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name: regulatory-fdi-merger-control
description: "Fusionskontrolle und FDI-Investitionsprüfung für M&A-Transaktionen: Anwendungsfall Signing naht und Deal-Team prüft ob Kartellrechts-Freigabe oder AWV-Prüfung benoetigt wird: Fusionskontrolle und FDI-Investitionsprüfung für M&A-Transaktionen: Anwendungsfall..."
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# Fusionskontrolle und FDI-Investitionsprüfung für M&A-Transaktionen: Anwendungsfall Signing naht und Deal-Team prüft ob Kartellrechts-Freigabe oder AWV-Prüfung benoetigt wird


## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BRAO, BORA, FAO, BNotO, StBerG, WPO, PAO; AO §§ 38, 42, 90, 93, 153, 162, 164, 169-171, 173, 233a, 370-378, UStG, EStG, KStG, GewStG, GrEStG, ErbStG, FGO; UmwG; UmwStG; StaRUG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

**Fokus:** Fusionskontrolle und FDI-Investitionsprüfung für M&A-Transaktionen: Anwendungsfall Signing naht und Deal-Team prüft ob Kartellrechts-Freigabe oder AWV-Prüfung benoetigt wird. §§ 35-44 GWB inlaendische Fusionskontrolle, Art. 4 FKVO EU-Fusionskontrolle, §§ 55 ff. AWV FDI-Prüfung. Prüfraster Umsatzschwellen je Jurisdiktion, Vollzugsverbot bis Freigabe, Multi-Jurisdiction-Filing-Koordination, Sektorrisiken. Output Regulatorische Freigabe-Landkarte mit Filing-Pflichten, Zeitplan und Risikobewertung. Abgrenzung zu Signing-Closing-CPs und zu Transaktionsstruktur.

### Fusionskontrolle und Investitionskontrolle

## Fachlicher Kern — Gesellschaftsrecht und Corporate Law
- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Fusionskontrolle und Investitionskontrolle` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
- **Normenradar:** GmbHG §§ 3, 5, 13, 15, 16, 30, 34, 35, 40, 43, 46, 47, 49 ff.; AktG §§ 76, 93, 111, 119, 130, 243 ff.; HGB §§ 105 ff., 161 ff.; MoPeG/GesRÄndG-Folgen; UmwG; FamFG/Registerrecht; GWB/Fusionskontrolle bei Transaktionen.
- **Verifizierte Anker:** BGH, Urteil vom 08.11.2022 - II ZR 91/21 (zutreffende Gesellschafterliste/Listenstreit); BGH, Beschluss vom 18.03.2025 - II ZB 11/24 (Registerordner/Gesellschafterliste, Prüfungsumfang); BGH, Urteil vom 11.12.2006 - II ZR 166/05 und Urteil vom 12.04.2016 - II ZR 275/14 (Treuepflicht, Zustimmungspflichten); BGH, Urteil vom 30.09.2025 - II ZR 154/23 (Drittvergleich/verdeckte Vermögenszuwendung, Organ-/Beschlusskontrolle).
- **Arbeitsmodus:** Erst Gesellschaftsform, Organ, Beschlussweg, Vertretung, Registerlage, wirtschaftliches Ziel und Minderheitenposition sortieren; dann Treuepflicht, Kapitalerhaltung, Haftung, Transaktions-Closing und Beweis-/Vollzugsrisiko prüfen.
- **Outputpflicht:** Beschluss-/Listenmatrix, Register-To-do, Board-/Beiratsvorlage, Closing-CP-Liste, Treuepflicht-Red-Team, Geschäftsführerhaftungsmemo oder Mandanten-Decision-Paper.
- **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.

## Fachkern: Fusionskontrolle und Investitionskontrolle
- **Normen-/Quellenanker:** GmbHG, AktG, HGB, UmwG, WpHG/MAR, GWB/FKVO, AWG/AWV, LMA-Finanzierung, Beirats-/Organregeln, SPA/SHA/Term-Sheet-Praxis.
- **Entscheidende Weiche:** Dealphase, Mandantenrolle, CP/Consent, Haftung, Disclosure, Signing/Closing, Notar/Register, Beirat/Organ und Verhandlungstaktik trennen.
- **Arbeitsprodukt:** Liefere eine fallbezogene `Norm / Tatsache / Beleg / Wertung / Gegenargument / nächster Schritt`-Matrix und einen direkt nutzbaren Textbaustein, wenn der Nutzer einen Entwurf braucht.

## Wann wird dieser Skill aufgerufen
Typische Auslöser:
- "Ich habe hier Fusionskontrolle und Investitionskontrolle und brauche einen belastbaren nächsten Schritt."
- "Bitte prüfe das für ein M&A-Mandat aus Sicht von Buy-side, Sell-side oder Target."
- "Mach daraus eine Partner-/Mandantenunterlage mit Risiken, Annahmen und offenen Punkten."
- "Welche Dokumente, Registerauszüge, Freigaben oder Fristen fehlen noch?"

Nicht dieser Skill ist vorrangig, wenn zuerst das Mandat selbst angelegt, die Deal-Phase bestimmt oder ein unklarer Upload triagiert werden muss. Dann beginne mit `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-kommandocenter` oder `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-deal-intake`. Wenn der Nutzer ausdrücklich nur eine kurze Sprachfassung, Übersetzung oder E-Mail will, arbeite knapp und route nicht in einen Deep-Dive.

## Voraussetzungen und Kontext laden
Lies zuerst, falls vorhanden, den Matter-Workspace unter `~/.config/claude-fuer-deutsches-recht/grosskanzlei-corporate-ma/mandate/<slug>/`: `mandat.md`, `history.md`, `chronologie.md`, `fristen.yaml` und den aktuellen Dokumentenlog. Wenn kein Workspace existiert, frage nur die Mindestdaten ab: Rolle der Kanzlei, Deal-Typ, Zielgesellschaft, Käufer/Verkäufer, Jurisdiktionen, Signing-/Closing-Zeitplan, Vertraulichkeitsstufe und gewünschtes Output-Format.

Benötigte Unterlagen:
- aktueller Vertragsentwurf, Markup, Term Sheet und Annex-/Schedule-Struktur.
- CP-Tracker, Closing Deliverables, Board-/Shareholder-Approvals.
- Disclosure Letter, Knowledge-Definition, W&I-Underwriting-Liste.

Arbeite mit diesen Variablen: `deal_name`, `rolle`, `deal_phase`, `target`, `gegenpartei`, `jurisdiktionen`, `frist_oder_closing`, `materiality_threshold`, `owner`, `source_tag`.

## Workflow
1. **Deal-Kontext fixieren.** Bestimme Rolle, Phase, Transaktionsstruktur, Zielgesellschaft und Entscheidungsempfänger. Wenn Rolle oder Phase fehlen, frage genau eine Rückfrage; bei Fristdruck arbeite mit `[Annahme - prüfen]` weiter.
2. **Quellen inventarisieren.** Liste alle Dokumente mit Datum, Version, Quelle, Datenraum-ID und Vertraulichkeitsstufe. Markiere Uploads als `[Mandant]`, öffentliche Register als `[Register]`, Gerichts-/Behördenquellen als `[Primärquelle]` und Modellwissen als `[Modellwissen - prüfen]`.
3. **Rechts- und Workstream-Schnittstellen trennen.** Ordne Punkte in Corporate, Commercial, Tax, Regulatory, Finance, IP/IT, HR, Litigation, Real Estate, ESG und PMO. Vermische DD-Finding, Vertragsfolge und Closing-Aufgabe nicht in einem Satz.
4. **Materiality-Schwelle setzen.** Übernimm Schwellen aus LOI, SPA, DD-Scope oder Kanzlei-Playbook. Fehlt sie, schlage eine vorläufige qualitative Ampel vor: Dealbreaker, Price/Indemnity, Signing/Closing Condition, Disclosure-only, Housekeeping.
5. **Normenprüfung durchführen.** Prüfe die unten genannten Normgruppen nicht abstrakt, sondern bezogen auf den konkreten Deal-Schritt: Wirksamkeit, Zustimmung, Vollzugshindernis, Haftung, Offenlegung, Frist, Beweisquelle.
6. **Belegkette bauen.** Jede wesentliche Aussage braucht Quelle, Dokument, Fundstelle und Unsicherheitsmarker. Keine Fundstelle erfinden. Wenn ein Registerauszug, eine BGH-/EuGH-Entscheidung oder Behördenpraxis nicht abrufbar ist, steht ausdrücklich `[zu verifizieren]`.
7. **Risikomatrix erstellen.** Gib pro Punkt aus: Sachverhalt, Rechtsfrage, Norm, Subsumtion, Risikoampel, wirtschaftliche Auswirkung, empfohlene Aktion, Owner, Deadline und Folge-Skill.
8. **Draft oder Review-Gate wählen.** Wenn die Tatsachen reichen, liefere den gewünschten Output. Wenn nicht, liefere eine Information-Request-Liste oder ein Senior-Review-Memo mit genau den offenen Entscheidungen.
9. **Hand-off vorbereiten.** Überführe Findings in Datenraum-Q&A, SPA-Markup, CP-Tracker, Board Paper, Mandantenmail oder Closing Bible. Verweise auf den konkreten Anschluss-Skill unten.
10. **Abschlusskontrolle.** Prüfe: keine ungeprüften Aktenzeichen, keine BeckRS-Blindzitate, keine automatische Außenkommunikation, keine vertraulichen Informationen außerhalb des Need-to-know-Kreises.

## Prüfraster im Gutachtenstil
**Obersatz:** Zu prüfen ist, ob der im Skill bearbeitete Deal-Schritt rechtlich tragfähig, praktisch vollziehbar und für die gewählte Mandatsseite taktisch sinnvoll ist.

**1. Mandats- und Rollenrahmen.** Zunächst muss feststehen, wer vertreten wird. Maßgeblich sind Mandatsvereinbarung, Konfliktprüfung und Vertraulichkeitsrahmen. Ist die Rolle unklar, darf kein parteilicher Vertrags- oder Verhandlungsoutput als final erscheinen; zulässig ist nur eine neutrale Struktur- oder Fragenliste.

**2. Wirksamkeit und Corporate Authority.** Bei Anteils- und Strukturmaßnahmen sind Vertretungsmacht, Zustimmungserfordernisse, Form und Registerlage zu prüfen. Relevanter Kern:
- BGB §§ 133, 157, 241 Abs. 2, 280, 311 Abs. 2, 433 und 453 für Kaufvertrag und Auslegung.
- GmbHG §§ 15 und 16 für Anteilsübertragung und Gesellschafterliste.
- AktG §§ 76, 93, 111 und 179a für Leitungs-/Kontrollpflichten und Strukturmaßnahmen.
- BGB § 158 für Closing Conditions und Bedingungseintritt.

**3. Organpflichten und Business Judgment.** Bei Geschäftsleitungs- oder Aufsichtsratsentscheidungen ist zu fragen, ob die Entscheidung auf angemessener Informationsgrundlage, ohne sachfremde Interessen und zum Wohl der Gesellschaft vorbereitet ist. Für die Pflicht zur eigenverantwortlichen Prüfung von Ansprüchen und Organverantwortung ist BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95, ARAG/Garmenbeck, als Leitentscheidung zu markieren: https://dejure.org/1997,161 `[dejure.org]`.

**4. Register- und Gesellschafterlistenlogik.** Bei GmbH-Anteilen, Einziehung, Vollmachtskette oder Closing-Fähigkeit ist § 16 GmbHG gesondert zu prüfen. Zur Legitimationswirkung der Gesellschafterliste: BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17, abrufbar über BGH-Datenbank und dejure: https://dejure.org/2018,47817 `[BGH-Datenbank/dejure.org]`.

**5. Regulatory und Vollzugshindernisse.** Wenn Fusionskontrolle, AWV/FDI, MAR, GwG, Sanktionen oder branchenspezifische Genehmigungen berührt sind, lautet der Zwischensatz nicht nur „Risiko“, sondern: Anmeldung erforderlich? Vollzugsverbot? Closing Condition? Long-Stop-Date gefährdet? Bußgeld- oder Nichtigkeitsfolge?

**6. Subsumtion.** Subsumtion erfolgt dokumentennah: Jede rechtliche Annahme bekommt eine Tatsachenquelle. Beispiel: `§ 15 GmbHG notarielle Form erfüllt?` nur bejahen, wenn Entwurf/Urkunde/Notarbestätigung vorliegt. `§ 41 GWB Vollzug gesperrt?` nur bejahen, wenn Zusammenschluss, Schwellen und fehlende Freigabe geprüft sind.

**Zwischenergebnis:** Das Ergebnis ist als Ampel zu formulieren: grün mit Beleg, gelb mit offener Information, rot mit Handlungssperre. Rot bedeutet in M&A regelmäßig: nicht signen, nicht closen, nicht offenlegen oder nicht extern versenden, bevor Partner/Spezialist freigegeben hat.

## Output-Module
- **Deal-Vermerk:** Executive Summary, Sachverhalt, Normen, Subsumtion, Risikoampel, Empfehlung.
- **Issue List:** Tabelle mit Finding, Quelle, Risiko, Vertragsfolge, Preis-/Indemnity-Folge, Owner, Deadline.
- **Information Request:** präzise Fragen an Mandant, Gegenseite oder Datenraum-Team, jeweils mit Grund und Priorität.
- **Drafting-Anschluss:** Klauselvorschlag, Markup-Kommentar, Disclosure-Punkt, CP-Formulierung oder Board-Paper-Abschnitt.
- **Matter-Update:** kurzer Eintrag für `history.md` und ggf. Frist-/Owner-Eintrag für `fristen.yaml`.

## Quellen und Zitierregel
Nutze nur frei prüfbare Quellen oder vom Nutzer bereitgestellte/lizenzierte Quellen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsdatum, Aktenzeichen und Link auf `dejure.org`, `openjur.de`, `bundesgerichtshof.de`, `bundesverfassungsgericht.de`, `curia.europa.eu` oder `eur-lex.europa.eu`. Keine BeckRS-Alleinzitate, keine anwalt24-Belege, keine erfundenen Randnummern. Quellen-Tags: `[Mandant]`, `[Register]`, `[BGH-Datenbank]`, `[dejure.org]`, `[EUR-Lex]`, `[Web-Recherche - prüfen]`, `[Modellwissen - prüfen]`.

## Hand-Off zu anderen Skills
Nach diesem Skill weiter mit:
- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-spa-apa-entwurf` - wenn der Befund in Vertragsentwurf, Markup oder Key-Issues-Liste einfließen soll.
- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-vertragsmarkup-key-issues` - wenn der Befund in Vertragsentwurf, Markup oder Key-Issues-Liste einfließen soll.
- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-disclosure-schedules` - wenn Garantien, Knowledge und Disclosure Letter abgeglichen werden.
- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-signing-closing-conditions` - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden.
- `/grosskanzlei-corporate-ma:grosskanzlei-corporate-ma-closing-bible-archiv` - wenn CPs, Closing Deliverables oder Signing Pack koordiniert werden.

## Was dieser Arbeitsgang nicht macht
- Er ersetzt keine Partnerentscheidung über Deal-Taktik, Signing-Freigabe oder Closing-Freigabe.
- Er führt keine automatische Außenkommunikation an Gegenseite, Behörde, Notar, Datenraumteilnehmer oder Mandant aus.
- Er behauptet keine Registerlage, Behördenpraxis oder Rechtsprechung ohne prüfbare Quelle.
- Er vermischt nicht DD-Finding, Vertragsrisiko und wirtschaftliche Bewertung; diese Ebenen bleiben getrennt.
- Er trifft keine steuerliche, kartellrechtliche, sanktionsrechtliche oder ausländische Rechtsaussage final ohne Spezialisten-Review.
- Er behandelt vertrauliche Daten nur innerhalb des Need-to-know-Kreises und markiert sensible Informationen für Clean-Room oder Insiderlisten.

## Berufsrechtliche Hinweise
Vor Mandatsarbeit sind Interessenkonflikte nach § 43a BRAO und § 3 BORA, Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, Vergütungsrahmen nach § 49b BRAO und GwG-Sorgfaltspflichten zu beachten. Bei personenbezogenen Daten gelten DSGVO Art. 5, 6, 25 und 32. Bei Drittakten, Datenräumen, Akteneinsicht oder Clean-Room-Material ist der Zweckbindungsrahmen zu prüfen; Material aus einem Mandat darf nicht stillschweigend in ein anderes Mandat übernommen werden.

## Bisheriger Skill-Kern, integriert und weiterzuverwenden

### Fusionskontrolle und Investitionskontrolle

## Triage — klaere vor Signing

1. Werden Kartellrechtsschwellen erreicht — weltweite Umsaetze der Beteiligten (§ 35 GWB: 500 Mio. EUR weltweit; 25 Mio. EUR in Deutschland); EU-Schwellen (Art. 1 FKVO: 5 Mrd. EUR / 250 Mio. EUR EU)?
2. Gilt das Vollzugsverbot — § 41 GWB / Art. 7 FKVO: Transaktion darf bis zur Freigabe nicht vollzogen werden (Gun Jumping-Verbot)?
3. Ist der Zielmarkt in einem sensiblen Sektor — Verteidigung, kritische Infrastruktur, Energie, Telekommunikation, Medien, Technologie?
4. Kommt ein FDI-Screening nach § 55 ff. AWV in Betracht — ist der Erwerber eine nichteuropaeische Gesellschaft oder hat nichteuropaeische Eigentuermer?
5. Sind Filings in mehreren Jurisdiktionen erforderlich — USA (HSR Act), UK (CMA), China (SAMR), weitere?
6. Liegen Konzentrationseffekte vor, die eine fusionskontrollrechtliche Prüfung in Phase II erfordern können?

## Zentrale Rechtsgrundlagen

- §§ 35-44 GWB — Zusammenschlusskontrolle: Aufgreifschwellen, Anmeldepflicht, Phase I (1 Monat), Phase II (4 Monate), Vollzugsverbot
- §§ 54-56 GWB — Ministererlaubnis; Nebenbestimmungen; sog. "second chance" nach Untersagung durch BKartA
- Art. 1-4 FKVO (EU-Fusionskontrollverordnung 139/2004) — EU-Fusionskontrolle: Schwellen, Vollzugsverbot Art. 7
- §§ 55-62 AWV — Investitionspruefung: sektorspezifische Prüfung (§ 55 AWV: kritische Infrastruktur u.a.); sektoruebergreifende Prüfung (§ 60 AWV: ab 25 % aus Drittstaaten); Meldepflicht; Genehmigungsvorbehalt
- § 4 Abs. 2 AWG — Untersagungsmacht des BMWK bei Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit
- Art. 3 EU-FDI-Screening-VO 2019/452 — Koordinierungsrahmen für nationale FDI-Screenings innerhalb der EU

## Aktuelle Rechtsprechung

- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

## Schritt-für-Schritt-Workflow

1. **Umsatz-Screening:** weltweit und in Deutschland (GWB), in der EU (FKVO), in USA, UK, China — Schwellenwerte der Parteien zusammenstellen
2. **Freigabe-Landkarte erstellen:** je Jurisdiktion: Schwelle erreicht? Filing erforderlich? Zeitplan (Phase I / II)?
3. **Gun Jumping-Protokoll:** Clean Team einrichten, Information Barriers, erlaubter Informationsaustausch vor Freigabe dokumentieren
4. **FDI-Prüfung:** § 55 AWV sektorbezogen vs. § 60 AWV sektorubergreifend prüfen; Erwerber-Herkunft feststellen; Meldepflicht-Fristen
5. **Filing-Vorbereitung:** Zusammenschlusserklaerung für BKartA/Kommission; Kontakte zu Behörden aufnehmen; Remedies-Szenarien vordenken
6. **Zeitplan in CP-Tracker einbauen:** Filing-Datum, Phase-I-Ablauf, Phase-II-Risiko; Longstop-Date anpassen
7. **Vollzugsverbot einhalten:** bis Freigabe kein wirtschaftlicher Einfluss des Erwerbers; Information Barriers; Gun Jumping-Protokoll

## Entscheidungsbaum

- Schwelle GWB § 35 erreicht → Filing BKartA → Phase I 1 Monat → Phase II Risiko? → ggf. 4 Monate
- EU-Schwelle FKVO Art. 1 erreicht → Kommission zuständig (one-stop-shop) → keine nationalen Filings
- Erwerber ausserhalb EU mit >25 % Anteil → § 60 AWV FDI-Prüfung → ggf. Genehmigungsvorbehalt; BMWK
- Sektor Verteidigung/kritische Infra → § 55 AWV → strenges sektorbezogenes Screening

## Output-Template: Freigabe-Landkarte

**Adressat:** Deal-Team, Compliance — Tonfall sachlich-analytisch

```
FREIGABE-LANDKARTE
Deal: [DEALNAME] — Datum: [DATUM]

| Jurisdiktion | Schwelle | Filing erforderlich | Behörde | Phase I | Phase II | Status |
|-------------|---------|---------------------|---------|---------|---------|--------|
| Deutschland | § 35 GWB | ja / nein | Bundeskartellamt | 1 Monat | 4 Monate | offen: Umsatzschwellen belegen |
| EU | Art. 1 FKVO | ja / nein | Europäische Kommission | 25 Arbeitstage | 90 Arbeitstage | offen: EU-Dimension prüfen |
| AWV/FDI | §§ 55, 60 AWV | ja / nein | BMWK | 2 Monate | 4 Monate | offen: sektorbezogenen Bezug prüfen |
| USA | HSR Act | ja / nein | FTC/DOJ | 30 Tage | variabel | offen: US-Nexus prüfen |

VOLLZUGSVERBOT: [ ] Aktiv — kein wirtschaftlicher Vollzug bis [DATUM]
CLEAN TEAM: [ ] eingerichtet — Information Barriers aktiv
```

## Rote Schwellen

- Filing unterlassen trotz Pflicht: Bussgeldhaftung (§ 81 GWB: bis 1 Mio. EUR; Art. 14 FKVO: bis 10 % Konzernumsatz)
- Gun Jumping (Vollzug vor Freigabe): zivilrechtliche Nichtigkeit; Bussgeld; Rueckabwicklung
- FDI-Screening nicht erkannt: Untersagung nach Closing möglich; Behördenzwang zur Entflechtung

## Standardausgabe

- Freigabe-Landkarte (Multi-Jurisdiction)
- CP-Tracker mit Behorderden-Fristen
- Gun Jumping-Protokoll

## Übergabe an andere Skills

- CPs → `grosskanzlei-corporate-ma-signing-closing-conditions`
- Fristen → `grosskanzlei-ma-fristen-cp-kalender`
- Konflikt/Sanktionen → `grosskanzlei-corporate-ma-conflict-gwg-sanctions`

## Vorlagen

- assets/templates/freigabe-landkarte-multijurisdiction.md
- assets/templates/gun-jumping-protokoll.md
