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name: spezial-antrag-zahlen-schwellen-und-berechnung
description: "Antrag: Zahlen, Schwellenwerte und Berechnung: konkreter Spezialworkflow mit Sachverhaltsklärung, Rechtsrahmen, Belegen, Risikoampel und verwertbarem Output."
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# Antrag: Zahlen, Schwellenwerte und Berechnung

## Aufgabe
Dieser Skill ist ein konkreter Fachbaustein für `forschungszulage-antragstellung`. Ausgangspunkt ist: Forschungszulage-Antragstellung nach FZulG: adaptiver Fördercheck, BSFZ-Portaltexte mit Zeichenbudgets, Finanzamt-Antrag, FuE-Abgrenzung, Bemessungsgrundlage 2026, Auszahlung, Verlust-/Insolvenzlage, Dokumentation, Beihilfen, Einspruch und Mehrjahresroadmap.

Er führt durch **Zahlen, Schwellenwerte und Berechnung** im Themenfeld **Antrag**. Ziel ist nicht ein abstrakter Lexikontext, sondern ein belastbares Arbeitsprodukt für die nächste anwaltliche, behördliche, gerichtliche, organisatorische oder mandantenbezogene Entscheidung.

## Kaltstart
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:

1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?

## Arbeitsworkflow
1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Antrag** prüfen.
3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.

## Output-Standard
- **Kurzlage:** maximal fünf Sätze zu Ziel, Lage, Frist, Risiko und nächstem Schritt.
- **Prüfmatrix:** Punkt, Norm/Quelle, Tatsache, Beleg, Bewertung, To-do.
- **Arbeitsprodukt:** direkt nutzbarer Entwurf oder Baustein in der passenden Tonalität.
- **Qualitätsgate:** keine Scheingenauigkeit; Lücken, Annahmen und Live-Check-Bedarf ausdrücklich markieren.

## Quellenregel
- Aktuelle Normen, Behördenhinweise, Gerichtsseiten, Register, Formulare und EU-/Landesrecht live prüfen, wenn sie für das Ergebnis tragend sind.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben.
- Keine BeckRS-, juris-, Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
- Paywall-Literatur nur verwerten, wenn sie von der Nutzerin oder dem Nutzer als Text bereitgestellt wurde; dann nicht als frei verifizierte Quelle ausgeben.

## FZulG-Bemessungsgrundlage und Höchstgrenzen (vor Ausgabe live verifizieren)

| Position | Norm | Hinweis |
|---|---|---|
| Lohnaufwendungen FuE-Personal | § 3 Abs. 1, 2 FZulG | tatsächlich gezahlte sv-pflichtige Bruttolöhne der im Vorhaben tätigen Mitarbeiter, anteilig nach FuE-Zeit |
| Personalnebenkosten-Pauschale | § 3 Abs. 1 FZulG | + 25 % auf Lohnaufwendungen |
| Auftragsforschung | § 3 Abs. 4 FZulG | 70 % der entrichteten Entgelte für FuE-Auftragsforschung an Dritte mit Sitz im EWR |
| Eigenleistung Einzelunternehmer / Mitunternehmer | § 3 Abs. 3 FZulG | pauschal 70 EUR/Std., maximal 40 Std./Woche |
| Maximale Bemessungsgrundlage pro Jahr | § 3 Abs. 5 FZulG | ab 2024/2025 auf 10 Mio. EUR erhöht - vor Ausgabe verifizieren auf gesetze-im-internet.de |
| Zulagensatz | § 4 FZulG | regelmäßig 25 % der Bemessungsgrundlage; KMU + 10 % auf Antrag (insgesamt 35 %) |

## KMU-Definition

KMU im Sinne des FZulG nach AGVO (EU) 651/2014 Anhang I:
- < 250 Mitarbeiter UND
- Jahresumsatz <= 50 Mio. EUR ODER Jahresbilanzsumme <= 43 Mio. EUR
- Beteiligungsverhältnisse über 25 % aggregieren (Partnerunternehmen, verbundene Unternehmen)

## Praktischer Tipp

- **Personalzuordnung FuE-Zeit ist der zentrale Streitpunkt mit der Außenprüfung**. Lösung: Stundennachweise (Excel reicht, wenn lückenlos, datiert, mit Vorhaben-Nummer). Pauschale Schätzungen ("der Mitarbeiter macht zu 60 % FuE") werden bei Prüfungen regelmäßig gekürzt.
- **Auftragsforschung 70 %**: nicht 100 % der Rechnung, sondern 70 % als förderfähig. Das ist eine harte Pauschale - kein Spielraum.
- **Eigenleistung Einzelunternehmer / Mitunternehmer**: 70 EUR/Std. ist eine Pauschale, nicht der tatsächliche Stundensatz. Maximal 40 Std./Woche, d.h. 2.080 Std./Jahr × 70 EUR = 145.600 EUR p.a. (vor Ausgabe verifizieren).

## Beispiel-Berechnung

> FuE-Personal Lohnaufwand: 4 Mitarbeiter × 60 % FuE-Zeit × jeweils 80.000 EUR Bruttolohn = 192.000 EUR
> + Personalnebenkosten-Pauschale 25 %: + 48.000 EUR
> = 240.000 EUR förderfähig aus Lohn
>
> Auftragsforschung: Dritter im EWR, Rechnung 100.000 EUR (FuE-Anteil unstreitig) × 70 % = 70.000 EUR förderfähig
>
> Eigenleistung Einzelunternehmer: 800 Std. × 70 EUR = 56.000 EUR förderfähig
>
> Bemessungsgrundlage gesamt: 240.000 + 70.000 + 56.000 = 366.000 EUR
> Forschungszulage bei 35 % (KMU): 128.100 EUR
>
> Verrechnung gegen Körperschaftsteuer; soweit KSt < 128.100 EUR, Auszahlung des überschießenden Betrags nach § 10 Abs. 1 Satz 4 FZulG.

## Typische Fehler

- 100 % der Auftragsforschung angesetzt statt 70 %.
- KMU-Status nicht geprüft - bei Konzernzugehörigkeit unter 250 Mitarbeiter, aber Mutter > 250: kein KMU.
- Personalzuordnung pauschal - bei Außenprüfung Kürzung.
- Eigenleistung Einzelunternehmer ohne Stundennachweis - Pauschale wird gekürzt.
