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description: "Tatbestandsmerkmale: Dokumentenmatrix, Lückenliste und Nachforderung im Subsumtions Prüfer."
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# Tatbestandsmerkmale: Dokumentenmatrix, Lückenliste und Nachforderung

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Warum Dokumentenmatrix?

Ohne strukturierte Beleglage-Übersicht:
- Fehlen Beweise für entscheidende Tatbestandsmerkmale (Klagerisiko)
- Sind Schriftsätze angreifbar wegen Pauschalbehauptungen
- Wird Beweislast falsch eingeschätzt
- Verzögert sich die Fallbearbeitung durch ungeordnetes Nachfragen

## Schritt 1 — Tatbestandsmerkmale identifizieren

Alle TBM der Anspruchsgrundlage auflisten:

Beispiel § 280 Abs. 1 BGB (Schadensersatz wegen Pflichtverletzung):
1. Schuldverhältnis (Vertrag, gesetzliches Schuldverhältnis)
2. Pflicht aus dem Schuldverhältnis
3. Pflichtverletzung (Handlung oder Unterlassen)
4. Vertretenmüssen (§ 276 BGB; Vermutung!)
5. Schaden (materiell; immateriell § 253 Abs. 2 BGB)
6. Kausalität (haftungsbegründend: Pflichtverletzung → Schaden; haftungsausfüllend: Schaden → Schadenshöhe)

## Schritt 2 — Dokumentenmatrix erstellen

| Nr. | Tatbestandsmerkmal | Norm | Vorhanden? | Dokument / Beleg | Fundstelle (Anlage) | Lücke |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Schuldverhältnis | § 433 BGB (Kauf) | Ja | Kaufvertrag v. TT.MM | Anlage K1 | — |
| 2 | Pflichtverletzung | § 433 Abs. 1 BGB | Streitig | Lieferschein; Mängelrüge | Anlage K2, K3 | Mängelprotokoll fehlt |
| 3 | Vertretenmüssen | § 276 BGB | Vermutet | — | — | Entlastungsbeweis Beklagter |
| 4 | Schaden | § 249 BGB | Teils | Kostenvoranschlag | Anlage K4 | Abrechnung ausstehend |
| 5 | Kausalität | § 286 ZPO | Offen | — | — | Sachverständigengutachten nötig? |

## Schritt 3 — Lückenliste priorisieren

Prioritäten:
- **Rot (kritisch):** Fehlendes Beweismittel für TBM, das Kläger beweisen muss; ohne Beleg kein Anspruch
- **Gelb (wichtig):** Streitiges TBM mit schwachem Beleg; Beweisrisiko mittel
- **Grün (gesichert):** TBM belegt oder nicht streitig (§ 138 Abs. 3 ZPO: Zugeständnis durch Nichtbestreiten)

## Schritt 4 — Nachforderung formulieren

Muster-Nachforderungsschreiben an Mandanten:

```
Betreff: Fehlende Unterlagen für Ihr Verfahren

Für die Durchsetzung Ihres Anspruchs aus § [Norm] benötigen wir noch folgende Unterlagen:

1. [Dokument A]: Wird benötigt für [Tatbestandsmerkmal X]; bitte bis [Datum] einreichen.
2. [Dokument B]: Wird benötigt für [Tatbestandsmerkmal Y]; alternativ [Zeuge Z] möglich.
3. [Dokument C]: Optionale Verbesserung der Beweislage zu [TBM Z].

Ohne Dokument A ist eine Klageerhebung nicht empfehlenswert.
```

## Einstieg

Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:

1. Welche Anspruchsgrundlage wird geprüft und welche TBM sind einschlägig?
2. Welche Unterlagen hat der Mandant bereits eingereicht?
3. Welche Fristen, Zustellungen oder Schwellen sind kritisch?
4. Welcher Output wird gebraucht: Dokumentenmatrix, Nachforderungsliste, Schriftsatzvorbereitung?

## Arbeitsworkflow

1. **Fallbild bilden:** Norm, Parteien, vorhandene Dokumente und offene Belege in eine kurze Matrix bringen.
2. **Dokumentenmatrix erstellen:** Pro TBM: Beleg, Anlage, Lücke.
3. **Lückenliste priorisieren:** Rot/Gelb/Grün je nach Beweislastlage und Beweisstärke.
4. **Nachforderung formulieren:** Präzise Liste mit Deadlines und Alternativbelegen.
5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills vorschlagen.
