---
name: nichtpraeferenzieller-ursprung-ofac-sdn-post
description: "Nichtpraeferenzieller Ursprung nach UZK Art. 59-61 und UZK-DA Art. 31-36: Bestimmung durch wesentliche Be- oder Verarbeitung, Listenregeln für HS-Wechsel, Wertschwellen und Letzte-wesentliche-Bearbeitung-Kriterium. Bedeutung für Made-in-Bezeichnung im Handelsrecht, Antidumping-Umgehungspruefung u..."
---

# Nichtpraeferenzieller Ursprung und Made-in-Bezeichnung: Berechnung und Nachweis

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: AWG, AWV, EU-Dual-Use-VO 2021/821, EU-Sanktionsverordnungen, ZollkodexUnion, IranEmbargoVO, RusslandSanktionenVO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Mandantenfall

- Maschinenbauer assembliert in Deutschland Teile aus China; 'Made in Germany' korrekt verwendbar?
- Antidumping-Maßnahmen auf Ware aus China; Ursprung nach Zusammenbau in Polen wird geprueft.
- Exporteur verwendet 'Made in EU' Kennzeichnung; Ursprungsberechnung für UZK-Zwecke geprueft.

## Erste Schritte

1. HS-Code der Fertigware bestimmen.
2. Ursprungsregel für den HS-Code nach UZK-DA Anhang 22-01 ermitteln (HS-Wechsel oder Wertschwell).
3. Wertschwell-Berechnung wenn Wertkriterium anwendbar (Nicht-Ursprungsmaterialienanteil am EXW-Preis).
4. Letzte wesentliche Bearbeitung oder Verarbeitung feststellen.
5. 'Made in Germany' Zulassigkeit prüfen: Kernprozess und wesentliche Teile in Deutschland.
6. Ursprungsgutachten mit HS-Code-Wechsel-Dokumentation oder Wertschwell-Berechnung erstellen.

## Rechtsrahmen

- **UZK Art. 59-61**: Nichtpraeferenzieller Ursprung, Definition und Kriterien.
- **UZK-DA Art. 31-36**: Bearbeitungs- und Verarbeitungsregeln für nichtpraeferenziellen Ursprung.
- **UZK-DA Anhang 22-01**: Listenregeln HS-Code-Wechsel für nichtpraeferenziellen Ursprung.
- **VO (EG) 1215/2009**: Antidumping-Ursprungsregeln (Referenz).
- **UWG § 5**: Irrefuehrende 'Made in'-Angaben als Wettbewerbsverstoß.**

## Prüf-Raster

- [ ] HS-Code der Fertigware eindeutig bestimmt?
- [ ] Ursprungsregel nach UZK-DA Anhang 22-01 für HS-Code abgerufen?
- [ ] HS-Wechsel-Anforderung bei allen Nicht-Ursprungsmaterialien geprueft?
- [ ] Wertschwell-Berechnung mit EXW-Preis und Nicht-Ursprungsmaterialienwert?
- [ ] 'Made in'-Bezeichnung wettbewerbsrechtlich zulassig?
- [ ] Ursprungsgutachten vollstaendig und archiviert?

## Typische Fallstricke

- Einfaches Assemblieren von Fertigteilen (Minimal Operations) verleiht keinen Ursprung.
- HS-Wechsel muss für ALLE Nicht-Ursprungsmaterialien erfolgen, nicht nur die wichtigsten.
- 'Made in Germany' ist gesetzlich nicht definiert; Irrefuehrungs-Risiko nach UWG.
- Antidumping-Umgehung durch Ursprungsverlagerung loest erhoehte Zollpruefung aus.

## Schnittstellen zu anderen Skills

Dieser Skill kann mit thematisch benachbarten Skills kombiniert werden, insbesondere:
- Sanktionsscreening und Listenpruefung: `aussenwirtschaft-sanktionsscreening-fuzzy-match`
- Exportkontrollklassifizierung: `aussenwirtschaft-gueterlisten-klassifizierung`
- Freiwillige Offenlegung gegenueber BAFA oder Hauptzollamt: `aussenwirtschaft-freiwillige-offenlegung-bafa-zoll`
- Interne Compliance-Programme: `aussenwirtschaft-icp-kontrollsystem`

## Qualitaetsanforderungen

- Sachverhalt vollstaendig: Alle Beteiligten inklusive UBO/Eigentum/Kontrolle erfasst?
- Normverweise konkret: Artikel und Absatz zitiert, nicht nur Verordnungsnummer?
- Quellenstand datiert: Sanktionslisten, TARIC, Gueltigkeitsdaten dokumentiert?
- Sofortmassnahmen klar: Stop-Ship, Hold, Eskalation explizit benannt wenn Risiko rot?
- Audit-Trail vollstaendig: Entscheidung, Begruendung, Verantwortlicher, Frist?
- Output mandantentauglich: Kein Fachwort ohne Erläuterung für Compliance und Business?
- Vertraulichkeit: Mandatsgeheimnisse nicht in ungesicherte externe Systeme eingeben.

## Quellen

- [UZK auf EUR-Lex](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32013R0952)
- [UZK-DA Anhang 22-01](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32015R2446)
- [Zoll.de Ursprung](https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/Ursprung-Praeferenzen/ursprung-praeferenzen_node.html)
- [AWV auf gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/awv_2013/index.html)
