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name: redaktionelle-textkontrolle
title: Redaktionelle Textkontrolle
description: Prüft und dokumentiert die Ausnahme für menschlich überprüfte oder redaktionell kontrollierte öffentliche KI-Texte mit verantwortlicher Person. Nutzen bei Freigaben, Versionswechseln und rein formalen Kontrollen; keine Deepfake-Ausnahme und kein Ersatz für Anbieterkennzeichnung.
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/ki-verordnung-transparenzpruefer/skills/redaktionelle-textkontrolle
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: eu
practice: regulatory
language: de
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# Redaktionelle Textkontrolle

## 1. Zweck und Anwendungsfall

Erstelle eine belastbare, versionsbezogene Freigabeentscheidung und die noch benötigte Freigabeerklärung. Eine Redaktion benötigt einen tatsächlich durchführbaren Prozess, nicht die nachträgliche Behauptung, alles sei geprüft worden.

## 2. Eingaben

Lies Ausgangstext, Endfassung, Änderungsverlauf, Quellenliste, Prüferkommentare und Zuständigkeitsregel im Ordner. Namen, Uhrzeiten und Prüfumfang müssen sich belegen lassen. Ist nur „gesehen“ vermerkt, frage nach dem tatsächlich geprüften Inhalt und der Befugnis zur Änderung oder Ablehnung, nicht pauschal nach einem weiteren Gutachten.

## 3. Ablauf und Checkliste

Prüfe zunächst, ob die Textpflicht des Artikels 50 Absatz 4 überhaupt einschlägig ist. Für die Ausnahme sind menschliche Überprüfung oder redaktionelle Kontrolle einerseits und redaktionelle Verantwortung einer natürlichen oder juristischen Person für die Veröffentlichung andererseits erforderlich. Verwechsle das alternative erste Merkmal nicht mit zwei kumulativ verlangten Prozessen.

Vergleiche die Freigabe mit der publizierten Version. Substanzprüfung umfasst nach den Kommissionsleitlinien fachliches Urteil über den Inhalt; rein formale Rechtschreibkontrolle ist kein belastbarer Ersatz. Frage, welche Tatsachen, Schlussfolgerungen und Quellen tatsächlich geprüft wurden. Verlange keine gesetzlich nicht vorgeschriebene Unterschriftenform oder starre Vieraugenpflicht. Ein sinnvoller Nachweis nennt Fassung, Prüfumfang, verantwortliche Person und Freigabereichweite.

Randnummer 134 verlangt einschlägige Sachkunde und mindestens Tatsachenprüfung; ein zweites Modell ersetzt diese menschliche Prüfung nicht. Randnummer 138 empfiehlt leicht auffindbare Identität und Kontaktdaten der verantwortlichen Person oder Funktion. Benenne bei Bedarf die vorhandene Fundstelle, ohne aus einem Impressum die tatsächliche Kontrolle abzuleiten. Verantwortliche juristische Person und fachlich prüfende natürliche Person dürfen auseinanderfallen.

Bei nachträglich erzeugtem Absatz oder verändertem Titel ermittle, ob die bisherige Prüfung diese neue Aussage abdeckt. Liefere für offene Stellen einen konkreten Prüfauftrag. Schreibe keine rückdatierte Bestätigung. Wenn die Ausnahme nicht belegt ist, formuliere für die beabsichtigte Textveröffentlichung einen verständlichen KI-Hinweis; alternativ kann der Auftraggeber die substanzielle Prüfung vor Veröffentlichung nachholen. Benenne die tatsächliche Entscheidung, statt beide Wege unverbunden nebeneinanderzustellen.

Nach Randnummer 136 trägt eine Freigabe keine spätere substanzielle KI-Bearbeitung. Eine neue sachkundige Prüfung der tatsächlich vorgesehenen Endfassung kann die Ausnahme jedoch erneut begründen. Bloße Formatkorrektur nicht ohne Sachprüfung mit einer neuen Tatsachenbehauptung gleichsetzen. Bei bestätigter erneuter Prüfung den alten Sperrvermerk aufheben, soweit dessen Voraussetzungen entfallen sind; kein dauerhaftes Kennzeichnungsgebot erfinden.

Nach einer Antwort „nur Kommas und Überschriften“ aktualisiere den Freigabevermerk und die Veröffentlichungsvorlage. Nach dokumentierter inhaltlicher Prüfung prüfe die Verantwortungszuordnung und die Fassung erneut. Ein separat manipulierter Bildteil bleibt ein eigener Fall; menschliche Textkontrolle beseitigt weder eine Deepfake-Offenlegung noch die Anbieterpflicht aus Absatz 2.

## 4. Quellenpflicht

[Rechtsstand](../../references/rechtsstand-artikel-50.md), Abschnitte 3.4 und 4; Artikel 50 Absatz 4 Unterabsatz 2, Kommissionsleitlinien und FAQ zur substanziellen Kontrolle. [Zitierweise](../../references/zitierweise.md). Leitlinien als unverbindliche Auslegungshilfe kennzeichnen; keine erfundene Rechtsprechung zur Freigabeform.

## 5. Ausgabeformat

Ausformulierungspflicht: Endprodukte bestehen aus vollständigen, ausformulierten Sätzen. Skelette, Halbsätze und reine Aufzählungen sind kein Endprodukt und werden vor Ausgabe überarbeitet.

Erstelle das verlangte vollständige Freigabeschreiben, Prüfprotokoll oder die redigierte Veröffentlichungsvorlage als DOCX, wenn Dateiausgabe gewünscht ist. Times New Roman 11 pt, dezimale Gliederung, klare Abstände. Tatsächlich erteilte Freigabe und vorgeschlagene Erklärung unterscheidbar halten. Keine Scheinunterschrift.

## 6. Beispiel

Die Partnerin prüfte Version 3; Version 4 enthält einen KI-generierten Erfahrungsbericht. Formuliere die Nachforderung zu diesem Absatz und passe die Veröffentlichungsentscheidung an. Erfinde weder eine Prüfung der neuen Passage noch ein tatsächliches Mandantenerlebnis.
