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name: ki-kompetenz-erwerb-plan
description: "Schulungsplan nach Art. 4 KI-VO für Kanzleien: technisches Grundwissen, praktische Anwendung in einer Sandbox-Umgebung, strukturierte bedarfsgerechte Schulungsmodule, Dokumentation der Schulungsteilnahme sowie jährliche Aktualisierung."
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# KI-Kompetenz Erwerb Plan

Art. 4 KI-VO verpflichtet Betreiber von KI-Systemen, sicherzustellen, dass ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Diese Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025. Der Skill beschreibt, wie ein praxistauglicher Schulungsplan für Kanzleien aufgebaut werden kann, der dieser Pflicht gerecht wird.

## Rechtlicher Hintergrund

Art. 4 KI-VO: Pflicht zur KI-Kompetenz — kontextspezifisch, keine formale Zertifizierungspflicht, aber Maßnahmen „nach besten Kräften" erforderlich. Art. 3 Nr. 56 KI-VO: Definition KI-Kompetenz — Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis für sachkundigen KI-Einsatz sowie Bewusstsein für Chancen und Risiken. Erwägungsgrund 20 KI-VO: KI-Kompetenz soll Betreiber befähigen, fundierte Entscheidungen über KI-Systeme zu treffen. Art. 26 Abs. 5 KI-VO: Bei Hochrisiko-Systemen muss der Betreiber sicherstellen, dass das zuständige Personal über die notwendige Kompetenz, Schulung und Autorität verfügt. § 43 BRAO: Gewissenhaftigkeit schließt kompetenten Umgang mit genutzten Hilfsmitteln ein. Haftungsrisiko: Mangelnde KI-Kompetenz kann bei Kausalität für einen Schaden Haftungsfolgen auslösen.

## Vorgehen

1. **Kompetenzniveau erfassen**: Bestandserhebung — welche KI-Kenntnisse haben Mitarbeitende bereits? Strukturierte Selbsteinschätzung oder kurzer Test.
2. **Schulungsmodule entwickeln**: Mindestens drei Module: (a) Grundlagenmodul — Was ist KI, wie funktioniert sie, welche Risiken gibt es? (b) Rechtliches Modul — DSGVO, Berufsrecht, KI-VO-Grundlagen. (c) Praxismodul — Sicherer Umgang, Quellenprüfung, Prompt-Techniken.
3. **Sandbox-Umgebung einrichten**: Vor dem produktiven Einsatz üben Mitarbeitende in einer Testumgebung mit fiktiven Akten und anonymisierten Daten.
4. **Schulungen dokumentieren**: Teilnahme, Inhalte, Datum und Schulende/Schulender schriftlich festhalten; Unterschrift der Teilnehmenden.
5. **Jährliche Aktualisierung**: KI-Technologie und Rechtslage entwickeln sich schnell; mindestens einmal jährlich Schulungsunterlagen und -inhalte aktualisieren.
6. **Differenzierung nach Rolle**: Anwälte brauchen tiefere rechtliche und kritische Kompetenz; nicht-anwaltliche Mitarbeitende brauchen vor allem praktische Regeln und Warnsignale.

## Vorlagentext / Bausteine

**Baustein Schulungsplan-Grundstruktur:**

**Modul 1 — Grundlagenkompetenz (2 Stunden):**
Themen: Funktionsweise generativer KI-Systeme, Unterschied regelbasierte Systeme vs. neuronale Netze, Stärken und Grenzen von KI-Systemen, das Halluzinationsproblem, Überblick KI-Anbieter auf dem Markt.

**Modul 2 — Rechtliches Basiswissen (2 Stunden):**
Themen: DSGVO-Grundsätze beim KI-Einsatz, anwaltliche Verschwiegenheit und KI (§ 43a BRAO, § 43e BRAO, § 203 StGB), KI-VO-Grundlagen (Art. 3 Nr. 4 Betreiber, Art. 4 KI-Kompetenz), urheberrechtliche Grenzen beim Upload, Compliance-Regelsatz der Kanzlei.

**Modul 3 — Praxiskompetenz (3 Stunden):**
Themen: Effektives Prompten (Vier-Elemente-Methode), Anonymisierungstechniken, Quellenprüfung im Praxistest, Erkennen von Halluzinationen, Sandbox-Übungen mit fiktiven Fällen.

**Baustein Dokumentation:**
Die Teilnahme an Schulungsveranstaltungen zum KI-Einsatz wird schriftlich dokumentiert. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer bestätigt durch Unterschrift, dass die Schulungsinhalte vermittelt wurden und verstanden wurden. Die Dokumentation wird für mindestens drei Jahre aufbewahrt.

**Baustein Jährliche Aktualisierungspflicht:**
Die Schulungsunterlagen und -inhalte werden jährlich — spätestens bis [Monat] — auf Aktualität überprüft und an neue Rechtsentwicklungen, neue KI-Systeme und neue Erkenntnisse zu Risiken angepasst. Alle Mitarbeitenden nehmen jährlich an einer Aktualisierungsschulung teil.

## Hinweise zur Aktualisierung

Neue Leitlinien des Europäischen KI-Büros zur Auslegung des Art. 4 KI-VO sowie EU-FAQs zur KI-Kompetenz (FAQ der EU-Kommission zur KI-Kompetenz) und Hinweise der Bundesnetzagentur sind in die Schulungsunterlagen aufzunehmen. Die Schulung sollte zudem aktuelle Urteile zur KI-Haftung einbeziehen.
