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name: fachanwalt-sportrecht-doping-verfahren
description: "Dopingverfahren nach NADA-Code und WADA-Code verteidigen. Strict-Liability Art. 2 1 WADA-Code Anwesenheit der verbotenen Substanz im Probematerial. Beweislastumkehr Athlet kann Sperre mindern bei Nachweis no fault Art. 10 5 no significant fault Art. 10 6. Verfahren NADA Disziplinarkommission Sportschiedsgericht DIS-Sportschiedsgerichtsbarkeit CAS Berufung 21 Tage. AntiDopG strafrechtliche Parallele § 4 AntiDopG. BVerfG zum Anti-Doping-System."
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# Doping-Verfahren

## Kaltstart-Rückfragen

1. Welche Substanz wurde in welcher Probe (Trainings- oder Wettkampfkontrolle, Urin/Blut) nachgewiesen?
2. Liegt B-Proben-Analyse vor oder wird sie noch beantragt (kostenlos für Athleten, Frist nach Anhörung)?
3. Erfolgte die Substanzaufnahme bewusst, durch Verunreinigung Supplemente, durch Medikamente mit TUE (therapeutic use exemption)?
4. Welche Sanktionen drohen (Standardsperre 4 Jahre, Wettkampfdisqualifikation, Preisgeldrückzahlung)?
5. Ist eine TUE rechtzeitig beantragt oder vorhanden?

## Anspruchsgrundlagen

- World Anti-Doping Code (WADA-Code 2021) — verbindlich über NADA-Code für deutsche Athleten.
- Strict-Liability Art. 2.1 WADA-Code — Anwesenheit verbotener Substanz im Probematerial genügt; Verschulden nicht erforderlich für Tatbestand.
- Sanktionsrahmen Art. 10 WADA-Code:
  - Standard 4 Jahre bei vorsätzlichen Verstößen Art. 10.2.1.
  - 2 Jahre bei Nichtvorsatz Art. 10.2.2.
  - No fault or negligence Art. 10.5 — vollständige Aufhebung möglich.
  - No significant fault Art. 10.6 — Reduktion bis maximal Hälfte.
- Disqualifikation Wettkampfergebnisse Art. 9 WADA-Code; Preisgeldrückzahlung.
- Antidopinggesetz (AntiDopG) — Straftatbestände § 4 AntiDopG (Selbst- und Fremddoping bis 3 Jahre Freiheitsstrafe).
- Verfahrensweg: NADA-Disziplinarkommission → DIS-Sportschiedsgericht → CAS Lausanne (Berufungsfrist 21 Tage Art. R49 CAS-Code).
- BVerfG zur Zulässigkeit verbandsrechtlicher Sportschiedsgerichtsbarkeit: BVerfG 1 BvR 2103/16, Beschl. v. 03.06.2022, Rn. 30 ff.
- BGH zur Sportschiedsklausel "Pechstein": BGH KZR 6/15, Urt. v. 07.06.2016, Rn. 22 ff.

## Beweislast und Frist

- NADA trägt Beweislast für Vorliegen des Verstoßes (Komparativ Beweiserleichterung "comfortable satisfaction" Art. 3.1 WADA-Code).
- Athlet trägt Beweislast für entlastende Umstände (no fault, no significant fault, Quelle der Substanz).
- B-Probe Anforderungsfrist je nach Verbandsordnung — typischerweise 7 Tage nach Mitteilung A-Probe-Befund.
- CAS-Berufungsfrist Art. R49: 21 Tage ab Mitteilung der angegriffenen Entscheidung.
- Verjährung Verstöße: 10 Jahre Art. 17 WADA-Code.

## Prüfschema

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1. Substanz und Probematerial (verbotene Liste WADA?)
2. Verfahrensfehler bei Probennahme (Chain of Custody)
3. B-Probe anfordern und Pruefen
4. TUE-Status (vorhanden / nachholbar)
5. Quelle der Substanz — Verunreinigung Supplement Medikament
6. Art. 10 5 oder 10 6 WADA-Code (no/no significant fault)
7. Vorsatzfrage Art. 10 2 1 vs. 10 2 2
8. Berufungsfristen NADA-DK / DIS / CAS dokumentieren
9. Parallel-Strafverfahren § 4 AntiDopG koordinieren
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Standardliteratur: Adolphsen Internationale Sportschiedsgerichtsbarkeit; Vieweg Sportrecht; Lehner/Nolte/Putzke Handbuch Sportrecht.

## Schreibvorlage Stellungnahme NADA-Disziplinarkommission

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An die NADA-Deutsche Disziplinarkommission

Az NADA-DK [...]

Stellungnahme im Verfahren gegen [Athlet]

Sehr geehrte Damen und Herren,

namens und in Vollmacht unserer Mandantschaft nehmen wir zur Mitteilung
vom [Datum] wie folgt Stellung:

1. Zur A-Probe:
Wir bestreiten die Verwertbarkeit des Befundes wegen unzureichender
Chain of Custody zwischen Probennahme [Datum/Ort] und Ankunft im
WADA-akkreditierten Labor [Datum] (Anlage K1 Probenahmeprotokoll).
Wir beantragen Analyse der B-Probe in Anwesenheit unseres Sachver-
staendigen.

2. Quelle der Substanz:
Sollte der Befund bestaetigt werden tragen wir vor dass die Substanz
[Bezeichnung] durch Verunreinigung des Nahrungsergaenzungsmittels
[Bezeichnung Charge] in den Koerper unserer Mandantschaft gelangte
(Anlage K2 Laboranalyse des Praeparats Anlage K3 Kaufnachweis).

3. Rechtliche Bewertung:
a) Vorsatz Art. 10 2 1 WADA-Code nicht gegeben — keinerlei Indizien
   fuer bewusste Einnahme.
b) Athlet hat keine signifikante Schuld Art. 10 6 1 WADA-Code zu
   vertreten — Praeparat wurde aus der Koelner Liste bezogen.
c) Sperre auf das nach Art. 10 6 zulaessige Mindestmass zu reduzieren
   (Halbierung).

4. TUE: Soweit die Substanz [Medikament] auf aerztliche Verordnung
zurueckgeht — wir reichen TUE-Antrag bis [Datum] nach.

5. Antrag:
Wir beantragen das Verfahren einzustellen, hilfsweise die Sperre auf
das gesetzlich zulaessige Mindestmass zu reduzieren.

Mit freundlichen Gruessen
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## Übergabe

- Bei Berufung gegen NADA-DK-Entscheidung: DIS-Sportschiedsgericht, dann CAS Lausanne (21 Tage).
- Parallel-Strafverfahren § 4 AntiDopG: Kontakt mit Strafverteidiger / Skill `fachanwalt-strafrecht-akteneinsicht-beantragen`.
- Bei Sperre: Beratung zu Trainingsteilnahme Art. 10.14 WADA-Code und Reintegration.
