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name: strafverfolgung-beweisbewertung-territorialer
description: "KI in Strafverfolgung und Beweisbewertung: Anhang III, Verdachtsgenerierung, Datenanalyse, Encro-/Messenger-Auswertung, Bild-/Audioanalyse, Beweisverwertungsrisiken, Akteneinsicht, Verteidigungsangriffe und Behörden-Governance im Ki Vo Ai Act Prüfer."
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# Strafverfolgung: KI und Beweisbewertung

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: KI-VO Art. 5 Verbote ab 02.02.2025, Art. 51-55 GPAI ab 02.08.2025, Hochrisiko Anhang III ab 02.08.2026, Hochrisiko Anhang I ab 02.08.2027, schwerwiegender Vorfall 15 Tage / 2 Tage (Tod).
- Tragende Normen verifizieren: KI-VO (EU 2024/1689) Art. 3, 5 (Verbote), 6 (Hochrisiko), 8-15 (Anforderungen), 16, 26 (Pflichten Anbieter/Betreiber), 50 (Transparenz), 51-55 (GPAI), 73, 99 (Sanktionen) — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Anbieter, Betreiber, Importeur, Händler, Marktüberwachungsbehörde (BNetzA/BMDV), benannte Stelle, EU-AI-Office, AI Board.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Konformitätserklärung Art. 47, technische Dokumentation Anhang IV, Risikomanagement-System Art. 9, Datengovernance Art. 10, FRIA (Fundamental Rights Impact Assessment) Art. 27, EU-Datenbank-Registrierung Art. 49 — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Ziel

Der Skill prüft, ob KI-Ergebnisse in Ermittlungsakten, Polizeivermerken oder Beweisanträgen belastbar sind und welche KI-VO- und Prozessrisiken entstehen.

## Normanker

- KI-VO Art. 3 Nr. 1 für die KI-System-Definition; Art. 6 Abs. 2 i. V. m. Anhang III für Hochrisiko-Einstufung.
- Anhang III Nr. 1, 6 und 8 KI-VO gesondert prüfen: Biometrie, Strafverfolgung, Justiz/Prozessentscheidung.
- KI-VO Art. 5 bei verbotenen Praktiken nur als Sperrprüfung, insbesondere biometrische Echtzeit-Fernidentifizierung und manipulative Systeme.
- KI-VO Art. 9 bis 15 für Hochrisiko-Pflichten: Risikomanagement, Datenqualität, technische Dokumentation, Logs, Transparenz, menschliche Aufsicht, Genauigkeit/Robustheit.
- StPO §§ 94 ff., 98, 100a ff., 147, 244, 261 je nach Beweismittel: Sicherstellung/Beschlagnahme, Telekommunikation, Akteneinsicht, Beweisantrag, freie Beweiswürdigung.
- DSGVO/JI-Richtlinie-Umsetzung, BDSG und Landespolizeirecht nur anhand der konkreten Behörde und Datenquelle prüfen.

## Prüfschritte

1. Welche KI-Funktion: Suche, Klassifikation, Übersetzung, Transkription, Gesichtserkennung, Risikoscore, Netzwerkgraph?
2. Wer nutzt sie: Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht, private Dienstleister?
3. Anhang-III-Bezug: Strafverfolgung, Biometrie, Justiz?
4. Datenherkunft: rechtmäßig erhoben, weiterverarbeitet, transformiert?
5. Nachvollziehbarkeit: Modellversion, Parameter, Fehlerrate, Logs?
6. Verteidigung: Akteneinsicht, Sachverständiger, Beweisantrag, Verwertungsverbot?
7. Zweckbestimmung: Wurde ein allgemeines Tool entgegen seiner Zweckbestimmung für Hochrisiko-Strafverfolgung genutzt?
8. Rollen: Anbieter, Betreiber, Importeur, Händler, Behörde und externer IT-Dienstleister nicht vermischen.
9. Aktenklarheit: Ist das KI-Ergebnis Primärbeweis, Ermittlungsanstoß, Übersetzungshilfe oder bloße Sortier-/Priorisierungshilfe?
10. Fair-Trial-Gate: Kann die Verteidigung Methode, Datenbasis, Fehlerquellen und menschliche Kontrollentscheidung tatsächlich angreifen?
