertragungsklausel geht nicht automatisch mit dem Unternehmensvermögen über.
- Lizenznehmer können nach § 108 InsO in laufenden Verträgen verbleiben — der Käufer erwirbt die Datenbank belastet mit bestehenden Lizenzen.
- DSGVO-Pflichten (Datenschutzhinweise, ggf. neue Einwilligungen) entstehen beim Erwerber — werden oft unterschätzt.
- Insolvenzanfechtung: Datenbankrechte-Übertragungen in den letzten Monaten vor Insolvenzantrag können anfechtbar sein.
- Bewertung des Datenbankrechts ohne Prüfung der verbleibenden Schutzdauer und des Verletzungshistorie-Risikos führt zu Fehlinvestition.

## Quellen

- [§ 87a UrhG — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/UrhG/87a.html)
- [§ 87d UrhG — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/UrhG/87d.html)
- [§ 35 InsO — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/InsO/35.html)
- [§ 108 InsO — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/InsO/108.html)
- [Art. 6 DSGVO — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/DSGVO/6.html)
- [§ 453 BGB Rechtskauf — dejure.org](https://dejure.org/gesetze/BGB/453.html)
