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name: legw-rechtsfolgenabschaetzung-leitfaden
description: "Leitfaden Gesetzesfolgenabschaetzung GFA: monetaer, nicht monetaer, KMU-Test, Nachhaltigkeitspruefung. Pruefraster fuer Ressort und Verband."
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# LegW: Gesetzesfolgenabschaetzung

## Aufgabe
Leitfaden Gesetzesfolgenabschaetzung GFA: monetaer, nicht monetaer, KMU-Test, Nachhaltigkeitspruefung.

## Kaltstart
Frage zu Beginn nur ab, was fuer den naechsten Schritt unverzichtbar ist. Wenn Material vorliegt, mit dem Material arbeiten und nur eine gezielte Rueckfrage stellen.

1. **Rolle und Ziel:** Wer fragt, welche Rolle, welcher gewuenschte Output (Memo, Schriftsatz, Tabelle, Checkliste)?
2. **Sachverhalt:** Welche unstreitigen Tatsachen liegen vor, was ist streitig, was fehlt noch?
3. **Fristen:** Gibt es Termine, Fristen, eilbeduerftige Schritte?
4. **Unterlagen:** Welche Dokumente, Bescheide, Vertraege, Auszuege liegen vor?
5. **Format:** Wie ausfuehrlich, fuer wen, in welcher Tonalitaet?

## Pruefraster Gesetzesfolgenabschätzung (GFA)

### 1. Rechtsgrundlagen
- **§ 44 GGO** (Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien): Verpflichtung zu wesentlichen Folgenabschätzungen.
- **NKRG** (Gesetz zur Einsetzung eines Nationalen Normenkontrollrats): Erfüllungsaufwand-Pflicht.
- **Konzept GFA** des Bundesministeriums des Innern (Handbuch GFA, regelmäßig aktualisiert).
- **BREG-Beschluss "Bessere Rechtsetzung"** (Stand 2018, Aktualisierungen).
- **HdR** (Handbuch der Rechtsförmlichkeit, 3. Aufl., BMJ) als Begleitwerk.

### 2. Bestandteile der GFA

| Modul | Inhalt |
|---|---|
| **Erfüllungsaufwand (EA)** | Bürger, Wirtschaft, Verwaltung; Fallzahl x Zeitwert x Häufigkeit; nach Standardkostenmodell (SKM) |
| **Sonstige Kosten** | Direkte und indirekte Folgekosten ohne Standardmessgröße |
| **Auswirkungen Demografie** | Bevölkerungsentwicklung, Migration, Altersstruktur |
| **Auswirkungen Gleichstellung** | Frauen / Männer; Diversity |
| **Auswirkungen Nachhaltigkeit** | Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS); 17 SDGs |
| **KMU-Test** | Spezifische Wirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen |
| **Auswirkungen EU-Recht** | Goldplating-Vermeidung; EU-Notifizierung |
| **Evaluierung** | Ab welchem Zeitpunkt; durch wen; mit welcher Methodik (oft 3-5 Jahre nach Inkrafttreten) |

### 3. Methodik Erfüllungsaufwand

- **Standardkostenmodell** (SKM): Identifikation Informationspflichten / Standardaktivitäten.
- **Fallzahl** = wie viele Adressaten?
- **Häufigkeit** = wie oft je Fall?
- **Zeit / Kosten je Standardaktivität** = empirisch ermittelte Werte.
- **Berechnung**: Fallzahl × Häufigkeit × (Zeit × Lohnsatz + Sachkosten).
- **Lohnsätze** Statistisches Bundesamt; differenziert nach Qualifikationsniveau.

### 4. KMU-Test

- **Definition KMU** nach EU-Empfehlung 2003/361/EG: bis 250 Beschäftigte und Umsatz bis 50 Mio. Euro oder Bilanzsumme bis 43 Mio. Euro.
- Spezifische Belastungsanalyse: ob KMU überproportional betroffen sind.
- Erleichterungen prüfen: KMU-Bonus, Ausnahmen, Schwellenwerte, Selbstanzeige statt Vorabprüfung.

### 5. NKR-Prüfung

- **NKR** (Nationaler Normenkontrollrat) prüft Methodik und Vollständigkeit der EA-Darstellung — nicht politische Bewertung.
- **Stellungnahme** wird Teil des Gesetzentwurfs für Kabinett und BT/BR.
- **Bürokratiekostenindex** und **One-In-One-Out** als politische Zielmarken.

## Verfahrensweise (Übersicht)

1. **Frühe Identifikation** Folgen während Konzeptphase.
2. **Detaillierte EA-Berechnung** vor Referentenentwurf.
3. **NKR-Vorabprüfung** § 4 NKRG.
4. **Begründungsteil zum Gesetzentwurf** mit GFA-Modulen.
5. **Evaluation** nach Inkrafttreten gemäß vorgegebenem Zeitraum.

## Praxisfallen

- **Unvollständiger Erfüllungsaufwand**: NKR moniert; verzögert Verfahren.
- **One-In-One-Out**: politische Selbstverpflichtung Bundesregierung; jede zusätzliche Belastung soll durch Abbau anderer Norm kompensiert werden.
- **Goldplating** = nationale Verschärfung über EU-Vorgabe hinaus; ist begründungspflichtig und politisch sensibel.
- **Nachhaltigkeitsprüfung** nach DNS: 17 SDGs konkret bewerten, nicht nur als Listenpunkte.
- **Evaluierung im Gesetz selbst** verankert: oft "nach 5 Jahren Bericht der Bundesregierung an Bundestag".
- **Frühe Verbandsbeteiligung** verbessert Datenqualität für EA-Berechnung.

## Plugin-Kontext
Dieser Skill gehoert zum Plugin `legistik-werkstatt`. Er ergaenzt die uebrigen Skills des Plugins um einen vertieften Spezialfall oder eine systematische Einfuehrung. Bei Folgefragen werden andere Skills des Plugins als Anschluss vorgeschlagen.

## Output-Module
- Strukturierter Pruefvermerk im Gutachtenstil mit klaren Ueberschriften.
- Tabellen und Checklisten, wo das die Lesbarkeit erhoeht.
- Anschreiben-, Antrags- oder Klageschriftsatz-Geruest, wenn die Aufgabe das verlangt.
- Quellenliste mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, frei pruefbarem Link.

## Quellenregel
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei pruefbarem Link (`dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu`).
- Keine Zitate aus `anwalt24.de`. Keine `BeckRS` als alleinige Fundstelle bei tragenden Aussagen.
- Aufsaetze mit Verfasser, Zeitschrift, Jahr, Heft (falls relevant) und Seite.
- Kommentare mit Bearbeiter und Randnummer.
- Annahmen explizit als solche kennzeichnen, keine Erfindungen.

## Was dieser Skill nicht macht
- Kein Ersatz fuer eine vollstaendige Mandantenberatung.
- Keine Festlegung des Mandanten ohne dessen ausdrueckliche Entscheidung.
- Keine Bewertung von Tatsachen, die nicht durch Unterlagen oder klare Mandantenangaben gedeckt sind.
- Bei erkennbaren Interessenkonflikten oder Berufsrechtsfragen Hinweis an den fallfuehrenden Anwalt.
