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name: online-durchsuchung-bverfge-120-274
description: Online-Durchsuchung BVerfGE Band 120 Seite 274 vom 27.02.2008 als Begruendung des Computer-Grundrechts Vertraulichkeit und Integritaet informationstechnischer Systeme. Mit Eingriffsschwellen und strengen Anforderungen an Erforderlichkeit und Verfahrenssicherungen.
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# Online Durchsuchung BVerfGE 120 274

## Sachverhalt

Nordrhein-westfaelisches Verfassungsschutzgesetz erlaubte heimliche
Online-Durchsuchung informationstechnischer Systeme. Verfassungsbeschwerde
mehrerer Kläger.

## Entscheidung

Senat 1 BVerfG, Urteil 27.02.2008, BVerfGE 120, 274 (Online-Durchsuchung).
Norm verfassungswidrig. Aus dem allgemeinen Persoenlichkeitsrecht
Art 2 I GG in Verbindung mit Art 1 I GG entwickelt das BVerfG das
**IT-Grundrecht** auf Gewaehrleistung der Vertraulichkeit und Integritaet
informationstechnischer Systeme.

## Eingriffsschwellen

Online-Durchsuchung darf nur unter strengen Voraussetzungen:
- **konkrete Gefahr** für ueberragend wichtige Rechtsgueter (Leib, Leben,
  Freiheit der Person, Bestand des Staates, Existenz von Menschen).
- **vorherige richterliche Anordnung**.
- **Kernbereichsschutz** privater Lebensgestaltung (Daten nicht auswerten,
  sofort loeschen, wenn Kernbereich beruehrt).
- **Verfahrensregeln** für Auswertung, Speicherung, Loeschung.

## Verhältnismäßigkeit konkret

- Stufe 3 (Erforderlichkeit): klassische Telekommunikationsueberwachung
  und Beschlagnahme erreichen oft nicht dieselben Daten. Online-Durchsuchung
  erforderlich.
- Stufe 4 (Angemessenheit): tiefer Eingriff in Persoenlichkeitssphaere
  erfordert hoechste Schutzhuerden.

## Bedeutung

- Erstes neues "Quasi-Grundrecht" der modernen Rechtsprechung.
- Vorbild für spaetere Entscheidungen zur digitalen Lebensspur:
  - BVerfGE 125, 260 (Vorratsdatenspeicherung) Vorratsdatenspeicherung.
  - BVerfGE 141, 220 (BKAG-Urteil) BKAG-Urteil.
  - BVerfGE 154, 152 (Bestandsdatenauskunft II) Bestandsdatenauskunft II.

## Klausurelevanz

Wenn ein technologiebezogener Eingriff in IT-Systeme zu prüfen ist:
1. Schutzbereich des IT-Grundrechts statt Art 10 GG oder Art 13 GG.
2. Verhältnismäßigkeit mit strengen Eingriffsschwellen.
3. Kernbereichsschutz als absolute Grenze.
