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name: strafr-dysfunk-pflichtverteidiger-entpflichtung-143a
description: "Entpflichtung des Pflichtverteidigers nach § 143a Abs: 2 StPO insbesondere Variante 2 (zerruettetes Vertrauensverhaeltnis) abwehren. Strenge Voraussetzungen. Konkrete Tatsachen die das Vertrauensverhael..."
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# Entpflichtung des Pflichtverteidigers nach § 143a Abs


## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: StGB §§ 13, 22, 23, 25, 32, 35, 46, 47, 56, 57, StPO §§ 100a, 102, 105, 112, 136, 137, 140, 147, 152, 153a, 244, 257c, 261, 264, 265, 267, 304, 341, 344, 349; StPO; StGB — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

**Fokus:** Entpflichtung des Pflichtverteidigers nach § 143a Abs. 2 StPO insbesondere Variante 2 (zerruettetes Vertrauensverhaeltnis) abwehren. Strenge Voraussetzungen. Konkrete Tatsachen die das Vertrauensverhaeltnis endgueltig zerruetten. Pauschale Konfliktverteidigung traegt die Entpflichtung nicht. Stellungnahme des Mandanten ist entscheidend. Verteidigung gegen den Antrag der StA oder des Gerichts.

### Pflichtverteidiger-Entpflichtung § 143a Abs. 2 StPO abwehren

## Kaltstart-Rueckfragen

1. Wer beantragt die Entpflichtung (Staatsanwaltschaft, Gericht von Amts wegen, Mandant)?
2. Welche Variante § 143a Abs. 2 Nr. 1 bis Nr. 3 StPO wird angefuehrt?
3. Welche konkrete Tatsache traegt den Vorwurf der Zerruettung?
4. Hat der Mandant Stellung genommen oder will er bei der Verteidigerwahl bleiben?

## Norminhalt § 143a Abs. 2 StPO

- Nr. 1: andere Verteidigung gewaehlt und Anzeige.
- Nr. 2: andere Pflichtverteidigung erforderlich.
- Nr. 3 Variante 1 und 2: kein Vertrauen mehr in der Sache bzw zerruettetes Vertrauensverhaeltnis aus anderen Gruenden.

## Verteidigung gegen den Entpflichtungsantrag

- § 143a Abs. 2 Nr. 3 Variante 2 StPO ist eng auszulegen. Erforderlich ist eine objektiv begruendete und endgueltige Zerruettung.
- Konfliktverteidigung allein traegt die Zerruettung nicht.
- Stellungnahme des Mandanten ist zentral. Pflichtverteidiger ist Verteidiger des Beschuldigten, nicht des Gerichts.
- Hinweis auf § 137 Abs. 1 StPO und auf das Recht des Beschuldigten auf wirksame Verteidigung.

## Praktisches Vorgehen

- Schriftliche Stellungnahme. Tatsachenlage zur Zusammenarbeit dokumentieren.
- Schriftliche Bestaetigung des Mandanten beiziehen, dass er an der Verteidigung festhalten will.
- Bei Beschluss: sofortige Beschwerde § 142 Abs. 7 StPO oder § 304 StPO prüfen.

## Pitfalls

- Wenn das Verhältnis tatsaechlich zerruettet ist, im Interesse des Mandanten ehrlich prüfen und ggf einer geordneten Mandatsbeendigung Vorrang geben.
- Pflichtverteidigerwechsel nicht als persönliche Niederlage werten.
