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name: dsv-schnelltriage-risiko
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# Liefert in 15-30 Minuten eine Schnelltriage zum Risiko eines gemeldeten Datenschutzvorfalls als Entscheidungsgrundlage für die 72-Stunden-Meldung


## Aktenstart statt Formularstart

Wenn zu **Risikobewertung Enisa Art Schnelltriage** bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde für **Datenschutzrecht** eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben.

Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung:

```text
Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...]
Unsicher sind noch: [...]
Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...]
```

Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen.

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: DSGVO; BDSG; TDDDG; Art. 44 ff — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

**Fokus:** Liefert in 15-30 Minuten eine Schnelltriage zum Risiko eines gemeldeten Datenschutzvorfalls als Entscheidungsgrundlage für die 72-Stunden-Meldung. Behandelt: Vertraulichkeits-, Integritäts- und Verfügbarkeitsverletzung; Datenkategorien; Identifizierbarkeit; Anzahl betroffener Personen; Reversibilität; besondere Schutzbedürftigkeit Kinder Patienten Mitarbeiter; Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere; vorläufige Ampel grün gelb rot schwarz. Output: Triage-Memo mit Begründung und Empfehlung Meldung Ja/Nein/Vorsorglich. Abgrenzung: ersetzt nicht die vertiefte Bewertung nach EDSA-Leitlinien und ENISA.

### Schnelltriage Risikoeinschätzung nach Datenschutzvorfall

## Triage — kläre vor der Bearbeitung

1. Welche Schutzziele sind verletzt — Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit?
2. Welche Datenkategorien und welcher Personenkreis sind betroffen?
3. Sind besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO oder strafrechtsrelevante Daten nach Art. 10 DSGVO beteiligt?
4. Ist die Verletzung eingrenzbar oder breitet sie sich aus?
5. Wie viel Zeit bleibt bis zum Ende der 72-Stunden-Frist?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (schnelle Entscheidung; rechtssichere Begründung der Nichtmeldung)

## Rechtsgrundlagen

- **Art. 33 Abs. 1 Satz 1 DSGVO** Meldepflicht außer wenn voraussichtlich kein Risiko.
- **Art. 33 Abs. 5 DSGVO** Dokumentation auch bei Nichtmeldung.
- **Art. 34 Abs. 1 DSGVO** Benachrichtigung bei voraussichtlich hohem Risiko.
- **Erwägungsgrund 75 DSGVO** Risikofaktoren.
- **Erwägungsgrund 76 DSGVO** Wahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos.

## Aktuelle Rechtsprechung

Nicht aus Modellwissen; insbesondere zur Schwelle voraussichtlich kein Risiko und zur Beweislast bei Nichtmeldung vor Ausgabe verifizieren.

## Zentrale Normen

Art. 4 Nr. 12; Art. 33 Abs. 1; Art. 33 Abs. 5; Art. 34 Abs. 1 DSGVO; Erwägungsgrund 75; Erwägungsgrund 76.

## Praxisformulierung — Schnelltriage-Raster

Schutzzielverletzung: V/I/V mit kurzer Begründung.

Datenkategorien: normale / besondere Art. 9 / strafrechtsrelevant Art. 10 / Berufsgeheimnis § 203 StGB.

Personenkreis und Anzahl: geschätzter Bereich; Identifizierbarkeit ja/nein.

Reversibilität: vollständig wiederherstellbar / teilweise / irreversibel.

Schwere: gering / mittel / hoch / sehr hoch — mit Reasoning.

Wahrscheinlichkeit: gering / mittel / hoch.

Ampelvorschlag: 🟢 keine Meldung / 🟡 Vorsorglich melden / 🔴 melden / ⚫ zusätzlich Art. 34.

Begründung: drei bis fünf Sätze für die Akte.

## Abgrenzung zu anderen Skills

- `dsv-aufnahme-statusinformation` bildet die strukturierte Erstaufnahme; dieser Skill setzt darauf auf.
- `dsv-meldung-art-33-pflichtangaben` deckt die Behördenmeldung ab; bei Bedarf zusätzlich ziehen.
- `dsv-benachrichtigung-art-34-betroffene` deckt die Benachrichtigung Betroffener ab.
- `dsv-bussgeldverteidigung-art-83` und `dsv-schadensersatz-art-82` decken die anwaltliche Nachbearbeitung ab.
