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name: strafrecht-polizeifilmerei-201-stgb-kug-verteidigung
description: "Strafverteidigung bei Vorwurf wegen Filmens von Polizeieinsätzen: § 201 StGB, § 201a StGB, KunstUrhG/KUG §§ 22 bis 23 sowie § 33, Beschlagnahme des Smartphones, Beweisverwertung, Strafbefehl, Widerspruch gegen polizeiliche Maßnahmen und Verteidigungslinie:..."
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# Strafverteidigung bei Vorwurf wegen Filmens von Polizeieinsätzen: § 201 StGB, § 201a StGB, KunstUrhG/KUG §§ 22 bis 23 sowie § 33, Beschlagnahme des Smartphones, Beweisverwertung, Strafbefehl, Widerspruch gegen polizeiliche Maßnahmen und Verteidigungslinie.


## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: StGB §§ 13, 22, 23, 25, 32, 35, 46, 47, 56, 57, StPO §§ 100a, 102, 105, 112, 136, 137, 140, 147, 152, 153a, 244, 257c, 261, 264, 265, 267, 304, 341, 344, 349; StPO; StGB — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

**Fokus:** Strafverteidigung bei Vorwurf wegen Filmens von Polizeieinsätzen: § 201 StGB, § 201a StGB, KunstUrhG/KUG §§ 22 bis 23 sowie § 33, Beschlagnahme des Smartphones, Beweisverwertung, Strafbefehl, Widerspruch gegen polizeiliche Maßnahmen und Verteidigungslinie.

### Polizeifilmerei, § 201 StGB Und KUG In Der Verteidigung

## Worum es geht

Dieser Skill verteidigt gegen Vorwürfe, die aus Smartphoneaufnahmen von Polizeimaßnahmen entstehen: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes, angeblich rechtswidrige Bildveröffentlichung, Beschlagnahme des Handys, Widerstandsvorwurf nach Wegnahme des Geräts, Strafbefehl oder Einstellungsverhandlung. Der Skill arbeitet ausdrücklich nicht mit der These „alles ist immer erlaubt“. Er baut eine belastbare Verteidigung: Öffentlichkeit, Beweissicherungszweck, Grundrechte, fehlende Veröffentlichung, fehlender Vorsatz, fehlende konkrete Gefahr, mildere Mittel und Verhältnismäßigkeit.

## Kaltstartfragen

1. Liegt Strafbefehl, Anhörung, Beschlagnahmebeschluss, Durchsuchungsprotokoll, Polizeibericht oder Aktenauszug vor?
2. Was wurde aufgenommen: Bild ohne Ton, Tonspur, Livestream, gezielte Audioaufnahme, Bodenaufnahme mit Ton, Nahaufnahme, Opfer-/Unfalllage?
3. Wo und wie laut war die Situation: öffentlicher Raum, Versammlung, mehrere Umstehende, formalisierte Ansprache, vertrauliche Personalienabfrage, Dienststelle?
4. Wurde veröffentlicht, weitergeleitet, nur gespeichert, an Anwalt gegeben oder als Beweismittel angeboten?
5. Welche Folgevorwürfe gibt es: Widerstand, tätlicher Angriff, Beleidigung, Hausfriedensbruch, Datenschutz, KUG-Strafantrag, § 201a StGB?

## Verteidigungsmatrix

| Vorwurf | Verteidigungslinie |
| --- | --- |
| § 201 StGB | Nichtöffentlichkeit bestreiten: öffentlicher Einsatz, mithörende Dritte, laute/formalisierte Amtskommunikation, Versammlungskontext, Beweissicherung, keine gezielte heimliche Gesprächsausforschung. |
| Unbefugtheit | Grundrechtlich geschützter Dokumentationszweck, Presse-/Meinungs-/Versammlungsbezug, Beweissicherung gegen mögliche Rechtsverletzung, keine Störung der Maßnahme. |
| KUG/§ 33 KunstUrhG | Bloßes Herstellen von Bildaufnahmen ist keine Tathandlung; Veröffentlichung gesondert prüfen; bei Versammlung/Zeitgeschehen kommen § 23 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 3 KunstUrhG in Betracht. |
| § 201a StGB | Keine Hilflosigkeit oder kein höchstpersönlicher Lebensbereich; hilflose Dritte wurden nicht erkennbar gezeigt oder bewusst ausgeblendet. |
| Smartphone-Beschlagnahme | Anfangsverdacht und Verhältnismäßigkeit angreifen; Gerät als Alltags- und Verteidigungswerkzeug; mildere Mittel: Datensicherung, Auswertung nur relevanter Datei, anwaltliche Sichtung. |
| Widerstand/Folgevorwurf | Rechtmäßigkeit der Diensthandlung, Verständlichkeit der Anordnung, Eskalation durch rechtswidriges Filmverbot, subjektive Verteidigungssituation prüfen. |

## Strafbefehl Und Hauptverhandlung

1. Strafbefehl fristgerecht angreifen und auf Akteneinsicht bestehen.
2. Aufnahme sichern, aber keine ungeprüfte Veröffentlichung nachholen.
3. Zeugen zu Öffentlichkeit, Lautstärke, Abstand, Anlass und Nichtstörung benennen.
4. Polizeiliche Bodycam, Leitstellenfunk, Einsatzdokumentation und Beschlagnahmeprotokoll beiziehen.
5. Wenn § 201 StGB auf Ton gestützt wird: genaue Worte, Adressatenkreis, Mithörbarkeit und Öffentlichkeitsbezug rekonstruieren.
6. Wenn KUG auf Bilder gestützt wird: Veröffentlichung, Erkennbarkeit, Strafantrag, § 23-Ausnahme und berechtigtes Interesse prüfen.

## Antrags- Und Beweisbausteine

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Es wird bestritten, dass ein nichtöffentlich gesprochenes Wort im Sinne des § 201 StGB aufgezeichnet wurde. Die Äußerungen erfolgten im öffentlichen Raum während einer polizeilichen Amtshandlung, waren für Umstehende wahrnehmbar und dienten der Durchführung einer staatlichen Maßnahme. Die Aufnahme erfolgte aus Beweissicherungsgründen, nicht zur heimlichen Gesprächsausforschung.
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```text
Eine Strafbarkeit nach § 33 KunstUrhG scheidet bereits aus, soweit lediglich das Anfertigen einer Bildaufnahme in Rede steht. Das KunstUrhG sanktioniert die rechtswidrige Verbreitung oder öffentliche Zurschaustellung, nicht die bloße Herstellung. Eine Veröffentlichung wurde nicht vorgenommen; hilfsweise wären Zeitgeschehen, Versammlungskontext und berechtigte Dokumentationsinteressen zu prüfen.
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```text
Es wird beantragt, die vollständige Einsatzdokumentation einschließlich Bodycam-Vermerk, Funkprotokoll, Einsatzbericht, Beschlagnahmeprotokoll und etwaiger dienstlicher Videoaufnahmen beizuziehen, weil sie für Öffentlichkeit, Anlass, Eskalationsdynamik, Rechtsgrundlage und Verhältnismäßigkeit der polizeilichen Maßnahme erheblich sind.
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## Quellen Und Rechtsprechung

- StGB § 201 und § 201a; KunstUrhG §§ 22, 23, 33; GG Art. 5 und Art. 8.
- BVerfG, Beschluss vom 24.07.2015 - 1 BvR 2501/13: Gegenaufnahmen von Polizeibeamten auf einer Versammlung dürfen nicht ohne konkrete Gefahr als KUG-Verstoß behandelt werden.
- BVerwG, Urteil vom 28.03.2012 - 6 C 12.11: Polizeiliches Fotografierverbot gegenüber Presse braucht tragfähige Gefahr; grundrechtliche Presseposition und mildere Mittel sind zu berücksichtigen.
- OLG Zweibrücken, Beschluss vom 30.06.2022 - 1 OLG 2 Ss 62/21: Tonaufnahme bei Polizeikontrolle kann § 201-StGB-Anfangsverdacht tragen; in der Verteidigung als strenge Gegenlinie offen adressieren.
- Wissenschaftliche Dienste des Bundestages, WD 7 - 3000 - 095/22: Überblick zur strafrechtlichen Beurteilung audiovisueller Aufnahmen von Polizeieinsätzen.

## Qualitätsgate

- Kein pauschales „Polizei darf man immer filmen“; Tonrisiko sauber prüfen.
- Keine Übernahme polizeilicher Standardbehauptung „geheimes Wort“ ohne konkrete Nichtöffentlichkeitsprüfung.
- KUG immer als Veröffentlichungsrecht behandeln, nicht als Herstellungsverbot.
- Beschlagnahme und Auswertung des Smartphones gesondert auf Rechtsgrundlage und Verhältnismäßigkeit prüfen.
