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name: fachanwalt-vergaberecht-inhouse-interkommunal
description: "Inhouse-Geschaeft und interkommunale Zusammenarbeit vergaberechtlich pruefen: oeffentlicher Auftraggeber will ohne Ausschreibung an verbundene Einrichtung oder Schwester-Kommune vergeben. Normen: § 108 GWB (Ausnahmen), Teckal-Doktrin EuGH C-107/98, Hamburg-Stadtreinigung EuGH C-480/06. Pruefraster: Kontrolltest wie ueber eigene Dienststelle, Wesentlichkeitstest 80 Prozent Taetigkeit fuer Kontrollierende, Privatkapitalverbot mit Ausnahmen, horizontale Zusammenarbeit § 108 Abs. 6 GWB. Output Inhouse-Pruefvermerk, Vertragsentwurf-Modul. Abgrenzung: De-facto-Vergabe siehe fachanwalt-vergaberecht-de-facto-vergabe-klage."
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# Inhouse und interkommunale Zusammenarbeit

## Aufgabe
Inhouse-Geschaeft oder horizontale interkommunale Zusammenarbeit als Ausnahme von der Ausschreibungspflicht pruefen. Fehlt eine Ausnahme, droht De-facto-Vergabe und § 135 GWB-Unwirksamkeit.

## Kaltstart
1. Wer ist Auftraggeber, wer ist Auftragnehmer (gleicher oeffentlicher Auftraggeber, Tochter, Schwester-Kommune)?
2. Beherrschungsstruktur (Anteile, Beirats-/Aufsichtsmehrheit)?
3. Privater Kapitalanteil am Auftragnehmer?
4. Wesentlichkeit: Mindestens 80 Prozent Taetigkeit fuer kontrollierende oeffentliche Hand?
5. Bei horizontaler Kooperation: gemeinsames Ziel im Gemeinwohlinteresse?

## Pruefraster Inhouse § 108 Abs. 1-5 GWB
### 1. Kontrolltest
Auftraggeber muss aehnliche Kontrolle wie ueber eigene Dienststelle ausueben (Teckal-Doktrin EuGH C-107/98).
- Personelle Steuerung: Bestellung der Mehrheit der Leitungsorgane.
- Strategische Steuerung: Weisungsbefugnis.
- Auch durch gemeinsame Kontrolle mehrerer oeffentlicher Auftraggeber moeglich (§ 108 Abs. 4 GWB).

### 2. Wesentlichkeitstest
Mindestens 80 Prozent der Taetigkeit des kontrollierten Auftragnehmers fuer die kontrollierende oeffentliche Hand. Restliche Taetigkeiten nur nebenbei (EuGH C-340/04 Carbotermo).

### 3. Privatkapital
Grundsaetzlich keine private Beteiligung. Ausnahme § 108 Abs. 1 Nr. 3 GWB: bestimmte nicht-kontrollierende Beteiligungen aufgrund gesetzlicher Anordnung.

## Pruefraster Horizontale Kooperation § 108 Abs. 6 GWB
1. Auftraggeber kooperieren auf vertraglicher Basis.
2. Kooperation dient gemeinsamem Gemeinwohlziel.
3. Kooperation wird von rein oeffentlichen Erwaegungen geleitet.
4. Weniger als 20 Prozent der vertragsgegenstaendlichen Taetigkeiten werden am Markt erbracht (EuGH C-480/06 Hamburg-Stadtreinigung).

## Vertragliche Umsetzung
- Inhouse-Vertrag: Gesellschafterstruktur, Kontrollrechte, Taetigkeitsbegrenzung, Reporting.
- Interkommunaler Vertrag: gemeinsames Ziel definieren, Marktteil < 20 Prozent festschreiben, Beendigungsrechte.

## Risiken bei Verlust der Inhouse-Eigenschaft
- Aufnahme privaten Kapitals -> Verlust Kontroll-Test.
- Steigender Marktanteil -> Verlust Wesentlichkeitstest.
- Fehlende Dokumentation -> Beweislast in Nachpruefungsverfahren beim Auftraggeber.
- Folge: De-facto-Vergabe, § 135 Abs. 1 Nr. 2 GWB -> Vertrag unwirksam.

## Output
- Inhouse-Pruefvermerk mit Kontrolltest, Wesentlichkeitstest, Privatkapital-Pruefung.
- Vertragsmodul Inhouse oder horizontale Kooperation.
- Monitoring-Konzept (Marktanteil, Kontrollstruktur).

## Quellenregel
EuGH-Linie (Teckal, Carbotermo, Hamburg-Stadtreinigung, Datenlotsen) und neuere BGH/OLG-Entscheidungen vor Ausgabe ueber curia.europa.eu und dejure.org verifizieren.
