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name: kartellrecht-und-ordoliberalismus
description: "Deutsche Rechtsgeschichte: Kartellrecht und Ordoliberalismus. Kartellrecht im Kaiserreich (Kohlen-Kartell-Entscheidung RG 1897), GWB 1957, Bundeskartellamt und EU-Kartellrecht Art. 101-102 AEUV im Deutsche Rechtsgeschichte."
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# Kartellrecht und Ordoliberalismus

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.
- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Worum es geht

Das Kartellrecht in Deutschland begann mit einem liberalen Verstaendnis: Das Reichsgericht erkannte in der Sachsische Holzstoff-Entscheidung 1897 Kartelle als zulässig an. Das NS-Regime foerderte sogar Zwangskartelle. Die Ordoliberalen (Eucken, Boehm) kaempften nach 1945 für ein starkes Kartellverbot. Das GWB vom 27. Juli 1957 (BGBl. I 1957, 1081) schuf das erste effektive Kartellverbot, aber mit Ausnahmen und dem Missbrauchsprinzip statt Verbotsprinzip für Marktbeherrschung. Das EU-Kartellrecht (Art. 81, 82 EGV, heute Art. 101, 102 AEUV) praegt seit den 1960ern das deutsche Kartellrecht. Das Bundeskartellamt (gegr. 1958) setzt das GWB durch.

## Kernnormen / Kernquellen

- **GWB 1957 (BGBl. I 1957, 1081)**: Deutsches Kartellrecht, Kartellverbot und Missbrauchsaufsicht
- **GWB § 1**: Kartellverbot
- **GWB § 19**: Marktmachtmissbrauch
- **AEUV Art. 101**: Kartellverbot EU-Recht
- **AEUV Art. 102**: Missbrauch marktbeherrschender Stellung
- **RG-Kohlen-Kartell 1897 (RGZ 38, 155)**: Historische Leitentscheidung

## Akteure und Institutionen

- **Franz Boehm** (1895-1977): GWB-Vater, Ordoliberalismus
- **Ludwig Erhard** (1897-1977): Politischer Durchsetzer des GWB
- **Bundeskartellamt (BKartA)**: Aufsichtsbehoerde seit 1958
- **EU-Kommission DG Comp**: Europaeische Kartellbehoerde

## Typische Streitfragen / Forschungsfragen

1. GWB 1957: Verbotsprinzip oder Missbrauchsprinzip als richtige Grundlage?
2. RG 1897 und Kartellfreiheit: Wie weit war das von heutiger Sichtweise entfernt?
3. EU-Kartellrecht vs. GWB: Dual-Track-System oder effektive Einheit?
4. Ordoliberalismus: Hat das GWB seine Versprechen erfuellt?
5. Digitale Marktmacht: GWB § 19a (2021) als Reaktion auf Google, Apple, Amazon?

## Methodik

- GWB: gesetze-im-internet.de; historisch RGBl. 1957, 1081
- AEUV: eur-lex.europa.eu
- BKartA-Entscheidungen: bundeskartellamt.de
- RG 1897: RGZ 38, 155 in historischen Entscheidungssammlungen

## Output

- Zeitleiste Kartellrecht: RG 1897 bis GWB 2021
- GWB § 1 und Art. 101 AEUV: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- GWB § 19a (2021): Digitale Marktmacht-Regulierung
