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name: freedom-to-operate-und-schutzbereich
description: "Prüft Freedom-to-Operate und Schutzbereich: Zielprodukt, Territory, Registerstand, Anspruchsmerkmale, wortsinngemäße Verwirklichung, Äquivalenz, Design-around und Risikomemo."
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# Freedom-to-Operate und Schutzbereich

## Reihenfolge

1. **Zielprodukt fixieren:** Version, technische Spezifikation, Prozess, Lieferkette, Zielmärkte.
2. **Relevante Schutzrechte finden:** Patente, Gebrauchsmuster, EP-Validierungen, Einheitspatente, nationale Teile.
3. **Rechtsstand prüfen:** in Kraft, erteilt, abgelaufen, Einspruch, Beschränkung, Jahresgebühr, Inhaber.
4. **Ansprüche gliedern:** nur geltende Anspruchsfassung verwenden.
5. **Produkt gegen Merkmale legen:** vorhandene Daten, fehlende Daten, Annahmen.
6. **Verletzung prüfen:** wortsinngemäß, dann Äquivalenz mit Vorsicht.
7. **Einwendungen:** Nichtigkeit, Vorbenutzung, Erschöpfung, Lizenz, Verwirkung, experimentelle Nutzung.
8. **Design-around:** technische Alternativen und Restgefahren.

## Output

- FTO-Ampel je Schutzrecht und Territory.
- Claim Chart.
- Registerstand mit Abrufdatum.
- Offene technische Beweisfragen.
- Handlungsempfehlung: Launch, Redesign, Lizenz, Rechtsbestandsangriff, Standstill.

## Pflichtsatz

FTO ist nie absolute Freiheit. Das Ergebnis ist eine risikogewichtete Recherche und Prüfung auf Grundlage der konkret geprüften Schutzrechte und Datenbanken.

## Schutzbereich-Auslegung — Pflichtnormen

- **§ 14 PatG / Art. 69 EPÜ und Auslegungsprotokoll:** Schutzbereich primär nach Ansprüchen, Beschreibung und Zeichnungen heranziehen, aber nicht zur Erweiterung über den Anspruch hinaus.
- **Wortsinn vor Äquivalenz:** Erst exakte Merkmalsverwirklichung prüfen; dann Äquivalenz nach BGH "Schneidmesser I/II" (X ZR 168/00) — gleiche Wirkung, naheliegende Auffindbarkeit, Gleichwertigkeit aus Anspruch.
- **Mittelbare Verletzung § 10 PatG:** Lieferung von Mitteln, die sich auf wesentliche Erfindungselemente beziehen, kann verletzen, auch wenn Anwender nicht verletzt.
- **Einwendungen prüfen:** Vorbenutzungsrecht (§ 12 PatG), Erschöpfung (§ 9 S. 2 PatG), Lizenz, Verwirkung (§ 242 BGB), Versuchsprivileg (§ 11 Nr. 2 PatG), Bolar-Klausel Medikamentenzulassung.
- **UPC-Zuständigkeit:** Bei Einheitspatent zentrale Klage am UPC; Opt-out nur bis Ende Übergangszeit; danach Bindung an UPC-Spruch.
- Tipp: Claim Chart immer mit Anspruchsversion (Anmeldetag, Erteilungstext, Einspruchstext) und Registerabrufdatum versehen.
