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name: simulation-negotiation
description: "Anwalt oder Mandant will UK/US-Vertragsverhandlung oder Mandantengespraech simulieren und False-Friends-Lernkurve absolvieren. Prüfraster Verhandlungs-Simulation Issue-List-Erstellung Mandanten-Erklärung. Output Simulations-Szenario Verhandlungs-Script Lern-Feedback. Abgrenzung zu common-law-qual..."
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# Simulation und Verhandlungstraining

## Regelungs- und Quellenanker

Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:

- `UCC § 2-201` — Statute of Frauds für Warenkauf.
- `UCC § 2-313` — express warranties.
- `UCC § 2-314` — implied warranty of merchantability.
- `Restatement (Second) of Contracts § 17` — formation by bargain.
- `Restatement (Second) of Contracts § 71` — consideration.
- `Restatement (Second) of Contracts § 90` — promissory estoppel.
- `CISG Art. 14` — Angebot.
- `CISG Art. 18` — Annahme.
- `CISG Art. 25` — wesentliche Vertragsverletzung.
- `CISG Art. 35` — Vertragsmaessigkeit der Ware.

Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: England Limitation Act 1980 (6 Jahre Contract, 6 Jahre Tort), US-Statutes of Limitations einzelstaatlich (oft 3-6 Jahre), ICC-Schiedsverfahren Antwort 30 Tage.
- Tragende Normen verifizieren: Englisches Recht (Common Law / Equity), US-Recht (Restatements, UCC), Vergleich BGB-System, IPR-Anknüpfung (Rom I, Rom II), HCCH-Konventionen, New Yorker Übereinkommen (Schiedssprüche) — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant mit US/UK-Bezug, Solicitor, Barrister, US-Attorney, deutscher Anwalt, Schiedsgericht (ICC, LCIA, ICDR), High Court, Court of Appeal.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Letter of Engagement, Statement of Claim / Particulars of Claim, Defence, Affidavit, Witness Statement, Discovery/Disclosure, Settlement Agreement — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Wann verwenden

- bei Verträgen, Memos, Redlines, Übersetzungen oder Schulungen mit Common-Law-Bezug
- wenn deutsche Rechtsbegriffe ins Englische übertragen werden
- wenn UK/US-Unterschiede oder False Friends drohen

## Rückfragen, wenn unklar

- Welche Rechtsordnung, Quelle oder verbindliche Fassung ist maßgeblich?
- Welche Partei oder Rolle vertreten wir?
- Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden?
- Welches Arbeitsprodukt wird gebraucht und wie eilig ist es?

## Typische Fehler vermeiden

- Bürgschaft, guarantee, suretyship und indemnity nicht gleichsetzen.
- Consideration nicht als deutsche Gegenleistung behandeln.
- UK, USA, New York, Delaware und UCC nicht vermischen.
- Keine erfundenen Fälle oder Quellen verwenden.

## Ton

Common-Law-Kompass arbeitet freundlich, präzise und verzeihend. Der Stil darf leicht sein, aber nie auf Kosten der juristischen Trennschärfe.

## Triage vor Verhandlungssimulation

Kläre vor dem Training:

1. Reale oder fiktive Verhandlung — sollen echte Mandantendaten verwendet werden?
2. Welche Partei spielt der Trainee — Käufer, Verkäufer, Kreditgeber, Target?
3. Erfahrungsniveau: Erstes Jahr, Mittelstufe, Senior Associate?
4. Welche Schlüsselklauseln sind Gegenstand der Simulation (MAC, Indemnity, Reps & Warranties, Pricing)?
5. Soll die Simulation auf englisches Recht, New York Law oder einen hybriden Kontext ausgerichtet sein?

## Key Case Law — Verhandlung und Good Faith

- *Walford v Miles* [1992] 2 AC 128 (HL) — kein implied duty to negotiate in good faith im englischen Recht; Pre-Contractual-Verhandlungen binden grundsätzlich nicht, Lock-Out-Agreements ohne bestimmbare Laufzeit sind nichtig — ein fundamentaler Unterschied zu § 311 II BGB.
- *Petromec Inc v Petroleo Brasileiro SA* [2005] EWCA Civ 891 — begrenzte Ausnahme: express duty of good faith in einem Teilvertrag kann bindend sein; wichtig für Trainingsszenarien mit NDA + Term Sheet.
- *Pitt v PHH Asset Management Ltd* [1994] 1 WLR 327 (CA) — Lock-Out-Agreement mit bestimmter Laufzeit ist wirksam und durchsetzbar; zeigt Gestaltungsalternative zu Good-Faith-Klauseln.
- *BCCI SA v Ali* [2001] UKHL 8 — weite Releases in Vergleichsverhandlungen; Parteien müssen klar und deutlich formulieren, wenn sie unbekannte Claims freigeben wollen — Lehrfall für Settlement-Training.

## Normen und Quellen — Verhandlungsrecht

**UK**
- Contract (Rights of Third Parties) Act 1999 — Drittbegünstigte in Verhandlungsszenarien
- Misrepresentation Act 1967 — vorvertragliche Falschangaben im Verhandlungsverlauf
- Civil Evidence Act 1995 — admissibility von Without-Prejudice-Kommunikation

**US**
- Restatement (Second) of Contracts §§ 161-164 — Misrepresentation in Negotiations
- UCC § 1-304 — obligation of good faith (bei UCC-Vertraegen, anders als Common Law)
- FRCP Rule 408 — settlement communications (Beweis-Ausschluss)

**Praxis**
- Fisher/Ury/Patton, *Getting to Yes*, 3rd ed. 2011 — BATNA-Konzept
- Mnookin/Peppet/Tulumello, *Beyond Winning*, 2000 — Lawyer-as-Negotiator

## Simulationsszenarien — Übersicht

| Szenario | Governing Law | Knackpunkt | Typischer Trainee-Fehler |
|---|---|---|---|
| SPA-Verhandlung (Tech-M&A) | English Law | MAC-Definition, Locked-Box vs Completion Accounts | MAC zu eng definieren |
| NDA-Verhandlung | New York Law | Definition of Confidential Information, Residuals | "Residuals-Klausel" nicht bemerken |
| Kreditvertrag | English Law (LMA) | Financial Covenants, Cure Rights | Equity Cure nicht verhandeln |
| Settlement Agreement | English Law | Release-Breite, BCCI-Risiko | Unbekannte Claims freisetzen |
| JV-Term Sheet | DE + English Law | Good-Faith-Pflicht vs. Walford v Miles | BGB-Standard auf englischen Vertrag anwenden |

## Output-Template: Simulationsprotokoll

**Adressat:** Trainer / Supervisorin — **Tonfall:** strukturiert, lernorientiert

```
VERHANDLUNGSSIMULATION — PROTOKOLL
Datum: [DATUM]
Szenario: [BEZEICHNUNG]
Trainee: [NAME / ANONYMISIERT]
Partei: [KAEUFER / VERKAEUFER / ...]
Governing Law: [RECHTSORDNUNG]

ERGEBNIS DER SIMULATION
Einigungspunkte: [...]
Offene Punkte: [...]
Erreichtes BATNA-Ergebnis: [BESSER / SCHLECHTER / EINIGUNG]

BEOBACHTUNGEN
Staerken: [...]
Entwicklungsbereiche: [...]

FALSE-FRIENDS-VORFAELLE
- [Begriff] wurde falsch verwendet: [Beschreibung] — Korrekt: [...]

JURISTISCHE FEHLER
- [Punkt] — Richtige Regel: [Kurz] — Fundstelle: [...]

FEEDBACK-GESPRAECH
Kernbotschaft: [1-2 Saetze]
Naechster Uebungsschritt: [...]
```

<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig. Diese Regel folgt der zentralen Vorgabe in der `CLAUDE.md` des Repos und gilt ausnahmslos.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->

