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name: erp-fit-gap-pruefer
description: Prüft Prozessdefinitionen auf ERP-Relevanz, Sollprozess-Fähigkeit, Fit-Gap-Risiken und Anforderungen für die geplante ERP-Ablösung inklusive Projektmanagement, CRM, Kostenrechnung, DMS, Reservierung, Chargen und Seriennummern.
argument-hint: "<Prozess-ID, Abteilung oder E2E-Prozesskette>"
arguments:
  - scope
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# Skill: ERP-Fit-Gap-Prüfer

## Zweck

Dieser Skill übersetzt Prozesswissen nicht in eine BPMN-Zeichnung, sondern in verwertbare ERP-Erkenntnisse.

Er prüft, ob ein Prozess für die spätere ERP-Ablösung ausreichend verstanden ist, welche Anforderungen daraus entstehen, welche Sollprozess-Fragen offen sind und wo Risiken für Standard-ERP, Stammdaten, Automatisierung, Kostenrechnung, CRM, Projektmanagement, DMS, Seriennummern, Chargen oder Materialreservierung liegen.

## Projektkontext

Bei ERP-Fragen ist von folgendem Zielkontext auszugehen:

- Unternehmen mit ca. 100 Mitarbeitern
- Verkauf und Produktion elektronischer Geräte für Schiffbau und Yachten
- eigene SMD-Fertigung
- viele Projekte, in denen Geräte konfiguriert und programmiert werden
- häufige Abhängigkeit von Kundendaten
- ERP-Ablösung in 1 bis 2 Jahren
- neues ERP soll Projektmanagement, CRM und Kostenrechnung enthalten
- DMS soll eingeführt werden
- Material wird in Produktion und Vertrieb reserviert
- Chargen- und Seriennummernverwaltung soll genutzt werden
- Umsätze sollen stärker über Geräte und weniger über projektartige Dienstleistungen entstehen
- Projekte sollen zunehmend durch Systemintegratoren durchgeführt werden
- Aftersales-Umsätze sollen wachsen
- Refit-Aufträge sollen ausgebaut werden

## Grundsatz

Der Skill darf keine ERP-Funktionen erfinden und keine Herstellerauswahl durchführen. Er formuliert Anforderungen, Fit-Gap-Hypothesen, Sollprozess-Kandidaten und offene Klärfragen auf Basis der vorhandenen Prozessinformationen.

Wenn Informationen fehlen, wird keine Scheingewissheit erzeugt. Fehlende Informationen werden als offene ERP-Fragen dokumentiert.

## Wann dieser Skill anzuwenden ist

Der Skill ist anzuwenden:

- wenn nach ERP-Relevanz gefragt wird
- wenn ein Ist-Prozess in einen Sollprozess überführt werden soll
- wenn Anforderungen für die neue ERP entstehen sollen
- wenn Prozesse Projektmanagement, CRM, Kostenrechnung oder DMS berühren
- wenn Materialreservierungen, Chargen, Seriennummern, Wareneingang, Produktion, SMD oder Lager betroffen sind
- wenn Aftersales, Refit oder Systemintegratoren eine Rolle spielen
- vor der finalen Übergabe von Prozessdefinitionen an ein ERP-Auswahl- oder Lastenheftprojekt
- nach BPMN- oder Regelreife, wenn daraus ERP-Anforderungen abgeleitet werden sollen

## Eingaben

Prüfe mindestens:

1. Prozessinventurdatei
2. Prozessdefinitionsdatei
3. Regeldatei
4. übergreifende Regeln
5. E2E-Übergaben und Folgeprozesse
6. Glossar
7. bestehende Pain Points, offene Fragen und Statusdateien
8. vorhandene BPMN nur zur Plausibilisierung, nicht als einzige Quelle

## Prüfdimensionen

### 1. ERP-Modul- und Funktionsbezug

Ordne den Prozess relevanten ERP-Bereichen zu:

- Einkauf / Beschaffung
- Materialwirtschaft / Disposition
- Lager / Bestandsführung
- Produktion / Fertigung
- SMD-Fertigung
- Verkauf / Vertrieb
- CRM
- Projektmanagement
- Service / Aftersales
- Refit
- DMS
- Qualität / Reklamation
- Kostenrechnung / Controlling
- Stammdatenmanagement
- Seriennummern- und Chargenverwaltung
- Schnittstellen / externe Partner / Systemintegratoren

### 2. Stammdatenreife prüfen

Prüfe, ob erforderliche Stammdaten bekannt sind:

- Artikel
- Stücklisten
- Arbeitspläne oder Fertigungsbezug
- Lieferanten
- Hersteller-/Lieferantenmatrix
- Kunden
- Geräte und Gerätetypen
- Projekte oder Aufträge
- Seriennummernlogik
- Chargenlogik
- Lagerorte und Lagerplätze
- Reservierungslogik
- Dokumentarten im DMS
- Kostenstellen und Kostenträger
- Preis- und Konditionsdaten

Fehlende Stammdatenlogik ist ein ERP-Risiko.

### 3. Bewegungsdaten und Status prüfen

Prüfe, welche ERP-Belege oder Statusobjekte entstehen oder verändert werden:

- Anfrage
- Angebot
- Bestellung
- Auftragsbestätigung
- Wareneingang
- Reservierung
- Fertigungsauftrag
- Projektauftrag
- Serviceauftrag
- Refitauftrag
- Reklamation
- Sperrbestand
- Seriennummern-/Chargenbuchung
- DMS-Dokument
- Kostenbuchung

### 4. Sollprozess-Potenzial prüfen

Bewerte, wo Standardisierung oder Automatisierung sinnvoll sein könnte:

- manuelle Excel- oder E-Mail-Nebenlisten ersetzen
- Regeln von Personenwissen in ERP-Parameter überführen
- Freigaben standardisieren
- Statusmodelle vereinheitlichen
- Daten vom Kunden strukturiert anfordern
- Projektlastigkeit reduzieren, wo ein Geräte- oder Variantenmodell möglich ist
- Systemintegrator-Übergabepakete definieren
- Aftersales-/Refit-Prozesse als wiederholbare Standardprozesse gestalten
- DMS-Ablage automatisieren oder erzwingen

Wichtig: Sollprozess-Vorschläge immer als Vorschlag oder Hypothese kennzeichnen, solange sie nicht freigegeben sind.

### 5. Fit-Gap-Klassifikation

Klassifiziere Anforderungen:

| Klasse | Bedeutung |
|---|---|
| Standardfähig | wahrscheinlich mit Standard-ERP-Prozess abbildbar |
| Parametrisierungsbedarf | ERP-Parameter, Workflow oder Rollenmodell nötig |
| Datenmodellkritisch | Stammdaten, Status, Seriennummern, Chargen oder DMS-Struktur kritisch |
| Prozessdesign offen | Sollprozess muss fachlich entschieden werden |
| Integrationsbedarf | Schnittstelle, Import, Export oder externer Partner nötig |
| Customizing-/Entwicklungsrisiko | könnte Anpassung oder Sonderlogik erfordern |
| Nicht bewertbar | Informationen fehlen |

### 6. Strategiebezug prüfen

Bewerte, ob der Prozess die Unternehmensstrategie unterstützt oder behindert:

- mehr Umsatz mit Geräten statt Dienstleistungen
- mehr Durchführung durch Systemintegratoren
- mehr Aftersales
- mehr Refit-Aufträge
- höhere Standardisierung
- bessere Datenqualität
- weniger manuelle Sonderfälle
- bessere Kosten- und Projektauswertung

## Bewertungsmodell

Bewerte von 0 bis 10:

| Kriterium | Gewicht |
|---|---:|
| ERP-Funktionsbezug klar | 15 % |
| Stammdaten und Bewegungsdaten ausreichend beschrieben | 20 % |
| Prozessregeln und Statuslogik ERP-fähig ableitbar | 15 % |
| Sollprozess- und Standardisierungspotenziale sichtbar | 15 % |
| Fit-Gap-Risiken sauber klassifiziert | 15 % |
| Strategie-, DMS-, Serien-/Chargen-, Reservierungs- und Kostenrechnungsbezug geprüft | 20 % |

Mindestscore für `ERP-fähig vorbereitet`: **9,0/10**.

Unter 9,0 dürfen keine finalen ERP-Anforderungen als abgeschlossen markiert werden. Es sind dann nur Arbeitsstände oder offene Fragen zulässig.

## Ausgabeformat

```markdown
# ERP-Fit-Gap-Prüfung <Scope>

## Ergebnis
- Score: x,x/10
- Status: ERP-fähig vorbereitet | nacharbeiten | nicht bewertbar

## ERP-Bereiche
| Bereich | Relevanz | Begründung | Offene Punkte |
|---|---|---|---|

## Anforderungen
| ID | Muss/Soll/Kann | Anforderung | Quelle | Fit-Gap-Klasse | Offene Frage |
|---|---|---|---|---|---|

## Stammdaten und Bewegungsdaten
| Objekt | Typ | Verwendung | Kritisch? | Status |
|---|---|---|---|---|

## Sollprozess-Hypothesen
| Hypothese | Nutzen | Risiko | Benötigte Entscheidung |
|---|---|---|---|

## Strategie-Check
| Ziel | Unterstützung durch Prozess | Risiko | Empfehlung |
|---|---|---|---|

## Nächste beste ERP-Fragen
1. ...
2. ...
```

## Reparaturregeln

- Keine ERP-Herstellerentscheidung treffen.
- Keine Funktionen als vorhanden behaupten, wenn sie nicht aus Quellen stammen.
- Nicht jede Ist-Sonderlogik automatisch als Customizing-Anforderung übernehmen.
- Erst prüfen, ob Standardisierung oder Prozessänderung sinnvoller ist.
- Anforderungen eindeutig mit Quelle, Prozess-ID und offener Frage dokumentieren.
- Fachliche Zielkonflikte sichtbar machen, nicht verstecken.

## Zusammenspiel mit anderen Skills

- Nutze `e2e-schnittstellen-pruefer`, wenn Anforderungen aus Übergaben entstehen.
- Nutze `regel-gateway-pruefer`, wenn ERP-Anforderungen von Entscheidungen oder Regeln abhängen.
- Nutze `artefakt-konsistenz-pruefer`, wenn Anforderungen, Prozesse, Regeln und Statusdateien synchronisiert werden.
