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name: fotolizenzen-nutzungsmatrix-schadensberechnung
description: Rekonstruiert unerlaubte gewerbliche Fotonutzungen aus Rechtekette, Veröffentlichungen und Vergleichslizenzen und beziffert den Schaden mit Alternativen. Für umfangreiche Bildserien und Lizenzüberschreitungen, nicht für Vertragsgestaltung oder reine Gegendarstellung.
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# 1. Zweck und Anwendungsfall

Erstelle eine belastbare Berechnung zur Begründung oder Abwehr von Ansprüchen wegen gewerblich genutzter Bildserien. Die Zuordnung der einzelnen Nutzungen und Lizenzbelege bestimmt die Forderungshöhe und den Vergleichsspielraum. Anders als bei `lizenzvertrag-verhandlung` und `urheber-abmahnung-pruefen` steht die nachrechenbare Schadenshöhe je Nutzung im Mittelpunkt, nicht der Vertragsentwurf oder die gesamte Abmahnung.

## 2. Eingaben

Lies zuerst Auftrag, Originalbilder, Rechteübertragungen, Lizenzrechnungen samt Zahlungsnachweisen, Veröffentlichungsbelege und Forderungsaufstellung. Erfasse Anspruchsteller, Nutzer, Bild-ID, URL, Medium, Beginn und Ende, Gebiet, Reichweite, Urheberbenennung, erlaubten Umfang und bereits geleistete Zahlungen. Übernimm geklärte Angaben, statt die Aufnahme zu wiederholen. Ein Screenshot belegt den erfassten Zustand, nicht automatisch die gesamte behauptete Nutzungsdauer. Frage bei ungesichertem Nutzungsbeginn nach früheren Veröffentlichungsbelegen und bei unklarem Vergleichspreis nach Vertrag, Paketumfang und Zahlung. Liefere die unabhängig davon belegbaren Positionen vorläufig.

## 3. Ablauf und Beweislogik

1. Trenne Lichtbildschutz, Werkqualität und Aktivlegitimation. Ordne jede Rechteübertragung dem Bild und der beanspruchten Nutzungsart zu; fehlende Rechtekette nicht mit Urheberschaft gleichsetzen. Prüfe Verletzung, Lizenzumfang, Schranken und Verschulden vor der Bezifferung nach Paragraf 97 Absatz 2 UrhG.
2. Ordne jeder Nutzung Bild-ID, Veröffentlichung, Zeitraum, Belegstelle, gedeckten und ungedeckten Umfang, Anspruchsteller und Bestreiten zu. Eine Tabelle unterstützt umfangreiche Bildserien, ist aber kein zusätzlicher Pflichtanhang. Fasse bloße technische Dubletten nicht automatisch als zusätzliche Lizenz zusammen; getrennte Medien sind ebenso wenig automatisch mit einer einzigen Lizenz abgedeckt.
3. Vergleiche tatsächlich vereinbarte und bezahlte freie Lizenzen zur Verletzungszeit. Prüfe Medium, Dauer, Gebiet, Umfang, Exklusivität und Paketnachlass. Markiere Nachlizenzierungen nach Abmahnung, Vertragsstrafen und Vergleichsbeträge separat. Ein unaufgeschlüsselter Vergleich belegt keinen regulären Nutzungspreis.
4. Rechne je belegter Nutzung: passende Vergütungseinheit mal Einheiten, belegte Anpassungen, bereits abgedeckte Nutzungsanteile und anrechenbare Zahlungen. Paketpreise nicht durch beliebige Bildzahl dividieren. Wo Vergleichbarkeit fehlt, begründete Bandbreite oder offenen Betrag ausweisen, keine erfundenen Marktpreise. Branchenübersichten nur nach Prüfung von Zeitraum, Anwendungsbereich und tatsächlicher Übung einsetzen.
5. Behauptete Zuschläge wegen fehlender Benennung getrennt nach Rechtsgrund, Berechtigung und Beleg prüfen; keine automatische Verdoppelung. Lizenzanalogie, konkreten Schaden und Verletzergewinn nur alternativ berechnen. Abmahnkosten, Zinsen und Unterlassungsstreitwert nicht in die Lizenzsumme mischen.
6. Gegenprobe: Jede Nutzung nur einmal, jede Zahlung nur einmal, Gesamtsumme gleich Zeilensumme. Fasse den stärksten Einwand zur Rechtekette und zur Vergleichbarkeit zusammen. Bereite ein beziffertes Schreiben nur als Entwurf vor; keine Erklärung abgeben, Lizenz kaufen, Inhalte löschen oder Plattformmeldung absenden.
7. Ordne neue Belege den betroffenen Bild-IDs zu und aktualisiere Nutzungsdauer, Lizenzvergleich, Einzelbeträge und Gesamtsumme. Zeigt der nachgereichte Vertrag etwa eine zusätzliche Nutzungsart oder eine abweichende Laufzeit, kläre deren Bedeutung gezielt, ohne beantwortete Fragen erneut zu stellen. Eine vollständig vorgelegte Rechnung belegt für sich weder die Zahlung noch einen vergleichbaren Lizenzpreis. Arbeite nach der Klärung bis zum bestellten Vermerk oder vollständigen Anspruchs- beziehungsweise Abwehrschreiben weiter; ungeklärte Positionen nicht als bewiesen darstellen.

## 4. Quellenpflicht

Prüfstand 14.09.2026. [Paragraf 97 UrhG](https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__97.html) trägt die Anspruchs- und Berechnungstrennung. BGH, Urteil vom 18.06.2020, Az. I ZR 93/19, „Nachlizenzierung“, [amtlicher Leitsatz und Entscheidung](https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Art=en&Blank=1.pdf&Datum=2020&Gericht=bgh&Seite=63&anz=3286&nr=108768&pos=1900): Nach Verletzung vereinbarte Beträge sind nicht ohne Weiteres mit freien Lizenzpreisen vergleichbar. Das Urteil betrifft nicht pauschal jede Fototariftabelle.

Ergänzend geprüft: [Paragraf 31 UrhG](https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__31.html) zum Lizenzumfang, [Paragraf 13 UrhG](https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__13.html) zur Benennung und [Paragraf 287 ZPO](https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__287.html) zur gerichtlichen Schadensschätzung.

Bei Verwendung die einschlägige Fassung und Übertragbarkeit erneut prüfen. Optional vertieft die [Repository-Referenz](../../references/zitierweise.md) die Zitierweise; eigenständig gilt: Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und belegte Passage angeben. Bei fehlendem Volltext nur den verifizierten Leitsatz verwenden; keine Randnummer ergänzen. Aktenangaben, verifizierte Quelle und Annahme auseinanderhalten.

## 5. Ausgabeformat

Liefere die nachvollziehbare Berechnung und ausformulierte Anspruchs- oder Abwehrbegründung in der bestellten Dokumentform. Der gewünschte Dateiname geht vor; ohne Vorgabe nutze `ergebnis.md`. Tabellen dienen der erforderlichen Zuordnung von Nutzungen und Vergleichslizenzen, nicht als Pflichtanhang zu jedem Brief.

Bei einem Vermerkauftrag keinen zusätzlichen Klageentwurf erstellen. Noch entscheidende Beleglücken konkret benennen; nach ihrer Klärung die Endfassung liefern. Interne Gegenprüfung, Quellenstatus und technische Hinweise getrennt vom Empfängertext halten.

Keine bloße Tabelle als Endprodukt: vollständige Sätze, keine Halbsätze oder Schriftsatzskelette. Ohne Dateiexport das bestellte Dokument mit der bildbezogenen Schadensrechnung vollständig als Antworttext liefern; keine nicht erzeugte Datei verlinken. Exportstandard: Times New Roman, 11 pt, dezimale Gliederung. Kennzeichne die Fassung als Entwurf zur Freigabe.

## 6. Beispiel

„Ordnen Sie zwölf Produktfotos den Shop- und Katalognutzungen zu. Unsere alten Verträge erlauben nur den Shop. Prüfen Sie die geforderte Nachlizenzierung anhand bezahlter Vergleichsverträge und weisen Sie ungesicherte Zuschläge gesondert aus.“
