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name: spezial-strafrecht-fristen-form-und-zustaendigkeit
description: "Strafrecht: Fristen, Form, Zuständigkeit und Rechtsweg: konkreter Spezialworkflow mit Sachverhaltsklärung, Rechtsrahmen, Belegen, Risikoampel und verwertbarem Output."
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# Strafrecht: Fristen, Form, Zuständigkeit und Rechtsweg

## Aufgabe
Dieser Skill ist ein konkreter Fachbaustein für `strafzumessung`. Ausgangspunkt ist: Strafzumessung nach deutschem Strafrecht vom Strafbefehl bis zur grossen Strafkammer. § 46 StGB Strafzumessungstatsachen Tagessatz Geldstrafe Freiheitsstrafe Bewaehrung § 56 § 49 Regelbeispiele besonders schwerer Fall Verstaendigung § 257c StPO TOA § 46a Gesamtstrafe § 55 JGG.

Er führt durch **Fristen, Form, Zuständigkeit und Rechtsweg** im Themenfeld **Strafrecht**. Ziel ist nicht ein abstrakter Lexikontext, sondern ein belastbares Arbeitsprodukt für die nächste anwaltliche, behördliche, gerichtliche, organisatorische oder mandantenbezogene Entscheidung.

## Kaltstart
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:

1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?

## Arbeitsworkflow
1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Strafrecht** prüfen.
3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.

## Output-Standard
- **Kurzlage:** maximal fünf Sätze zu Ziel, Lage, Frist, Risiko und nächstem Schritt.
- **Prüfmatrix:** Punkt, Norm/Quelle, Tatsache, Beleg, Bewertung, To-do.
- **Arbeitsprodukt:** direkt nutzbarer Entwurf oder Baustein in der passenden Tonalität.
- **Qualitätsgate:** keine Scheingenauigkeit; Lücken, Annahmen und Live-Check-Bedarf ausdrücklich markieren.

## Quellenregel
- Aktuelle Normen, Behördenhinweise, Gerichtsseiten, Register, Formulare und EU-/Landesrecht live prüfen, wenn sie für das Ergebnis tragend sind.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben.
- Keine BeckRS-, juris-, Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
- Paywall-Literatur nur verwerten, wenn sie von der Nutzerin oder dem Nutzer als Text bereitgestellt wurde; dann nicht als frei verifizierte Quelle ausgeben.

## Strafzumessungs-Fristen / Form / Zustaendigkeit Bausteine
- **Strafzumessungs-Zustaendigkeit nach Verfahrensstand:**
  - **StA-Antrag Strafbefehl § 407 StPO:** StA setzt Strafmass vor.
  - **AG Strafrichter § 25 GVG:** bis 2 Jahre Freiheitsstrafe.
  - **AG Schoeffengericht § 28 GVG:** bis 4 Jahre.
  - **LG grosse Strafkammer § 76 GVG:** ueber 4 Jahre / Wirtschaft.
  - **LG Schwurgericht § 74 II GVG:** Toetungsdelikte.
- **Strafzumessungs-relevante Fristen:**
  - **Verjaehrungsfristen** §§ 78-79b StGB:
    - 3 Jahre: Vergehen mit Strafrahmen bis 1 Jahr (§ 78 III Nr. 5 StGB).
    - 5 Jahre: 1-5 Jahre Strafrahmen.
    - 10 Jahre: 5-10 Jahre Strafrahmen.
    - 20 Jahre: ueber 10 Jahre Strafrahmen.
    - 30 Jahre: lebenslange Freiheitsstrafe.
    - Mord § 211 StGB: unverjaehrbar § 78 II StGB.
    - **§ 78c StGB Unterbrechung** durch z. B. Vernehmung Beschuldigter, Erhebung oeffentliche Klage, Eroeffnungsbeschluss; **§ 78b StGB Ruhen** bei Verhinderung gesetzlicher Verfolgung.
  - **Bewaehrungszeit § 56a StGB:** 2-5 Jahre.
  - **Bewaehrungswiderruf § 56f StGB** bei neuer Tat in Bewaehrungszeit.
  - **Strafrest-Aussetzung § 57 StGB:** nach Halbstrafe (Erstverurteilung) oder 2/3 (Regel).
  - **BZRG-Tilgungsfristen § 46 BZRG:** 5 Jahre (Geldstrafe bis 90 TS, Freiheitsstrafe bis 3 Monate), 10 Jahre (bis 1 Jahr), 15 Jahre (sonst).
- **Form-Re-Check Strafzumessung:**
  - **Urteilsbegruendung §§ 267 StPO** muss Strafzumessungstatsachen § 46 StGB einzeln darstellen; Lueckenhaftigkeit = Sachruege Revision.
  - **Doppelverwertungsverbot § 46 III StGB** beachten (Tatbestandsmerkmale nicht zugleich strafschaerfend).
  - **Verstaendigung § 257c StPO** schriftlich im Protokoll; Belehrung § 257c V StPO Pflicht.
- **Rechtsweg Strafzumessung:**
  - Berufung § 314 StPO bei AG-Urteil; volle Tatsachenrevision.
  - Revision §§ 333, 337 StPO Sachruege gegen Strafzumessung; Erfolg selten (BGH-Linie: Strafzumessung Tatrichter, nur Wertungsfehler / Lueckenhaftigkeit greift).
  - Nachtraegliche Gesamtstrafe § 460 StPO Antrag Vollstreckungsbehoerde / Gericht.
