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name: spediteur-logistikvertrag-cisg-schadensersatz
description: "Internationales Handelsrecht: Spediteurrecht national (HGB §§ 453-466) und international. FIATA-Dokumente (FBL, FCR, FWR), Spediteurslagerschein, Haftungsregimes bei Sammelladung, Haftungsdurchbrechung durch Kenntnis vom Inhalt und Multimodaltransport im Internationales Handelsrecht Lex Mercatoria."
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# Spediteur- und Logistikvertrag

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: HGB §§ 1-7, 17-37 (Firma/Register), 48-58 (Prokura), 84-92c (Handelsvertreter), 343 ff. (Handelsgeschäfte), 373 ff. (Handelskauf); CISG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Worum es geht

Der Spediteur organisiert Transporte, schließt im eigenen Namen für Rechnung des Versenders ab (Fixkosten-Spediteur: §§ 459, 460 HGB) oder als Frachtführer (§ 458 HGB). Für internationale Spedition gibt FIATA standardisierte Dokumente heraus. Das Haftungsregime des Spediteurs ist komplex, da er verschiedene Subfrachtführer einsetzt.

## Kernnormen / Kernquellen

- **HGB § 453**: Speditionsvertrag — Definition
- **HGB § 454**: Pflichten des Spediteurs (Beförderung, Versicherung, Zoll, Benachrichtigung)
- **HGB § 459 Abs. 1**: Selbsteintritt als Frachtführer
- **HGB § 461**: Haftung des Spediteurs — HGB-Frachtrecht gilt entsprechend
- **FIATA Multimodal Transport Bill of Lading (FBL)**: Wertpapier für multimodale Transporte
- **FIATA FCR**: Forwarders Certificate of Receipt — nicht übertragbar
- **ADSp 2017**: Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen — AGB der Branche

## Schlüsselbegriffe

- Selbsteintritt §§ 458-460 HGB: Spediteur wird Frachtführer — eigene Haftung
- Sammelladung § 460 HGB: Haftungsregime bei Stückgutzusammenladung
- FIATA FBL: eigentliches Wertpapier (negotiable) — geeignet für Akkreditivzwecke
- Unbekannte Klausel im Konnossement: Spediteur haftet für Schäden wenn Inhalt nicht bekannt
- ADSp 2017 Haftungsgrenzen: 8,33 SZR/kg (wie CMR) aber mit Summenbegrenzungen

## Typische Streitfragen / Anwendungsfälle

1. Spediteur beauftragt Sub-Frachtführer — wer haftet bei Transportschaden gegenüber Versender?
2. FBL als Akkreditivdokument: Akzeptiert Bank FIATA FBL statt Sea BL?
3. ADSp 2017: Gelten AGB-Klauseln im grenzüberschreitenden Geschäft?
4. Multimodaler Transport: Welches Haftungsregime gilt bei unbekanntem Schadensort?
5. Spediteur als Exportkontrollverantwortlicher: Pflichten bei sanktionierten Ländern?

## Methodik

- Erstbestimmung Spediteur vs. Frachtführer: Pflicht zur Eigenbeförderung oder nur Organisation?
- Haftungsregime: bekannter Schadensort → Einzelregime (CMR, MÜ); unbekannt → ADSp/FIATA
- FBL für Akkreditive: nur wenn Bank ausdrücklich akzeptiert (UCP 600 Art. 19 Multimodal-Transport-Dokument)
- ADSp 2017: nur bei nationalen Verträgen; international: FIATA-Bedingungen besser
