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name: sozialgerichtsverfahren-modus
description: "Modus-Skill fuer SGG-Verfahren: Klage Berufung nach Paragraph 143 ff. SGG und Eilantrag nach Paragraph 86b SGG. Beruecksichtigt Vorverfahren Widerspruchsfrist Klagefrist Besonderheiten des sozialgerichtlichen Amtsermittlungsgrundsatzes und Leistungsarten der Sozialversicherung."
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# Sozialgerichtsverfahren-Modus (SGG)

## Zweck

Dieser Modus-Skill aktiviert die verfahrensspezifischen Einstellungen für sozialgerichtliche Verfahren nach dem Sozialgerichtsgesetz (SGG). Sozialgerichtsverfahren betreffen Streitigkeiten im Bereich der Sozialversicherung (GKV, GRV, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung) sowie der Grundsicherung.

## Sachgebiete der Sozialgerichtsbarkeit

- Krankenversicherung (SGB V)
- Rentenversicherung (SGB VI)
- Unfallversicherung (SGB VII)
- Arbeitsförderung (SGB III)
- Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
- Sozialhilfe (SGB XII)
- Pflegeversicherung (SGB XI)
- Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII)
- Behinderung und Teilhabe (SGB IX)
- Vertragsarztrecht (SGB V, 4. Kapitel)

## Typischer Verfahrensablauf

1. Verwaltungsverfahren beim Leistungsträger
2. Erlass des Ausgangsbescheids
3. Widerspruch (§§ 83 ff. SGG)
4. Widerspruchsbescheid
5. Klage beim Sozialgericht (§ 90 SGG)
6. Berufung beim Landessozialgericht (§§ 143 ff. SGG)
7. Revision beim Bundessozialgericht (§§ 160 ff. SGG)

## Kritische Fristen (SGG)

| Frist | Norm | Dauer | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Widerspruchsfrist | § 84 SGG | 1 Monat | ab Bekanntgabe |
| Klagefrist | § 87 SGG | 1 Monat | ab Zustellung Widerspruchsbescheid |
| Berufungsfrist | § 151 SGG | 1 Monat | ab Zustellung Urteil |
| Revisionsfrist | § 164 SGG | 1 Monat | ab Zustellung Urteil |

**Besonderheit:** Bei fehlender oder fehlerhafter Rechtsbehelfsbelehrung gilt eine Jahresfrist (§ 66 Abs. 2 SGG).

## Eilrechtsschutz (§ 86b SGG)

| Antrag | Ziel | Norm |
|---|---|---|
| Anordnung der aufschiebenden Wirkung | VA hat keine aufschiebende Wirkung | § 86b Abs. 1 SGG |
| Einstweilige Anordnung | Vorläufige Regelung eines Rechtsverhältnisses | § 86b Abs. 2 SGG |

Eilanträge in sozialgerichtlichen Verfahren (z. B. Grundsicherungsleistungen) sind häufig zeitkritisch — im Aktenauszug besonders hervorheben.

## Amtsermittlungsgrundsatz (§ 103 SGG)

Das Sozialgericht ermittelt den Sachverhalt von Amts wegen. Beweisangebote der Parteien sind möglich, aber das Gericht ist nicht daran gebunden. Im Aktenauszug daher:

- Eigene Beweiserhebungen des Gerichts (ärztliche Gutachten, Aktenbeiziehungen) gesondert erfassen
- Beigezogene Behördenakten nennen

## Besonderheiten im Aktenauszug

- Parteibezeichnungen: „Kläger/in" und „Beklagter" (Leistungsträger / Behörde)
- Streitgegenstand ist häufig ein Bescheid über Leistungsgewährung oder -versagung
- Leistungsart und Leistungszeitraum im Verfahrensidentifikationsblock aufführen
- Gutachten (ärztliche / berufskundliche) als eigene Kategorie in Beweismittel-Tabelle
- Kostenrecht: keine Gerichtskosten für Versicherte (§ 183 SGG)
