---
name: hilfsmittelantrag-pruefen
description: Prueft die rechtliche Anspruchsgrundlage fuer ein Hilfsmittel (Rollstuhl Hoerhilfe Brille Inkontinenzversorgung Prothese Pflegebett Treppenlift) im SGB V (gesetzliche Krankenversicherung) SGB IX (Teilhabe) SGB XI (Pflege) oder SGB XII (Sozialhilfe). Klaert Zustaendigkeit (Krankenkasse / Pflegekasse / Eingliederungstraeger / Sozialhilfetraeger) Antragspraxis Hilfsmittelverzeichnis (Spitzenverband Bund der Krankenkassen § 139 SGB V) Festbetraege Mehrkostenproblematik und typische Ablehnungsgruende. Erzeugt Antragsentwurf oder Widerspruchsentwurf.
---

# Hilfsmittelantrag prüfen

## Anspruchsgrundlagen im Überblick

### Krankenversicherung (SGB V)

- **§ 33 SGB V** Hilfsmittel zur Sicherung des Erfolgs der Krankenbehandlung zur Vorbeugung Behinderung oder zum Behinderungsausgleich.
- **§ 139 SGB V** Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands — Voraussetzung für Standard-Hilfsmittel.
- **§ 33 Abs. 6 SGB V** Festbetraege.
- **§ 33 Abs. 1 Satz 4 SGB V** Mehrkostenübernahme bei medizinisch begründetem Sondermodell.

### Pflegeversicherung (SGB XI)

- **§ 40 SGB XI** Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege (Pflegebett Rollstuhl mit Pflegemerkmalen) und zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel.
- **§ 40 Abs. 4 SGB XI** Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds (Treppenlift bis 4000 EUR pro Maßnahme im Regelfall).

### Eingliederungshilfe (SGB IX Teil 2)

- **§§ 102 ff. SGB IX** Leistungen zur sozialen Teilhabe einschließlich Hilfsmittel zur Teilhabe (z. B. Vorlesegerät für blinde Person Schulbegleitung Kommunikationshilfe).

### Sozialhilfe (SGB XII)

- **§§ 53 ff. SGB XII** Hilfen in besonderen Lebenslagen — subsidiaer.

## Prüfraster

### Bedarf

- Ärztliche Verordnung vorhanden?
- Eindeutige Indikation (medizinische Notwendigkeit Teilhabeziel Pflegeerleichterung)?
- Vergleich zwischen Standardversorgung und konkretem Wunschmodell.

### Zuständigkeit

- Welcher Träger ist primaer zuständig? Bei Streit § 14 SGB IX — Zuständigkeitsklärung binnen zwei Wochen sonst Vorleistungspflicht.
- Kommunikation mit der Kasse: Antrag immer schriftlich; Aktenzeichen vergeben; Frist § 18 SGB IX (zwei Monate für Rehabilitationsträger).

### Genehmigungsfiktion § 18 SGB IX / § 13 Abs. 3a SGB V

- **§ 13 Abs. 3a SGB V** — Krankenkasse muss innerhalb von drei Wochen über Antrag entscheiden (fünf Wochen bei MDK-Gutachten). Bei Untätigkeit gilt Antrag als genehmigt.
- **§ 18 SGB IX** — bei Teilhabe-Anträgen zwei Monate.
- Pflichtschritt: Frist im Fristenbuch (Skill `fristenbuch-sozialrecht`).

### Mehrkosten und Sondermodelle

- Versicherter darf Sondermodell auf eigene Kosten wählen (§ 33 Abs. 1 Satz 9 SGB V).
- Bei medizinischer Notwendigkeit der Mehrkosten Anspruch gegen die Kasse — Begründung mit Atteste und Vergleichsbewertung.

## Sondergeneralien

### Rollstuhl

- Elektrorollstuhl bei eingeschraenkter Bewegungsfähigkeit + Ausschluss handbetriebener Versorgung.
- Pflegerollstuhl bei stationärer Pflege über SGB XI möglich.

### Hörhilfe / Cochlea-Implantat

- Hörgeräteversorgung nach Hilfsmittelverzeichnis; Aufzahlung bei Sondermodellen.
- BSG-Rspr. zur Mehrkostenproblematik bei hochgradig Hörgeschädigten.

### Vorlesekraft / Hilfsmittel für blinde Personen

- Vorlesegerät als Hilfsmittel zur Teilhabe (SGB IX) oder bei Berufsausbildung beruflicher Teilhabe (Bundesagentur für Arbeit DRV SGB VI).
- Vorlesekraft als persönliche Assistenz nach SGB IX Teilhabe / Assistenz für Studium oder Beruf.

### Treppenlift / Wohnungsumbau

- Pflegekasse SGB XI § 40 bei pflegebedingtem Bedarf bis Höchstbetrag.
- Eingliederungshilfe oder Sozialhilfe ergänzend.

## Ausgabe

- Bei Ablehnung: Widerspruchsentwurf über Skill `widerspruch-formulieren` mit fachlichen Bausteinen.
- Bei Untätigkeit: Frist im Fristenbuch für Genehmigungsfiktion / Untätigkeitsklage § 88 SGG.
