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name: gruendung-begleiten
title: Startup-Gründung begleiten
description: Führt eine deutsche UG- oder GmbH-Gründung vom vorhandenen Gründerkontext zügig zu einer vollständigen Satzung, Gesellschaftervereinbarung und Vollzugsplanung. Hauptsache-Skill für ein abgestimmtes Gründungspaket mit gezielten Rückfragen.
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/startup-gruender/skills/gruendung-begleiten
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: corporate
language: de
sources:
- title: Zitierweise
  path: references/zitierweise.md
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# Startup-Gründung begleiten

## 1. Zweck und Anwendungsfall

Führe den konkreten Gründungsauftrag zu verwendbaren Dokumenten. Dieser Hauptsache-Skill verbindet Rechtsform, Beteiligung, Satzung, Gesellschaftervereinbarung, Geschäftsführung und Gründungsvollzug. Er ist der Einstieg bei einem Gesamtauftrag; ein klar abgegrenzter Klauselauftrag braucht keine erneute vollständige Mandatsaufnahme. Beginne mit den vorhandenen Dateien und Antworten. Erstelle früh einen vollständigen ersten Satzungs- und SHA-Entwurf, sobald die dafür wesentlichen Angaben vorliegen; eine Liste von Fragen oder Vertragsüberschriften erfüllt diesen Auftrag nicht.

Richte die Bearbeitung nach der vertretenen Seite aus. Berate bei einem neutralen gemeinsamen Gründungspaket ausgewogen; lege echte Interessenkonflikte offen, ohne daraus automatisch einen Arbeitsstopp für die unstreitigen Entwurfsteile zu machen. Ein bestehendes autorisiertes Mandat wird nicht bei jeder Fortsetzung erneut abgefragt.

## 2. Eingaben

Nutze bereits genannte Personen, Rollen, Quoten, Rechtsformwunsch, Unternehmensgegenstand, Kapital, Geschäftsführer, Stand der Gründung, vorhandene Verträge, Zeitplan und gewünschte Sprache. Für eine individualisierte Satzung sind Firma, Sitz, Unternehmensgegenstand, Stammkapital sowie Zahl und Nennbeträge der Geschäftsanteile je Gründer entscheidend. Fehlen einzelne Identitätsdetails, nutze sichtbare Platzhalter, ohne ganze Regelungen wegzulassen. Kläre zusätzlich die bisher offenen Entscheidungen, die den beauftragten Entwurf tatsächlich ändern, etwa Kontrollrechte, Leaver-Regeln, IP-Beiträge oder Zweisprachigkeit.

## 3. Ablauf und Checkliste

### 3.1. Auftrag und verlässlichen Ausgangsstand bestimmen

Lies die vorgelegten Unterlagen einschließlich Tabellen, Nachrichten und Vertragsanlagen. Halte Beteiligte, Rollen, Quellen und Stichtag in einer kompakten Arbeitsgrundlage fest. Unterscheide bloße Idee, Vorgründung, beurkundete Vor-GmbH und eingetragene Gesellschaft. Ein Chat mit „wir haben gegründet“ ist kein Registerbeleg. Frage nur nach entscheidenden, nicht aus der Akte beantwortbaren Lücken; bündle zusammenhängende Fragen und begründe die jeweilige Auswirkung knapp.

### 3.2. Gründungsentscheidungen zügig übersetzen

Vergleiche UG und GmbH anhand Kapitalbedarf, Haftungsphase, Sacheinlagen, laufender Finanzierung und Investorenplan. Bei mehr als drei Gesellschaftern oder mehr als einem Geschäftsführer scheidet das vereinfachte Musterprotokoll aus; auch sonst müssen dessen gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sein. Berechne konkrete volle Euro-Nennbeträge, Zahlungsbedarf und Stimmrechte. Prüfe die Herkunft von Code, Geräten, Domains und bestehenden Verträgen. Stelle nur die für den konkreten Fall entscheidenden Alternativen gegenüber; liefere eine begründete Ausgangslösung und kennzeichne offene Mandantenentscheidungen.

Gleiche eine vorhandene Liquiditätsplanung mit Zahlungszeitpunkten und Belegen ab. Erfasse separat fällige Kautionen und andere Einmalzahlungen zusätzlich zu laufenden Kosten, ohne sie doppelt zu zählen; trenne private Verpflichtungen, angenommene Übernahmen und Gesellschaftszahlungen. Prüfe Einzahlungsannahmen, Vergütungsbeginn und auslaufende Verträge und benenne den Zeitpunkt der ersten Unterdeckung sowie den ungedeckten Bedarf im betrachteten Zeitraum. Unverbindliche Investorengespräche oder erwartete Kautionsrückzahlungen sind keine gesicherten Zuflüsse; bei einer nur monatlichen Planung bleibt die Deckung früherer Einzelfälligkeiten gesondert zu prüfen.

### 3.3. Das erste vollständige Dokumentenpaket erstellen

Erstelle die beauftragte Satzung und Gesellschaftervereinbarung in vollständiger Sprache. Verwende geklärte Daten durchgehend einheitlich. Fehlende wirtschaftliche Entscheidungen stehen als sichtbare, konkret erläuterte Variante im vorläufigen Entwurf und zusätzlich in einer getrennten kurzen Entscheidungsliste. Vermische nicht stillschweigend mehrere Alternativen. Bei gewünschter DE/EN-Fassung müssen Inhalt, Querverweise, Definitionen und Beträge übereinstimmen; lege die maßgebliche Sprachfassung bewusst fest. Prüfe notarielle Form für Übertragungspflichten und das Gesamtpaket.

### 3.4. Nur passende Spezialprüfungen anschließen

Nutze bei Bedarf die Fachskills dieses Plugins: `gruender-und-rollen-klaeren`, `rechtsform-und-kapital-waehlen` und `cap-table-planen` für die Grundlagen; `satzung-entwerfen`, `gesellschaftervereinbarung-entwerfen`, `vesting-und-ausstieg-regeln` und `gruender-ip-sichern` für Verträge; `geschaeftsfuehrung-regeln`, `geschaeftsfuehrer-status-pruefen`, `beirat-einrichten` und `mehrheiten-und-minderheiten-sichern` für Governance. Ziehe nur die jeweils erforderliche Anleitung heran. Ein Minderheitsanteil vermittelt durch einen Katalog qualifizierter Mehrheiten nicht automatisch umfassende Rechtsmacht; rechne die konkrete Quote gegen die maßgebliche Bezugsgröße. Ein dienstvertragliches oder schuldrechtliches Vetorecht ersetzt keine passende Satzungsregelung.

### 3.5. Vollzug und spätere Finanzierung abgrenzen

Plane mit `gruendung-und-register-vollziehen` und `bankkonto-und-geldwaesche-vorbereiten` die nächste belegbare Handlung. `produktstart-und-anmeldungen-planen` trennt Rechtsgründung von Betriebsvoraussetzungen. Die rechtliche Gründung kann schon vor Produktzulassung sinnvoll möglich sein. Series A/B sind bei einer Erstgründung nur die beauftragten Zukunftsvarianten; `finanzierungsrunde-vorbereiten` und `kapitalerhoehung-und-bezugsrechte-pruefen` vertiefen sie, wenn konkret nötig. Eine Tabelle mit Zukunftsquoten ist kein vollzogener Anteilserwerb.

### 3.6. Abgleichen und ohne unnötige Schleife übergeben

Prüfe das Paket mit `gruendungsunterlagen-abgleichen`: Namen, Kapital, Anteilsnummern, Quoten, Mehrheit, Zuständigkeit, Form und Vertragsfassungen müssen zusammenpassen. Integriere neue Antworten direkt in die betroffenen Dokumente und Rechnungen; wiederhole keine erledigte Aufnahme. Liefere den vollständigen bearbeitbaren Stand samt wenigen verbleibenden Entscheidungen. Erfinde weder eine Freigabevoraussetzung für interne Entwurfsarbeit noch einen Abschluss-Dialog, bevor du das Ergebnis zeigst. Eine externe Anmeldung, Erklärung oder Zahlung setzt ihren konkreten Auftrag voraus; vorhandene Autorisierung berücksichtigen.

## 4. Quellenpflicht

Lies aus [Gesellschaftsrecht](../../references/gesellschaftsrecht.md) die passenden Normanker sowie SG01, SG04 und SG06 für Leaver, Vorgründung und Satzung/SHA. Für Sozialstatus, Register, Geldwäsche und Produktstart nutze gezielt [Status, Register und Produkt](../../references/status-register-produkt.md).

Beachte [references/zitierweise.md](../../references/zitierweise.md). Verifiziere tragende Aussagen am für den Fall maßgeblichen Rechtsstand und an amtlichen Primärquellen. Zitiere Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tatsächlich gelesene Randnummer beziehungsweise Seite; erfinde keine Fundstelle. Der Quellenstand der Referenzen ist der 28.09.2026. Bei späterer Bearbeitung prüfe Änderungen; bei fehlendem Livezugriff kennzeichne genau die ungeprüfte Rechtsfrage und bearbeite die übrigen Teile weiter. Quellen- und Prüfvermerke bleiben außerhalb des unterschriftsreifen Vertragstexts.

## 5. Ausgabeformat

Liefere zuerst Satzung und SHA beziehungsweise das konkret bestellte Dokument; bei Bedarf folgen Cap Table, Organbeschlüsse, Geschäftsordnungen und Vollzugsplan. Eine getrennte Entscheidungsnotiz nennt je offener Frage die betroffene Regelung, Empfehlung und benötigte Angabe. Der interne Prüfvermerk unterscheidet belegt, widersprüchlich, Annahme und offen. Der Umfang folgt dem Auftrag; nicht jedes Modul erzeugt ungefragt einen weiteren Vertrag.

Das Endprodukt wird vollständig ausformuliert und in grammatikalisch vollständigen Sätzen geliefert. Klauselskelette, Halbsätze und reine Aufzählungsgerüste ersetzen keinen Vertrag oder Vermerk; bei Skelettcharakter arbeite das Ergebnis vor Übergabe neu aus. Tabellen dürfen Berechnungen, Zuständigkeiten und Vergleiche übersichtlich darstellen. Verwende für formatierte Dokumente, soweit technisch möglich, Times New Roman 11 pt und ausschließlich dezimale Gliederung mit Leerzeilen. Bei Markdown oder Chat steht der Exporthinweis getrennt vom Empfängerdokument. Liefere tatsächliche Dateilinks, wenn Dateien erzeugt wurden; behaupte keine nicht erzeugte Datei, Beurkundung, Anmeldung oder Behördenentscheidung.

## 6. Beispiele

### 6.1. Sieben Gründer mit klaren Quoten

Die sieben Personen, Unternehmensgegenstand, 25.000 EUR Kapital und Geschäftsführer stehen fest; nur eine Leaver-Abfindung ist offen. Erstelle Satzung und SHA jetzt vollständig mit einer klar bezeichneten Leaver-Variante und erläutere die noch zu entscheidende Kaufpreisregel. Stelle nicht sämtliche Stammdaten erneut zur Diskussion.

### 6.2. Fortsetzung nach neuer Information

Eine Gründerin legt einen früheren Arbeitsvertrag mit Rechteklausel vor. Aktualisiere die IP-Bewertung und die betroffenen Garantien; arbeite am übrigen Paket weiter. Gib nicht vor, der Code sei deshalb automatisch frei übertragbar.
