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name: spezial-drohende-zahlen-schwellen-und-berechnung
description: "Drohende: Zahlen, Schwellenwerte und Berechnung: konkreter Spezialworkflow mit Sachverhaltsklärung, Rechtsrahmen, Belegen, Risikoampel und verwertbarem Output."
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# Drohende: Zahlen, Schwellenwerte und Berechnung

## Aufgabe
Dieser Skill ist ein konkreter Fachbaustein für `krisenfrueherkennung-starug`. Ausgangspunkt ist: Krisenfrüherkennung und Krisenmanagement nach StaRUG: Pflicht zum 24-Monats-Frühwarnsystem nach § 1 StaRUG, § 102 StaRUG Warnpflicht der Berater, Geschäftsführerhaftung, drohende Zahlungsunfähigkeit, integrierte Planung, Restrukturierungsplan und Stabilisierungsanordnung.

Er führt durch **Zahlen, Schwellenwerte und Berechnung** im Themenfeld **Drohende**. Ziel ist nicht ein abstrakter Lexikontext, sondern ein belastbares Arbeitsprodukt für die nächste anwaltliche, behördliche, gerichtliche, organisatorische oder mandantenbezogene Entscheidung.

## Kaltstart
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:

1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?

## Arbeitsworkflow
1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Drohende** prüfen.
3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.

## Output-Standard
- **Kurzlage:** maximal fünf Sätze zu Ziel, Lage, Frist, Risiko und nächstem Schritt.
- **Prüfmatrix:** Punkt, Norm/Quelle, Tatsache, Beleg, Bewertung, To-do.
- **Arbeitsprodukt:** direkt nutzbarer Entwurf oder Baustein in der passenden Tonalität.
- **Qualitätsgate:** keine Scheingenauigkeit; Lücken, Annahmen und Live-Check-Bedarf ausdrücklich markieren.

## Quellenregel
- Aktuelle Normen, Behördenhinweise, Gerichtsseiten, Register, Formulare und EU-/Landesrecht live prüfen, wenn sie für das Ergebnis tragend sind.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben.
- Keine BeckRS-, juris-, Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
- Paywall-Literatur nur verwerten, wenn sie von der Nutzerin oder dem Nutzer als Text bereitgestellt wurde; dann nicht als frei verifizierte Quelle ausgeben.

## Drohende Zahlungsunfähigkeit § 18 InsO — Tatbestand

- **§ 18 Abs. 2 InsO:** Schuldner droht zahlungsunfähig zu werden, wenn er voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen. **Prognosezeitraum 24 Monate** (seit SanInsFoG 2021 als Regelfall in der Norm).
- **Maßstab:** „**überwiegend wahrscheinlich**" — Quote tendenziell > 50 Prozent.
- **Schwelle zur Antragsmöglichkeit:** Schuldner darf antragen (§ 18 Abs. 1 InsO), muss aber nicht; bei eingetretener ZU (§ 17) oder Überschuldung (§ 19) muss er.

## Liquiditätsplan 24 Monate — Methodik

- Monatliche Granularität, integriert mit GuV und Bilanz.
- Cash-Inflows: Umsatzprognose mit Auftragsbestand, Working Capital Annahmen (DSO, DPO, DIO).
- Cash-Outflows: Personalkosten, Steuern, SV-Abgaben, Miete, Tilgung/Zinsen, Investitionen, sonstige Betriebsausgaben.
- Finanzierung: Kreditlinien, Kovenanten (Inanspruchnahme realistisch; Kündigungsrisiko in Sensitivität).
- Sensitivität: Best / Base / Worst.

## Schwellenwerte und Ampel

- **GRÜN — keine drohende ZU:**
  - Im 24-Monats-Horizont in keiner Periode Liquiditätsdeckung < 100 Prozent.
  - Worst-Case zeigt mindestens 100 Prozent.
  - Kovenanten mit Spielraum.
- **GELB — Vorstufe drohende ZU:**
  - Base-Case zeigt 100 Prozent, Worst-Case < 100 Prozent.
  - Maßnahmenplan mit Sanierungsschritten in Vorbereitung.
- **ROT — drohende ZU § 18 InsO:**
  - In einzelnen Perioden des 24-Monats-Horizonts Liquiditätsdeckung < 100 Prozent — auch im Base-Case.
  - Rechtsfolge: StaRUG-Tor offen, StaRUG-Anzeige § 31 StaRUG erwägen.
  - Achtung: Eintritt § 17 InsO ZU oder § 19 InsO Überschuldung blockt StaRUG; dann § 15a InsO Antragspflicht.

## Verteidigungslinien gegen drohende ZU

- **Rangrücktritt § 39 Abs. 2 InsO** (qualifiziert) für Gesellschafterforderungen.
- **Stundungsvereinbarungen** mit Lieferanten und Finanzgläubigern (schriftlich, verbindlich).
- **Patronatserklärung** (harte Erklärung) des Gesellschafters.
- **Kapitalmaßnahmen** (Kapitalerhöhung, Gesellschafterzuschuss).
- **Bankenstandstill** mit verbindlichem Term Sheet.

## Anti-Halluzinations-Hinweis
- **24 Monate** für § 18 InsO drohende ZU — nicht zu verwechseln mit 12 Monaten für § 19 InsO Überschuldungs-Fortbestehensprognose.
- Pandemie-Sonderregelungen sind ausgelaufen — kein Bezug mehr auf 4 Monate.
