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name: investorprofil-lp-gp-family-office
description: "Baut aus Anlegerstatus, Ticketgröße, Risikoappetit, Haltedauer, ESG-Vorgaben und regulatorischem Profil ein Investmentprofil im Private Equity Praxis."
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# Investorprofil: LP, GP, Family Office, Stiftung, Versicherung

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BGB §§ 305-310, AGBG (alt), EuGH zu Klauseltransparenz (z. B. C-26/13, C-186/16), VerbrG; GmbHG §§ 5, 15, 16, 53, AktG §§ 182, 192, 202, UmwG, KAGB, BGB §§ 311b, 145 ff., EStG § 17 — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Fachkern: Investorprofil: LP, GP, Family Office, Stiftung, Versicherung
- **Normen-/Quellenanker:** GmbHG, AktG, UmwG, GWB/FKVO, AWG/AWV, KAGB/AIFM-Bezug, LMA-Finanzierung, InsO/StaRUG, Steuer- und Managementbeteiligungsfragen.
- **Entscheidende Weiche:** Bestimme Dealphase, Fondsrolle, Target-Risiko, Finanzierungsstruktur, Consent/CP, Exit-Auswirkung und Konflikt zwischen Sponsor, Management, Lender und Co-Investor.

## Worum geht es konkret

Der Skill liefert ein präzises Investorprofil als Arbeitsgrundlage für Mandatsannahme, Fondsbeitritt, Side Letter, Co-Investment und IC-Memo. Das Profil entscheidet, welche Anlagebedingungen einschlägig sind, welche Sub-Doc-Variante (Spezial-AIF, ELTIF, EuVECA) gewählt wird und welche regulatorischen Sonderregeln (VAG, Versorgungswerke, kirchliche Stiftungen) zu beachten sind.

## Wann dieses Modul hilft / Kaltstart-Fragen

1. Welche Anlegerkategorie nach § 1 Abs. 19 KAGB: professionell, semiprofessionell, Privatanleger?
2. Domizil und steuerliche Ansässigkeit (DE, EU, Drittstaat; FATCA/CRS)?
3. Aufsichtsregime: VAG (Versicherer/Pensionskasse), SGB IV/VAG (berufsständische Versorgungswerke), Stiftungsrecht, Kirchenrecht, IORP-II?
4. Ticketgröße und Konzentrationsgrenzen (Anlageverordnung-AnlV-Quoten, eigene Anlagerichtlinie)?
5. Haltedauer-Erwartung (Fonds-Laufzeit 10+2 Jahre Standard vs. Evergreen)?
6. ESG-Mandat: SFDR Art. 6/8/9, Taxonomie-Quote, eigene Ausschlusslisten?
7. Side-Letter-Erwartungen (MFN, ESG-Reporting, Excuse-Rights, No-Fault Divorce)?
8. Reporting-Sprache, IFRS/HGB, Datenformat ILPA?

## Rechtlicher und transaktionaler Rahmen

KAGB-Anlegerkategorien: professionell (Annex II MiFID II), semiprofessionell (§ 1 Abs. 19 Nr. 33 KAGB, Mindestticket 200 000 EUR plus Eignungsprüfung), Privatanleger; VAG §§ 124, 215 für Versicherer mit Bezug auf AnlV-Quoten (typisch 35 Prozent Risikokapitalquote, 7.5 Prozent Beteiligungsquote, jeweils vom Anwender mit aktueller AnlV-Fassung zu prüfen); SGB IV § 80 für Versorgungswerke; BGB §§ 80 ff. Stiftungsrecht (seit Reform 2023 bundeseinheitlich); GwG §§ 10 ff.; FATCA-Selbstauskunft Form W-8/W-9; CRS-Meldung nach FKAustG; Sanktionsscreening (EU 833/2014 Russland, EU 269/2014 Belarus, OFAC SDN).

## / Schritt für Schritt

1. Anlegerstatus nach KAGB definitiv einordnen — semiprofessionell erfordert dokumentierte Eignungsprüfung.
2. Aufsichtsregime mappen (VAG, IORP-II, Stiftung) und resultierende Quotengrenzen abfragen.
3. KYC-Paket scoping: UBO-Kette, Quellnachweis, Sanktionsscreening.
4. Side-Letter-Wunschliste mit MFN-Logik abgleichen und Kollisionsrisiko mit anderen LPs prüfen.
5. ESG-Profil dokumentieren: SFDR-Kategorie des Fonds vs. LP-Vorgabe, eigene Negativliste.
6. Investmentprofil als IC-fähigen Onepager liefern (Ticket, Allocation, Side-Letter-Wünsche, KYC-Status, ESG, Reporting).

## Trade-off-Matrix

| Profil A | Profil B | Empfehlung |
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| Versicherer mit AnlV-Bindung | Family Office ohne AnlV | Versicherer benötigt Anlageverordnungsbescheinigung; Family Office freier in Vehikelwahl |
| Spezial-AIF | ELTIF 2.0 | Spezial-AIF für rein professionell/semiprofessionell; ELTIF wenn Retail-Zugang gewünscht |
| Direktes Co-Investment | Investition über SPV/Feeder | SPV bei mehreren LPs zur Bündelung von Stimmrechten und Reporting |
| MFN bei jedem Side Letter | Kategorisierter MFN (nach Ticketgröße) | Kategorisierter MFN reduziert administrative Last und Kollisionen |

## Praktikertipps Big-Law-PE

- Versicherer und Versorgungswerke benötigen typischerweise eine "AnlV-Bescheinigung" — Frühzeitig mit Aktuar/Tax abstimmen.
- Stiftungen müssen Vermögenserhalt und ggf. ordentliche Erträge sicherstellen — Carry-strukturierte Long-Lock-Up-Vehikel passen nicht zu jeder Stiftung.
- Family Offices erwarten oft individuelle Side Letter mit Co-Invest-Rechten und Most-Favoured-Nation; klare MFN-Kategorien definieren.
- Bei Drittstaat-LPs (Schweiz, USA, Naher Osten) frühzeitig FATCA/CRS-Klassifikation und Vertriebsregistrierungen klären.
- "Excuse Rights" für Sharia-, Tabak-, Waffen-, fossile Energieträger-Investments standardisieren — sonst LPA-Conflict.

## Mustertexte / SPA-Klauseln

MFN-Klausel (gestuft, EN/DE):

> Each Tier-A Limited Partner (commitment >= EUR 100m) shall be entitled to elect any rights granted to any other Tier-A or Tier-B Limited Partner in a side letter. / Jeder Tier-A-Anleger (Zusage >= 100 Mio. EUR) hat Anspruch darauf, sämtliche Rechte zu wählen, die anderen Tier-A- oder Tier-B-Anlegern in einem Side Letter gewährt werden.

Excuse Right (Standardklausel):

> A Limited Partner may be excused from a Capital Call to the extent participation would breach (i) an applicable law or regulation, (ii) the LP's articulated exclusion policy as set out in Schedule [X], or (iii) such LP's fiduciary obligations.

## Typische Fehler

- "Professionell" und "semiprofessionell" als Synonyme behandeln — Mindestticket und Eignungsprüfung sind unterschiedlich.
- AnlV-Quoten und Konzentrationsgrenzen erst nach Subscription prüfen — Closing-Risiko.
- FATCA-Forms zu spät einsammeln — Bank verweigert Konto, Closing rutscht.
- MFN ungestuft gewähren — späterer Side Letter zwingt zu Massen-Anpassungen.

## Quellen Stand 06/2026

- KAGB § 1 Abs. 19 (Anlegerkategorien); §§ 281 ff. (Spezial-AIF).
- VAG §§ 124, 215 i.V.m. AnlV (aktuelle Fassung vom Anwender zu prüfen); SGB IV § 80.
- BGB §§ 80 ff. Stiftungsrecht (Reform 2023).
- GwG §§ 10 ff.; FKAustG (CRS); FATCA-Abkommen DE-USA.
- SFDR (VO (EU) 2019/2088); EU-Taxonomie-VO 2020/852.
- IORP-II-RL (EU) 2016/2341.
