---
name: neu-010-november-1918-uebergangsrecht-revolution-und-kontinu
description: "Deutsche Rechtsgeschichte: November 1918 Übergangsrecht Revolution und Kontinuität im Deutsche Rechtsgeschichte."
---

# Deutsche Rechtsgeschichte: 010 November 1918 Uebergangsrecht Revolution Und Kontinu

## Historische Quellenanker

Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:

- `Art. 20 Abs. 3 GG` — rechtsstaatlicher Gegenwartsanker.
- `Art. 1 Abs. 1 GG` — Menschenwuerde als Zäsur- und Kontinuitaetsmassstab.
- `Art. 123 Abs. 1 GG` — Fortgeltung vorkonstitutionellen Rechts.
- `Art. 125 GG` — Fortgeltung als Bundesrecht.
- `Art. 126 GG` — Meinungsverschiedenheiten über Fortgeltung.
- `Art. 20 Einigungsvertrag` — öffentlicher Dienst und Rechtsuebergang.
- `Art. 21 Einigungsvertrag` — Verwaltungsvermögen.
- `Art. 22 Einigungsvertrag` — Finanzvermoegen.
- `§ 1 VermG` — Anwendungsbereich Vermögensgesetz.
- `§ 3 VermG` — Rückübertragung.

Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.
- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Ereignisse

- **29.10.1918**: Matrosenaufstand in Kiel.
- **09.11.1918**: Ausrufung der Republik durch Scheidemann (Reichstag) und Liebknecht (Stadtschloss).
- Abdankung Wilhelms II.
- Provisorische Regierung: Rat der Volksbeauftragten (SPD + USPD).

## Stinnes-Legien-Abkommen 15.11.1918

- Vereinbarung zwischen Industriellen (Stinnes) und Gewerkschaften (Legien).
- Anerkennung der Gewerkschaften als Tarifpartner.
- Achtstundentag.
- Bildung Zentralarbeitsgemeinschaft.

## Verordnungen des Rates der Volksbeauftragten

- **12.11.1918**: 8-Stunden-Tag.
- **12.11.1918**: Wahlrecht für Frauen (Reichswahlgesetz folgt 30.11.1918).
- **14.11.1918**: Sozialversicherung erhalten.
- **23.11.1918**: Aufhebung der Gesindeordnungen.
- **15.01.1919**: Vorlaeufige Reichsverfassung.

## Wahlen und Nationalversammlung

- **19.01.1919**: Wahl zur Nationalversammlung.
- Erstmals Frauen aktiv und passiv wahlberechtigt.
- Konstituierung in Weimar **06.02.1919**.

## Verabschiedung der Verfassung

- **31.07.1919**: Verabschiedung der Reichsverfassung.
- **11.08.1919**: Verkuendung durch Reichspraesident Ebert.

## Rechtskontinuitaet trotz Revolution

- Kontinuitaet von Reichsgesetzen (BGB, StGB, HGB, ZPO).
- Wechsel nur in der Verfassungs- und Symbol-Sphaere.

## Heutige Bedeutung

- Stinnes-Legien-Abkommen als Grundlage Tarifautonomie (Art. 9 III GG).
- 8-Stunden-Tag als sozialpolitisches Symbol.
