---
name: stb-bwa-kennzahlen-rentabilitaet-eigenkapital
description: "Rentabilitaetskennzahlen Eigenkapitalrendite Gesamtkapitalrendite ROI Umsatzrentabilitaet. Anwendungsfall Quartals- oder Jahresauswertung Beratungsgespraech Investor-Update. Methodik Berechnung Bewertung Branchenvergleich Praktische Aussage. Output Rentabilitaets-Kennzahlenblatt mit Erlaeuterung."
---

# Rentabilitaetskennzahlen — Eigenkapital- Gesamtkapital-Rendite ROI

## Kernsachverhalt

Rentabilitaetskennzahlen zeigen, wie effizient ein Unternehmen Kapital einsetzt. Die wichtigsten: Eigenkapital-Rendite (Return on Equity), Gesamtkapital-Rendite (Return on Investment), Umsatzrentabilitaet (Return on Sales). Der Steuerberater nutzt sie fuer Mandantenbewertung, Investor-Update und Vergleich mit Marktstandards. Bei haftungsbeschraenkten Gesellschaften besonders relevant: ueber 5-Jahres-Durchschnitt nachhaltige Rentabilitaet ist Indikator fuer Going-concern (§ 252 HGB).

## Kaltstart-Rueckfragen

1. Welcher Berichtszeitraum — Jahresende, Quartal, kumuliert?
2. Welche Bezugsgroesse — gezeichnetes Kapital, bilanzielles Eigenkapital, durchschnittliches EK?
3. Sind kalkulatorische Positionen einzubeziehen (kalk. Unternehmerlohn, kalk. Zinsen)?
4. Welche Branchenvergleichsbasis?
5. Sondereffekte zu bereinigen (Anlagenverkauf, Sonderabschreibung)?
6. Welche Bezugsperiode fuer Durchschnitts-EK (Jahresanfang/Ende, Quartals-Mittel)?
7. Welche Steuerquote ist anzusetzen (bei mehrjaehrigen Vergleichen)?
8. Welcher Verwendungszweck — interne Steuerung, Investor-Update, Konzern-Reporting?

## Rechtlicher Rahmen

### Primaernormen

**§ 252 HGB** — Going-concern; Rentabilitaet ist Indikator.

**§ 33 StBerG** — StB-Aufgabenkreis.

**§ 91 Abs. 2 AktG / analog GmbH** — Risikofrueherkennung; ueber 5-Jahres-Trend ablesbar.

### Standards

- IDW S 1 — Grundsaetze zur Durchfuehrung von Unternehmensbewertungen (DCF-/Multiplikator-Verfahren).
- DRS 17 — Berichterstattung Lage-Bericht.
- BBE-Branchenkennzahlen.

## Workflow

### Phase 1 — Datenbasis

- Bilanz Anfang und Ende des Berichtszeitraums.
- GuV/BWA der Periode.
- Detail-Daten Eigenkapital (gezeichnet, Ruecklagen, Bilanzgewinn).
- Bei Personenunternehmen: Kapitalkonto-Bewegungen.

### Phase 2 — Berechnung Standard-Kennzahlen

```
EIGENKAPITALRENDITE vor Steuern:
  Jahresergebnis vor Steuern / Durchschnittliches Eigenkapital * 100

EIGENKAPITALRENDITE nach Steuern:
  Jahresueberschuss / Durchschnittliches Eigenkapital * 100

GESAMTKAPITALRENDITE (ROA, Return on Assets):
  (Jahresergebnis vor Steuern + Zinsaufwand) / Durchschnittliche Bilanzsumme * 100

RETURN ON INVESTMENT (ROI, DuPont):
  Umsatzrentabilitaet * Kapitalumschlag
  = (Gewinn/Umsatz) * (Umsatz/Bilanzsumme)

UMSATZRENTABILITAET:
  Jahresergebnis / Umsatz * 100

EBIT-MARGE:
  EBIT / Umsatz * 100

EBITDA-MARGE:
  EBITDA / Umsatz * 100
```

### Phase 3 — Schwellenwerte und Bewertung (Daumenregeln, branchenabhaengig)

| Kennzahl | Gruen (typisch) | Gelb (typisch) | Rot (typisch) |
|---|---|---|---|
| Eigenkapitalrendite (nach Steuern) | ueber ca. 15 Prozent | ca. 5-15 Prozent | unter ca. 5 Prozent |
| Gesamtkapitalrendite | ueber ca. 10 Prozent | ca. 5-10 Prozent | unter ca. 5 Prozent |
| Umsatzrentabilitaet | ueber ca. 8 Prozent | ca. 3-8 Prozent | unter ca. 3 Prozent |
| EBITDA-Marge | ueber ca. 15 Prozent | ca. 8-15 Prozent | unter ca. 8 Prozent |

Die Schwellenwerte sind Branchen-Daumenregeln und vor dem Mandantengespraech mit aktuellen BBE-Branchendaten abzugleichen. Industriebetriebe weisen typischerweise hoehere EK-Renditen aus; Handel hat oft geringe Umsatzrentabilitaet bei hohem Kapitalumschlag.

### Phase 4 — DuPont-Analyse

Zerlegung ROI in zwei Hebel:
- Umsatzrentabilitaet (Margenhebel)
- Kapitalumschlag (Effizienzhebel)

Beispiel: ROI 8 Prozent kann sich aus Umsatzrentabilitaet 4 Prozent x Kapitalumschlag 2 ergeben (Handel) oder Umsatzrentabilitaet 8 Prozent x Kapitalumschlag 1 (Industrie).

### Phase 5 — Mehrjahres-Trend

- 5-Jahres-Trend EK-Rendite ist Indikator fuer Going-concern.
- Bei nachhaltig fallender EK-Rendite: Krisenfrueherkennung.
- Bei stark schwankender Rendite: Volatilitaets-Risiko.

### Phase 6 — Erlaeuterung und Beratungsempfehlung

- Mandant in Branchenkontext einordnen.
- Bei unterdurchschnittlicher EK-Rendite: Massnahmen (Preisgestaltung, Kostenstruktur, Bilanzpolitik).
- Bei langfristig negativen Renditen: Hinweispflicht § 102 StaRUG aufgrund Eigenkapitalverzehr.

## Output

- Rentabilitaets-Kennzahlenblatt.
- 5-Jahres-Trend-Grafik.
- DuPont-Analyse.
- Erlaeuterungstext mit Branchenvergleich.

## Strategie und Praxis-Tipps

- Bei haftungsbeschraenkten Gesellschaften EK-Rendite vor und nach Steuern parallel ausweisen.
- Bei Personenunternehmen: EK-Rendite ohne kalkulatorischen Unternehmerlohn ist irrefuehrend.
- Bei Holding-Strukturen: bereinigte Renditen ohne reine Beteiligungs-Ergebnisse.
- Bei Konzern: ROCE (Return on Capital Employed) statt ROI.
- StBVV: Standardkennzahlen pauschaliert, Mehrjahres-Trend als Zusatzauftrag.
- DATEV-Tipp: Kennzahlen-Modul mit Standard-Formeln; individuelle Anpassung ueber Berater-Stammdaten.

## Querverweise

- `stb-bwa-aufbau-grundlagen` — BWA-Grundlagen.
- `stb-bwa-statische-liquiditaet-kennzahlen` — Liquiditaetskennzahlen.
- `stb-bwa-cashflow-laienverstaendlich` — Cashflow.
- `stb-bwa-branchenvergleich-bbe-datev` — Branchenvergleich.
- `stb-bwa-mandantenreport-monatlich` — Monatsreport.
- `stb-bwa-sus-bilanz-pruefung` — Krisenfrueherkennung BWA/SuSa/Bilanz.

## Quellen und Updates

Stand: 05/2026.

- HGB §§ 252, 264.
- StBerG § 33.
- StaRUG § 102.
- IDW S 1, DRS 17.
- BBE-Branchenkennzahlen.
- Coenenberg, Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse.

<!-- AUDIT 27.05.2026 | welle 6 | 1 Marker aufgeloest: 1 ersetzt (Daumenregel-Hinweis ohne Marker neu formuliert) -->
