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name: delikte-furtum
description: "Römisches Recht: Delikte Furtum. Geführter Fachmodul mit Quellenlogik, Prüfroutine, Red-Team-Fragen und verwertbarem Output."
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# Delikte Furtum

## Quellenanker

- **Gaius, Institutiones 3.183-208** — furtum: manifestum/nec manifestum; contrectatio fraudulosa
- **D. 47.2.1.3 (Paulus)** — furtum est contrectatio rei fraudulosa lucri faciendi gratia
- **D. 9.2.2 pr. (Gaius)** — lex Aquilia Kap. 1: Tötung von Sklaven und vierfüßigen Herdentieren — Höchstwert des letzten Jahres
- **D. 9.2.27.5 (Ulpian)** — Kap. 3: urere frangere rumpere → corrumpere; Wert der letzten 30 Tage
- **D. 47.10.1 (Ulpian)** — iniuria: Persönlichkeitsverletzung von Realinjurie bis Ehrverletzung
- **Gaius, Institutiones 4.75-79** — Noxalhaftung: Gewalthaber liefert aus oder zahlt

## Kernregeln

Römisches Deliktsrecht ist Pönalrecht: Die actio furti geht auf das Doppelte (nec manifestum) oder Vierfache (manifestum) — daneben kondiziert der Bestohlene die Sache (condictio furtiva). Die lex Aquilia gibt bei Sachbeschädigung den Höchstwert (Jahr/30 Tage) — Litiskreszenz aufs Doppelte bei Leugnen; Voraussetzungen: iniuria (Rechtswidrigkeit), später culpa-Erfordernis (culpa levissima genügt: in lege Aquilia et levissima culpa venit, D. 9.2.44 pr.). Iniuria schützt die Persönlichkeit umfassend mit aestimatorischer Buße. Deliktsklagen sind passiv unvererblich, kumulieren bei Tätermehrheit und unterliegen der Noxalhaftung bei Gewaltunterworfenen.

## Moderne Parallele

BGB § 823 I ist die entpönalisierte Aquilia-Erbin (nur Kompensation, keine Buße); das allgemeine Persönlichkeitsrecht (§ 823 I BGB i.V.m. Art. 1, 2 GG) leistet, was die iniuria leistete. Furtum spaltet sich heute in Strafrecht (§ 242 StGB) und zivilrechtliche §§ 823 II, 992 BGB. Geldentschädigung bei Persönlichkeitsverletzung ist funktional die alte iniuria-Buße.

## Typische Fehler

Aquilische Klage nicht als reine Schadensersatzklage lesen — der Höchstwert-Rückblick und die Litiskreszenz sind Pönalelemente. Und: damnum iniuria datum verlangt unmittelbare Körpereinwirkung (corpore corpori) — mittelbare Schäden liefen über actiones utiles/in factum.

## Arbeitsweise

1. Quellen zuerst: einschlägige Stellen (Gaius, Digesten, Codex) mit Inskription benennen; Rekonstruktionsgrad und Interpolationsverdacht offenlegen.
2. Epochen trennen: vorklassisch — klassisch — justinianisch — Rezeption; nichts rückprojizieren.
3. Funktional vergleichen: erst die römische Funktion, dann die heutige Norm mit gleicher Aufgabe; Unterschiede ausdrücklich benennen.
4. Für Klausur/Lehre: Institutionensystem (personae — res — actiones) als Gliederungsraster nutzen; lateinische Begriffe beim ersten Auftreten übersetzen.
