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name: dsfa-restrisiko-und-art-36-konsultation
description: "Restrisiko nach Massnahmen bewerten und Vorab-Konsultation Art. 36 DSGVO vorbereiten. Output: Konsultationsantrag mit Verarbeitungsbeschreibung Massnahmen Restrisiko Begruendung warum die Konsultation erforderlich ist."
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# Restrisiko und Vorab-Konsultation nach Art. 36 DSGVO

## Zweck

Bewertung des Restrisikos nach Umsetzung der DSFA-Massnahmen und, falls erforderlich, Vorbereitung der Vorab-Konsultation bei der zustaendigen Aufsichtsbehoerde nach Art. 36 DSGVO. Ergebnis ist ein vollstaendiger Konsultationsantrag mit Verarbeitungsbeschreibung, Massnahmen, Restrisiko und Begruendung der Konsultationsnotwendigkeit.

## Wann brauchen Sie diesen Skill

- Wenn die DSFA-Risikoanalyse nach Massnahmen ein hohes Restrisiko ergibt
- Wenn die Aufsichtsbehoerde von sich aus eine Konsultation anregt
- Bei besonders sensiblen Verarbeitungen, bei denen die Konsultation reputationsklug erscheint
- Vor Einfuehrung neuer Hochrisiko-Technologien (KI nach Anhang III KI-VO, Biometrie)

## Rechtlicher Rahmen

- Art. 36 Abs. 1 DSGVO: Konsultationspflicht bei voraussichtlich hohem Risiko trotz Massnahmen.
- Art. 36 Abs. 2 DSGVO: Aufsichtsbehoerde hat 8 Wochen zur schriftlichen Empfehlung, verlaengerbar um 6 Wochen bei komplexen Faellen.
- Art. 36 Abs. 3 DSGVO: erforderlicher Inhalt des Konsultationsersuchens (Verantwortliche, Aufgabenteilung, Zwecke, Massnahmen, Kontaktdaten DSB, DSFA, sonstige Informationen).
- Art. 36 Abs. 4 DSGVO: Konsultation bei gesetzgeberischen Massnahmen.
- Art. 36 Abs. 5 DSGVO: nationale Sonderregeln zur Voraberlaubnis oder Vorabkonsultation.
- Art. 58 Abs. 3 lit. a DSGVO: Aufsichtsbehoerden duerfen Empfehlungen aussprechen oder Verarbeitung untersagen.
- Art. 83 Abs. 4 lit. a DSGVO: Bussgeldtatbestand bei Verstoss gegen Art. 36.

## Ablauf 6-Schritte-Methodik

1. **Verarbeitungsbeschreibung.** Vollstaendige Beschreibung aus der DSFA uebernehmen — Zweck, Datenarten, Betroffene, Empfaenger, Technologie, Drittlandbezug.
2. **Verhaeltnismaessigkeitspruefung.** Wurde die Verhaeltnismaessigkeitspruefung der DSFA mit nachvollziehbarem Ergebnis abgeschlossen? Wenn nein, zurueck zur DSFA.
3. **Risikoanalyse.** Risikomatrix vor und nach Massnahmen; Identifizierung der Szenarien, die im hohen Bereich verbleiben.
4. **Massnahmen.** Sind alle technisch und organisatorisch zumutbaren Massnahmen ergriffen? Pruefung Art. 32 DSGVO, Stand der Technik, Implementierungskosten gegen Risikoreduktion.
5. **Restrisiko.** Wenn hoch verbleibend: Art. 36 Konsultation Pflicht. Begruendung warum das Restrisiko nicht weiter reduzierbar ist (Wirtschaftlichkeit, technische Grenzen, gesetzlicher Zweck).
6. **Konsultation / Genehmigung.** Konsultationsantrag an die zustaendige Aufsichtsbehoerde mit den Inhalten nach Art. 36 Abs. 3 DSGVO. Frist 8 Wochen; Verarbeitung darf bis zur Antwort nicht aufgenommen werden.

## Mustertext / Template (Konsultationsantrag)

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VORAB-KONSULTATION NACH ART. 36 DSGVO
[DATUM, AKTENZEICHEN intern]

An: [Zustaendige Aufsichtsbehoerde, Anschrift]

Antragsteller (Verantwortlicher)
- Name / Firma: [...]
- Sitz: [...]
- Kontaktdaten: [...]
- DSB: [Name, E-Mail]

Falls gemeinsam Verantwortliche oder Auftragsverarbeiter beteiligt
- Rollen und Aufgabenteilung nach Art. 26 / Art. 28 DSGVO: [...]

1. Beschreibung der Verarbeitung
[Zweck, Datenarten, Betroffene, Technologie, Aufbewahrung, Drittlandbezug]

2. Rechtsgrundlage
[Art. 6 / Art. 9 DSGVO, ggf. § ... BDSG / Spezialgesetz]

3. DSFA Zusammenfassung
[Schwellwertanalyse, Risikobewertung, Massnahmen, Restrisiko]

4. Restrisiko
[Welche Szenarien bleiben im hohen Bereich? Warum nicht weiter reduzierbar?]

5. Geplante Massnahmen
[Technisch, organisatorisch, vertraglich]

6. Begruendung der Konsultation
[Warum nach Massnahmen weiterhin voraussichtlich hohes Risiko nach Art. 36 Abs. 1 DSGVO]

7. Anlagen
- DSFA in vollstaendiger Fassung
- AVV-Entwurf
- Datenflussdiagramm
- DSB-Stellungnahme
- TOM-Konzept

Mit freundlichen Gruessen
[Unterschrift Verantwortlicher]
[Unterschrift DSB]
```

## Hinweise zur Frist

- 8 Wochen Antwortfrist Art. 36 Abs. 2 DSGVO ab vollstaendigem Eingang.
- Verlaengerung um 6 Wochen moeglich, schriftlich mitzuteilen.
- Verarbeitungsbeginn vor Antwort: Pflichtverletzung, kann Anordnung und Bussgeld ausloesen (Art. 58, Art. 83 DSGVO).
- Wenn Aufsichtsbehoerde untersagt: aufschiebende Wirkung beachten; Rechtsbehelfe nach VwGO bzw. § 20 BDSG.

## Typische Fehler

- Restrisiko wird kuenstlich kleingerechnet, um Art. 36 zu vermeiden — bei spaeterem Vorfall verdoppelter Vorwurf (Materialfehler plus Verfahrensfehler).
- Antrag enthaelt keine Aufgabenteilung gemeinsam Verantwortlicher.
- DSFA wird nicht beigefuegt — Antrag wird zurueckgewiesen.
- Verarbeitung wird vor Antwort der Aufsicht aufgenommen.
- Frist 8 Wochen wird nicht im Projektplan beruecksichtigt.
- Anlagen fehlen — Aufsichtsbehoerde fordert nach und Frist beginnt erst dann.

## Querverweise

- `datenschutzrecht/skills/dsfa-template-deutsch-vollvorlage/SKILL.md` — Vollvorlage
- `datenschutzrecht/skills/dsfa-risikoanalyse-eintrittswahrscheinlichkeit-schaden/SKILL.md` — Restrisiko-Berechnung
- `datenschutzrecht/skills/dsfa-dokumentation-und-rechenschaftspflicht-art-5-ii/SKILL.md` — Dokumentation
- `datenschutzrecht/skills/dsfa-fuer-ki-systeme-schnittstelle-art-26-kivo/SKILL.md` — KI-DSFA und Konsultation
- `references/zitierweise.md` — Zitierweise

## Quellen Stand 06/2026

- Art. 36 Abs. 1, 2, 3, 4, 5 DSGVO
- Art. 35 Abs. 11 DSGVO
- Art. 58, 83 DSGVO
- EDSA-Leitlinien WP 248 rev.01
- BfDI / Landesbehoerden — Verfahrenshinweise zur Vorabkonsultation
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe verifizieren
- Literatur: Kommentar- und Aufsatzfundstellen nur bei eigener Quelle
