---
name: spezial-vertragspruefung-fristennotiz-und-naechster-schritt
description: "Vertragspruefung: Fristennotiz und nächster Schritt: konkreter Spezialworkflow mit Sachverhaltsklärung, Rechtsrahmen, Belegen, Risikoampel und verwertbarem Output."
---

# Vertragspruefung: Fristennotiz und nächster Schritt

## Aufgabe
Dieser Skill ist ein konkreter Fachbaustein für `berufsrecht-ki-vertragspruefung`. Ausgangspunkt ist: Berufsrechtliche und strafrechtliche Vorprüfung von Vertraegen mit privaten Legal-AI-Anbietern. Für Anwaelte StB WP Patentanwaelte Notare. §§ 43e BRAO 62a StBerG 50a WPO 39c PAO 26a BNotO § 203 StGB. DAV-Stellungnahme. Gutachten Rückfragebrief Klauseln.

Er führt durch **Fristennotiz und nächster Schritt** im Themenfeld **Vertragspruefung**. Ziel ist nicht ein abstrakter Lexikontext, sondern ein belastbares Arbeitsprodukt für die nächste anwaltliche, behördliche, gerichtliche, organisatorische oder mandantenbezogene Entscheidung.

## Kaltstart
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:

1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?

## Arbeitsworkflow
1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Vertragsprüfung** prüfen.
3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.

## Prüfablauf bei Legal-AI-Vertrag
1. **Dokumentenbestand sichten**: Hauptvertrag/AGB, AVV nach Art. 28 DSGVO, SCC bei Drittlandtransfer, TOMs, Sub-Processor-Liste, Trust-Center-Informationen, etwaige Anhänge (Sicherheits-, Notfallplan).
2. **Verpflichtungserklärung** nach § 203 Abs. 4 S. 2 Nr. 1 StGB i. V. m. §§ 43e BRAO / 62a StBerG / 50a WPO einholen und archivieren.
3. **Trainingsausschluss** und **No-Logs-Klausel** vertraglich verankern; Default-Einstellungen prüfen (Trainingsnutzung opt-out vs. opt-in).
4. **Datenresidenz** vertraglich fixieren (EU/EWR oder DPF-zertifizierte US-Region); Eskalationsklausel bei Transfer in Drittland ohne Garantie.
5. **Audit- und Auskunftsrecht** für Berufsträger durchsetzen (Mindeststandard: jährlich, schriftlich, Vor-Ort bei Verdacht).
6. **Berufshaftpflicht prüfen**: KI-Risiko im Versicherungsschutz; ggf. Anpassung gemäß § 51 BRAO.
7. **Mandanteneinwilligung** vorbereiten, sofern erforderlich (Konstellationen mit qualifizierter Offenbarung).

## Typische Fristen in Vertragsverhandlung
- **Sofort (vor Tool-Einsatz)**: Verpflichtung Dienstleister, AVV, Schweigepflichthinweis nach § 203 StGB.
- **30 Tage vor Inkrafttreten**: Information Sub-Dienstleisterkette (DSGVO Art. 28 Abs. 2).
- **Quartalsweise**: Reviews der TOMs, Veränderungen bei Anbieter prüfen.
- **Jährlich**: Audit/Selbstauskunft Dienstleister.
- **Anlassbezogen**: Datenpanne, Datenschutzvorfall, Anbieterwechsel.

## Nächste Schritte nach Prüfung
- **Grün**: Freigabe mit Auflagen (Logging, Schulung, Klassifizierung Mandantendaten).
- **Gelb**: Nachverhandlung mit konkreten Klauseländerungen (Trainingsausschluss, Datenresidenz, Audit-Recht).
- **Rot**: Stopp; alternatives Tool prüfen oder vertragliche Nachschärfung als Hard-Stop-Bedingung formulieren.

## Trade-off
Schnelle Einführung neuer Legal-AI-Tools verlangt nach Berufsträger-Sorgfalt. Die "DAV-Stellungnahme Nr. 26/2023" zur Nutzung von KI-Tools betont die Verantwortung des Berufsträgers für Tool-Auswahl und Mandantenaufklärung; Inhalt im Original prüfen, da Stellungnahmen fortgeschrieben werden.

## Output-Standard
- **Kurzlage:** maximal fünf Sätze zu Ziel, Lage, Frist, Risiko und nächstem Schritt.
- **Prüfmatrix:** Punkt, Norm/Quelle, Tatsache, Beleg, Bewertung, To-do.
- **Arbeitsprodukt:** direkt nutzbarer Entwurf oder Baustein in der passenden Tonalität.
- **Qualitätsgate:** keine Scheingenauigkeit; Lücken, Annahmen und Live-Check-Bedarf ausdrücklich markieren.

## Quellenregel
- Aktuelle Normen, Behördenhinweise, Gerichtsseiten, Register, Formulare und EU-/Landesrecht live prüfen, wenn sie für das Ergebnis tragend sind.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben.
- Keine BeckRS-, juris-, Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
- Paywall-Literatur nur verwerten, wenn sie von der Nutzerin oder dem Nutzer als Text bereitgestellt wurde; dann nicht als frei verifizierte Quelle ausgeben.
