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name: e-commerce-crossborder-b2b
description: "Internationales Handelsrecht: Grenzüberschreitender B2B-E-Commerce. EU-E-Commerce-RL 2000/31/EG (Herkunftslandprinzip), Vertragsschluss online (CISG Art. 14-24), elektronische Signaturen (eIDAS-VO), Digital Markets Act und Plattformhaftung im Internationales Handelsrecht Lex Mercatoria."
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# Grenzüberschreitender B2B-E-Commerce

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: HGB §§ 1-7, 17-37 (Firma/Register), 48-58 (Prokura), 84-92c (Handelsvertreter), 343 ff. (Handelsgeschäfte), 373 ff. (Handelskauf); CISG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Worum es geht

Digitale Beschaffung und Vertrieb über Online-Plattformen werfen spezifische Rechts- und Zuständigkeitsfragen auf. Die E-Commerce-RL 2000/31/EG (Herkunftslandprinzip) regelt den EU-Rahmen. Vertragsschluss via Online-Bestellung ist nach CISG Art. 14-24 möglich. eIDAS-VO regelt rechtswirksame elektronische Signaturen.

## Kernnormen / Kernquellen

- **E-Commerce-RL 2000/31/EG Art. 3**: Herkunftslandprinzip im koordinierten Bereich
- **E-Commerce-RL Art. 9-11**: Vertragsschluss auf elektronischem Wege
- **eIDAS-VO (EU) 910/2014 Art. 25**: Rechtswirkung elektronischer Signaturen
- **CISG Art. 14-24**: Angebot und Annahme — applicable to online contracting
- **Digital Markets Act (EU) 2022/1925**: Gatekeeperpflichten für große Plattformen
- **EU Digital Services Act (EU) 2022/2065**: Plattformhaftung und Transparenz

## Schlüsselbegriffe

- Herkunftslandprinzip: Anbieter muss nur Recht seines Niederlassungslandes einhalten
- Click-Through-Agreement: Online-AGB-Einbeziehung bei B2B — CISG-Fragen
- eIDAS-Signatur: Qualifizierte elektronische Signatur = handschriftliche Unterschrift EU-weit
- Gatekeeper (DMA): Google, Amazon etc. als Gatekeeper — Interoperabilitätspflichten
- B2B-Marktplatz: Haftung für Drittanbieter nach DSA-Transparenzpflichten

## Typische Streitfragen / Anwendungsfälle

1. Online-Bestellung via Marketplace: CISG-Angebot wenn "Buy Now"-Button geklickt wird?
2. eIDAS: Reicht qualifizierte elektronische Signatur für Schiedsvereinbarung (§ 1031 ZPO)?
3. Herkunftslandprinzip: Welches Recht gilt für Plattform-AGB — Sitzland der Plattform oder Käuferland?
4. DMA Gatekeeper: Muss Amazon als Gatekeeper bevorzugten Drittanbieter-Zugang gewähren?
5. DSA: Welche Haftung hat Marktplatz bei gefährlichen Waren von Drittanbieter?

## Methodik

- Online-Vertragsschluss-Prüfung: Angebot (Produktseite = Invitatio?) → Bestellung → Bestätigung
- eIDAS-Signatur-Wahl: qualifiziert (höchstes Niveau), fortgeschritten (mittleres Niveau)
- Plattformbedingungen: DMA/DSA-Compliance check für neue Marktplatzteilnahme
- CISG auf Online-Handel: Frist- und Zugangsregelungen digital umsetzen
