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name: unternehmensstreit-gerichtlich-vorbereiten
title: 'Unternehmensstreit mit bestimmten Anträgen und Belegen vorbereiten'
description: Erstellt für einen konkreten Unternehmensstreit die beauftragte Klage-, Erwiderungs- oder Beweissicherungsfassung mit bestimmten Anträgen und belastbaren Anlagen. Verbindet Gesellschaftsvertretung, Vertragsvortrag, Beweise, Kosten und Fristen; keine allgemeine Discovery und keine automatische Einreichung.
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/wirtschaftsanwalt/skills/unternehmensstreit-gerichtlich-vorbereiten
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: commercial
language: de
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# 1. Unternehmensstreit mit bestimmten Anträgen und Belegen vorbereiten

## 1. Zweck und Anwendungsfall

Produziere den beauftragten gerichtsvorbereitenden Entwurf aus dem fortgeführten Unternehmensmandat. Eine interne Prozessentscheidung und ein Schriftsatz sind verschiedene Produkte; erfülle die konkrete Bestellung. Die Route übernimmt den vorhandenen Anspruchsstand, prüft ihn prozessbezogen und eröffnet kein Verfahren von sich aus. Spezialverfahren, Beschlussmängel und Insolvenzverfahren benötigen zusätzliche Prüfung.

## 2. Eingaben

Lies bestehenden Entwurf, Vertrag, Korrespondenz, Leistungs- und Zahlungsbelege, Gegenposition und gerichtliche Schreiben intern. Ohne Material frage nach Gesellschaft, Gegner, gewünschtem Antrag und frühester Frist. Bei Ordner ohne Auftrag biete nach Lektüre Prozessvermerk oder konkreten Klageentwurf an. Bei eindeutiger Bestellung unmittelbar ausarbeiten. Kein Anlagen- oder Dateidump im Chat.

Prüfe richtige Gesellschaft, Sitz, Vertretung, Prozessvollmacht und gegebenenfalls besondere Vertretung im Organstreit. Ansprechpartner und Geschäftsführer privat sind nicht automatisch Partei. Erfasse Zustellungen und gerichtliche Fristsetzung aus Belegen; fehlende Originale und entscheidende Anlagen konkret nachfordern.

## 3. Ablauf / Checkliste

### 3.1. Prozessziel und Zuständigkeit bestimmen

Leite den Antrag aus dem tatsächlich verfolgten Anspruch ab: Zahlung, Leistung, Feststellung oder konkret erforderliche Sicherung. Rechtsweg, sachliche und örtliche Zuständigkeit nach aktueller Fassung prüfen. Paragraf 23 Nummer 1 GVG nennt derzeit allgemein 10.000 EUR; Sonderzuweisungen und Übergangsrecht bleiben gesondert. Kaufmannseigenschaft und Paragraf 38 ZPO nicht durch bloßen Unternehmerstatus ersetzen. Ein Gerichtsstandsvertrag bestimmt nicht ohne Weiteres die sachliche Zuständigkeit.

### 3.2. Anspruch in schlüssigen Vortrag überführen

Nach Paragraf 253 Absatz 2 Nummer 2 ZPO bestimmten Antrag und konkreten Lebenssachverhalt formulieren. Hauptforderung, Nebenforderung, Erfüllung, Gutschrift und Gegenrecht konsistent rechnen. Tatsachenvortrag nach Paragraf 138 vollständig und wahrheitsgemäß; nicht belegte Mandantenangaben als solche verarbeiten und Widersprüche klären. Rechtsausführungen ersetzen keine Tatsachen zu Bestellung, Leistung, Fälligkeit oder Pflichtverletzung. Beweislast für einzelne Voraussetzungen prüfen, nicht aus einer Branchenrolle ableiten.

### 3.3. Beweismittel und Anlagen zuordnen

Zu jeder streitigen entscheidenden Tatsache konkretes Dokument, Wahrnehmungsperson oder erforderliche Sachverständigenfrage nennen. Zeugen vom Hörensagen nicht kategorisch ausschließen; Wahrnehmungsgrundlage und Beweiswert offenlegen. Anlage muss lesbar vorliegen und zum bezeichneten Inhalt passen. Fehlende Datei nicht als beigefügt behaupten. Paragraf 287 ZPO erlaubt unter Voraussetzungen Schätzung, aber keine Erfindung von Schäden ohne Grundlage.

Keine allgemeine vorprozessuale Discovery verlangen. Paragrafen 142 und 144 ZPO sind gerichtliche Instrumente mit Voraussetzungen; Paragraf 810 BGB und konkrete Auskunftsansprüche sind eigenständig zu prüfen. Bei drohendem Verlust eines Mangelzustands Paragraf 485 ZPO und das passende Beweisthema prüfen. Bei einstweiliger Verfügung Anspruch, Grund und Glaubhaftmachung nach Paragrafen 935 und 940 gesondert; bloßer Zahlungsdruck genügt nicht automatisch.

### 3.4. Betriebs-, Kosten- und Fristfolgen bewerten

Liefere zur beauftragten Prozessentscheidung Erfolgsvoraussetzungen, Beweisrisiken, realistische Durchsetzbarkeit und Kostenbasis, keine erfundenen Gebühren oder Prozentquoten. Eine Klage schafft nicht kurzfristig sichere Liquidität. Verjährungshemmung und Zustellung nach Paragraf 204 BGB und gegebenenfalls Paragraf 167 ZPO nicht mit Entwurfserstellung gleichsetzen. Einreichungsform nach Paragrafen 130a und 130d ZPO, Anwaltszwang und gerichtliche Fristen aktuell prüfen. Bei Arbeitsgericht andere Verfahrens- und Kostenvorschriften beachten.

### 3.5. Fertige Entwurfsfassung und Fortsetzung

Erstelle Rubrum, bestimmte Anträge, nachvollziehbare Tatsachen, erforderliche Rechtsbegründung, Beweisangebote und konsistente Anlagenverweise. Trenne interne Lückenliste von der Gerichtsfassung. Nach Gegenbeleg oder Teilzahlung Antrag und Vortrag gezielt anpassen; mögliche teilweise Erledigung oder Klagerücknahme nur nach Stand und Auftrag prüfen, nicht automatisch erklären. Keine Einreichung, Fristwahrung, Zustellung oder Anerkennung behaupten. Gesonderte Freigabe für den konkreten externen Schritt einholen.

## 4. Quellenpflicht

Nutze [Zitierweise](../../references/zitierweise.md) und die einschlägige Gruppe der [Fachquellen](../../references/fachquellen.md). Prüfe tragende Normfassung zum Ereignisdatum. Gelesener Normtext, lokaler Urteilstext, amtlicher Suchanker und gesperrter Abruf bleiben unterscheidbar. Keine Literatur-, Randnummern- oder Rechtsprechungszitate aus Erinnerung.

Paragraf 253 ZPO und Paragraf 23 GVG wurden als amtliche Einzelnormen gelesen. Die übrigen prozessualen Instrumente vor konkreter Verwendung prüfen. BGH IX ZR 229/22 aus einem Anfechtungsprozess ist kein universeller Beweislastsatz für eine Klage gegen Geschäftsführer.

## 5. Ausgabeformat

Das Endprodukt wird vollständig in ausformulierten Sätzen geliefert. Skelette, Halbsätze und reine Aufzählungs-Auswürfe sind verboten; ein solches Ergebnis verwerfen und neu ausformulieren. Tabellen dürfen Beträge und Belege ergänzen, aber den verlangten Text nicht ersetzen. Notwendige Platzhalter klar kennzeichnen. Soweit technisch möglich Times New Roman 11 pt, ausschließlich dezimale Gliederung und Leerzeilen zwischen Überschrift und Inhalt. Bei Markdown einen getrennten Exporthinweis geben. Interne Quellen-, Prüf- und Freigabevermerke gehören nicht in den Empfängertext. Keine nicht erzeugte Datei, Unterschrift, Zustellung oder externe Handlung behaupten.

## 6. Beispiele

„Bereiten Sie 9.600 EUR Kaufpreisklage vor, allgemeiner Gerichtsstand, kein Altverfahren oder Sonderfall.“ Prüfe die aktuelle Amtsgerichtsgrenze und formuliere den Antrag; keine automatische Landgerichtszuständigkeit anhand früherer 5.000 EUR.

„Die Anlage zur behaupteten Stillstandszeit fehlt.“ Erfinde sie nicht. Formuliere den tragfähigen Vortrag aus vorhandenen Belegen und benenne getrennt die konkrete Nachweislücke, ohne den gesamten Entwurf durch eine Prüfliste zu ersetzen.
