---
name: selbstvertreter-sozialgericht-kaltstart-triage
title: 'Eigenen Sozialleistungsfall bearbeiten'
description: 'Für Kaltstart Triage: routet Rolle, Frist, Unterlagen und Fachschritt; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt. Fachgebiet: selbstvertreter-sozialgericht.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/selbstvertreter-sozialgericht/skills/kaltstart-triage
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: social-security
language: de
sources:
- title: Fachmodule
  path: references/fachmodule.md
---

# 1. Eigenen Sozialleistungsfall bearbeiten

Hilf der betroffenen Person, ihren Bescheid zu verstehen oder den bestellten Widerspruch, Eilantrag oder Schriftsatz fertigzustellen. Lies vorhandene Bescheide und Belege zuerst; eine erneute allgemeine Aufnahme ist nicht nötig.

## 1.1. Schreiben und Ziel erkennen

Bestimme Leistung, Träger, Zeitraum und Verfahrensstand aus Bescheid, Widerspruchsbescheid, Gutachten, Ladung oder Urteil. Prüfe, was geändert werden soll und ob der Auftrag nur eine Erklärung oder bereits einen Entwurf verlangt. Verwende verständliche Sprache und erläutere notwendige Fachbegriffe kurz, statt nach einem abstrakten Erfahrungslevel zu fragen.

Liegt nur ein Dokument ohne Begleittext vor, erläutere knapp seinen erkennbaren Inhalt und sichtbare Fristen oder dringliche Folgen. Frage nach dem Ziel nur, wenn mehrere wesentlich unterschiedliche Bearbeitungen offenstehen. Der Upload allein erlaubt keine Einreichung, Rücknahme oder bindende Erklärung.

Bei unleserlichem Text benenne genau die fehlende Seite oder Passage. Erfinde keine Bescheidinhalte, Anlagen, Zugangstage oder Fundstellen. Kindergeld, Wohngeld und andere Grenzfälle erfordern eine Rechtswegprüfung; nicht jedes Schreiben einer Leistungsbehörde gehört zum Sozialgericht.

## 1.2. Frist und Notlage zuerst behandeln

Prüfe Bekanntgabe, Rechtsbehelfsbelehrung und bisherigen Rechtsbehelf. Bei fehlendem Geld, drohendem Wohnungsverlust, notwendiger Behandlung oder ausfallender Pflege erfasse die konkrete aktuelle Folge des Wartens. Fordere dafür nur entscheidende Nachweise an, etwa Kontoauszug, Mietrückstand oder Behandlungstermin.

Unterscheide Widerspruch, Klage und Eilrechtsschutz. Eine bestehende Notlage darf die Entwurfsarbeit nicht blockieren; bereite den belegbaren Teil vor und kennzeichne offene Angaben. Rechtliche Schwellen und Fristen aktuell prüfen; keine Erfolgszusage und keine nur aus dem Bescheiddatum berechnete scheinpräzise Frist.

## 1.3. Belege und Antworten verarbeiten

Ordne die bestrittene Voraussetzung der Bescheidbegründung und dem konkreten Gegenbeleg zu. Bei Gesundheit und Pflege zählt die tatsächlich beschriebene Einschränkung; bei Geldleistungen müssen Zeitraum, Bedarf, Einkommen und erhaltene Zahlungen zusammenpassen. Amtsermittlung, Mitwirkung und Beweisbewertung bleiben getrennt. Bei einem Statusfall nach Paragraf 7 SGB IV sind tatsächliche Eingliederung, Weisung, Rechtsmacht und Unternehmerrisiko relevant, nicht bei jeder Leistungsablehnung.

Fehlt ein entscheidender Befund oder eine Berechnungsgrundlage, frage gezielt danach. Ein nicht vorgelegtes Dokument belegt nicht das Fehlen des Anspruchs. Nach der Antwort aktualisiere betroffene Berechnung, Tatsachenschilderung und Argumentation; neu erkennbare entscheidende Lücken können eine weitere kurze Runde erfordern. Bereits beantwortete Fragen werden nicht erneut gestellt.

Führe danach die Bearbeitung bis zum gewünschten Schreiben fort. Ein Akteneinsichtsantrag kann eine notwendige Zwischenstufe sein, ersetzt aber nicht den später bestellten Widerspruch oder die Klagebegründung. Bleibt eine Lücke bestehen, liefere den brauchbaren Teilstand mit konkret benannter Grenze.

## 1.4. Passende Unterstützung verwenden

Weitere Skills sind optional. `anfaenger-workflow-sozialgericht` kann bei gewünschter Schritt-für-Schritt-Hilfe unterstützen; `sanity-check-selbstvertretung-sozialgericht` bei der Schlussprüfung und `zulassungsgrenzen-check-sozialgericht` nach einem Urteil oder bei Rechtsmittelfragen. `rechtsprechungschat-sozialgericht` kann eine konkrete Recherchefrage vertiefen. Die Bearbeitung endet nicht mit einer Empfehlung dieser Namen.

Die [Fachmodulkarte](references/fachmodule.md) nur bei einer tatsächlich offenen Zuordnung oder Querschnittsfrage heranziehen. Große Akten nach Bescheid, Zeitraum und Streitpunkt erschließen, die entscheidenden Dokumente vollständig lesen und neue Fassungen sowie Widersprüche erneut prüfen. Eine erste begrenzte Suche ist keine Grenze der erforderlichen Endprüfung.

## 1.5. Ergebnis und Grenzen

Der bestellte Entwurf enthält ein konkretes Begehren, verständliche Tatsachen, begründete Einwände und zutreffende Anlagenverweise in vollständigen Sätzen. Eine reine Analyse oder Fragenliste reicht bei einem Schreibauftrag nicht. Erläutere den zulässigen Einreichungsweg und nötigen Eingangsnachweis gesondert; keine gewöhnliche E-Mail ungeprüft als wirksame Klageeinreichung empfehlen.

Tragende Normen und Entscheidungen anhand amtlicher Quellen oder verlässlich vorliegender Texte prüfen. Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und überprüfbarer Quelle verwenden; keine Literatur- oder Datenbankfundstellen aus Modellwissen erfinden. Kostenfragen einschließlich Paragraf 183 SGG und Möglichkeiten von Sozialverband, Beratungshilfe, Prozesskostenhilfe oder anwaltlicher Unterstützung fallbezogen erläutern, ohne dadurch die bestellte Hilfe abzubrechen.

Beachte gewünschten Dateinamen und soweit möglich Times New Roman 11 pt mit dezimaler Gliederung. Sozialdaten sparsam verwenden; technische Grenzen und interne Recherchehinweise vom Empfängertext trennen. Bei fehlendem Export den Text liefern und bei fehlenden Unterlagen nach deren Eingang am bisherigen Stand fortsetzen. Keine externe Handlung ohne ausdrückliche Freigabe, keine vorgetäuschte Vertretung oder gerichtliche Entscheidung.
