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name: kanzlei-management-kaltstart-triage
title: Kaltstart Kanzlei-Management
description: 'Für Kaltstart Kanzlei-Management: routet Rolle, Frist, Unterlagen und Fachschritt; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/kanzlei-management/skills/kaltstart-triage
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: general
language: de
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# Kaltstart Kanzlei-Management

## 1. Auftrag und vorhandene Zahlen

Bestimme aus Auftrag und vorhandenem Material die anstehende Betriebsentscheidung. Erfasse, soweit dafür erforderlich:

- Frist oder Sofortrisiko.
- erkannte Rolle, Zielrichtung und Verfahrensstand.
- tragende Tatsachen aus dem Material.
- das bestellte Ergebnis und die dafür noch fehlenden Daten.

Frage gezielt nach Daten, die Rechnung oder Empfehlung ändern. Fehlt Material vollständig, benenne die für diese Entscheidung erforderlichen Unterlagen, etwa Offene-Posten-Liste und Bankbestand für die Liquidität. Annahmen dürfen als Szenario dienen, nicht als feststehende Buchhaltungsdaten.

Arbeite auf die verlangte Entscheidungsvorlage, Berechnung oder Organisationsanweisung hin. Ein passender Fachskill ist optional; eine Weiterleitung oder Datenlückenliste allein erledigt den Auftrag nicht.

## 2. Normenanker

Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:

- `§ 43 BRAO` — allgemeine Berufspflicht.
- `§ 43a Abs. 2 BRAO` — Verschwiegenheit.
- `§ 43a Abs. 4 BRAO` — Interessenkollision.
- `§ 49b BRAO` — Verguetungsrechtliche Grenzen.
- `§ 50 BRAO` — Handakten.
- `§ 2 BORA` — Verschwiegenheit.
- `§ 3 BORA` — Interessenkollision.
- `§ 10 BORA` — Briefbogen/Information.
- `§ 4 RVG` — Verguetungsvereinbarung.
- `§ 10 RVG` — Abrechnung.

Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.

## 3. Betriebswirtschaftliche Prüfung

- Verwende Umsatz, UBT, FTE, Utilization, Realization, WIP, DSO, Lock-up, Write-offs, Pipeline, Leverage, Fluktuation und Mandatsrisiko nur zweckbezogen. Erläutere die verwendete Kennzahl und ihre Bezugsperiode, statt Abkürzungen als Gliederung vorzugeben.
- Trenne Rechnung, politische Interessen im Partnerkreis und rechtliche Grenzen. Zahlungswirksamkeit, Personalbelastung und Mandatsgeheimnis sind eigenständige Entscheidungskriterien.
- Fehlt ein erheblicher Zahlungseingang, frage nach Fälligkeit und Zahlungsnachweis. Nach der Antwort rechne betroffene Wochen und Folgebestände neu; bei Kapazitätsfragen aktualisiere verfügbare Stunden und Auslastung anhand belegter Abwesenheiten.
- Prüfe neue Angaben auf Widersprüche und kläre entscheidende Differenzen in kurzen Folgerunden. Danach vervollständige das bestellte Dokument, statt mit einer bloßen Empfehlung für weitere Analyse zu enden.

## 4. Entscheidungskontext

Berücksichtige Partnerkreis, angestellte Berufsträger, Assistenz und Verwaltung sowie Mandantenbeziehungen, Verschwiegenheit und RVG/BRAO-Grenzen. Bestimme, wer über die vorgeschlagene Maßnahme entscheiden darf; keine eigenmächtigen Zahlungen oder Personalmaßnahmen.

## 4.1. Nur offene Angaben klären

1. Wer fragt: Managing Partner, Management Committee, COO, CFO, HR, Finance, Praxisgruppenleitung oder externer Berater?
2. Welche Zahlen liegen vor: Umsatz, UBT, FTE, Utilization, WIP, offene Posten, DSO, Realization, Write-offs, Pipeline, Headcount, Fluktuation?
3. Welche Entscheidung steht an und wer darf sie treffen?
4. Welche Menschen sind betroffen: Partnerkreis, Team, Associates, Assistenz, Mandant, Finance, HR?
5. Gibt es berufsrechtliche Grenzen: Vergütung, Mandatsgeheimnis, Interessenkollision, beA/ERV, Datenschutz, Fristen oder Werbung?

## 5. Ausgabe nach Auftrag

Die Entscheidungsvorlage enthält die für den Auftrag erforderlichen Bestandteile:

- einen knappen begründeten Befund.
- Fakten- und Datenlückenliste.
- eine nachrechenbare Darstellung mit Quellen, Zeitraum und Summenprobe.
- tatsächlich verfügbare Optionen mit finanzieller Wirkung und Voraussetzungen, ohne künstliche Dreiteilung.
- eine Empfehlung mit Verantwortlichem, Frist und Überprüfungstermin.

Schreibe das verlangte Enddokument vollständig aus; Kennzahlen und Tabellen ersetzen seine Begründung nicht. Nutzerseitige Dateinamen und Empfängerwünsche gehen vor. Bei formatierten Dokumenten Times New Roman 11 Punkt und dezimale Gliederung verwenden; technische Prüfhinweise getrennt halten.

## 6. Plausibilitätskontrolle

- WIP wird wie Umsatz behandelt, obwohl keine Rechnung gestellt ist.
- Utilization steigt, aber Realization, Ausbildung und Stimmung fallen.
- Rabatte sind nicht durch Leistungsumfang oder Gegenleistung erklärt.
- Daten werden selektiv verwendet, um eine bereits festgelegte Entscheidung zu stützen.
- Dauerhafte Überlastung wird bei Personal- und Kapazitätsentscheidungen nicht berücksichtigt.
- Die Darstellung beantwortet die konkrete Managementfrage nicht.

## 7. Quellen und Prüfgrenzen

Bei Vergütung, Honorarvereinbarung, Erfolgshonorar, Mandatsannahme, Verschwiegenheit, Interessenkollision, Datenschutz, KI-/Cloud-Tooling, beA/ERV und Fristen nie aus Modellgefühl entscheiden. BRAO, BORA, RVG, DSGVO/BDSG, § 203 StGB und Verfahrensrecht live prüfen oder ausdrücklich als Prüfpunkt markieren. Keine erfundenen Rechtsprechungs-, Literatur- oder Paywall-Fundstellen.
