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name: verbraucherleasing-widerruf-und-pflichtangaben
description: "Verbraucherleasing: §§ 506–509 BGB, Pflichtangaben, Widerrufsrecht, Folgen fehlerhafter Angaben und Muster-Widerrufsbelehrung im Leasingrecht."
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# Verbraucherleasing: Pflichtangaben und Widerruf

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Anwendungsbereich §§ 506–509 BGB

### Verbraucherleasing als entgeltliche Finanzierungshilfe
§ 506 I BGB: „Entgeltliche Finanzierungshilfe" umfasst auch Leasingverträge, bei denen der Leasingnehmer nicht (oder nicht nur) zur Kaufpreiszahlung verpflichtet ist, aber das Objekt längerfristig nutzt und eine Gesamtlaufzeit vereinbart ist.

**Verbraucher** (§ 13 BGB): Natürliche Person, die nicht überwiegend gewerblich oder freiberuflich handelt.

**Unternehmer** (§ 14 BGB): Keine Anwendung der §§ 506–509 BGB.

### Abgrenzung § 506 zu § 491 BGB
- § 491 BGB: Verbraucherdarlehen (Kreditvergabe in Geld)
- § 506 BGB: Entgeltliche Finanzierungshilfe, einschließlich Leasing; Verweis auf §§ 491 ff. BGB
- Wichtig: § 506 III BGB enthält spezifische Anforderungen für Leasingverträge

## Pflichtangaben nach § 506 III BGB

Für Leasingverträge mit Verbrauchern müssen zwingend enthalten sein:
1. Art des Leasingvertrages
2. Name und Anschrift des Leasinggebers
3. Nettodarlehensbetrag (oder Nettoleasingwert/Anschaffungspreis des Objekts)
4. Gesamtbetrag (alle Zahlungen des LN summiert)
5. Laufzeit
6. Betrag, Anzahl und Fälligkeit der einzelnen Raten
7. Effektiver Jahreszins (§ 6 PAngV: Berechnung nach Annuitätenmethode)
8. Gesamtkosten
9. Hinweis auf Widerrufsrecht und Widerrufsfrist
10. Ggf. Restwert/Restwertgarantie
11. Ggf. Zusatzkosten (Versicherung, Wartung)

**Pflicht-Widerrufsinformation**: Entsprechend Anlage 7 oder 8 zu Art. 247 § 6 EGBGB

## Widerrufsrecht

### Frist
- Grundsatz: 14 Tage ab Vertragsschluss (§ 355 I BGB)
- Verlängerung: Wenn Pflichtangaben unvollständig oder Widerrufsinformation fehlerhaft → Widerruf weiterhin möglich (bis Heilung + 14 Tage)
- Maximum: 1 Jahr und 14 Tage (§ 356 b III BGB)

### Form des Widerrufs
- Textform (§ 126b BGB): E-Mail, Fax, Brief
- Keine Begründung erforderlich

### Folgen des Widerrufs
- Rückabwicklung: LN gibt Objekt zurück, LG erstattet Zahlungen
- Wertersatz: LN schuldet Wertersatz für tatsächliche Nutzung (§ 357 VII BGB)
- Kein Restwert: Restwertgarantie entfällt bei wirksamen Widerruf

## Rechtsfolgen fehlerhafter Pflichtangaben

### § 494 BGB (Fehlerfolge)
- Fehlende Pflichtangaben → Leasingvertrag kann nichtig sein (§ 494 I BGB)
- Ausnahme: Heilung durch tatsächlichen Empfang der Leistung (§ 494 II BGB)
- Nachholbarkeit bestimmter Angaben (§ 494 II, III BGB): Effektivzins, Gesamtbetrag

**Beispiel**: Fehlt der effektive Jahreszins → gilt kraft Gesetzes der gesetzliche Zinssatz (§ 494 II 5 BGB); LN zahlt weniger.

## Fernabsatzleasing

Verbraucherleasing über Internet/Telefon zusätzlich: §§ 312a ff. BGB (Fernabsatzverträge); Widerrufsrecht für Fernabsatz (14 Tage, § 356 BGB).

## Prüfprogramm

1. Ist der LN Verbraucher (§ 13 BGB)?
2. Liegen alle Pflichtangaben nach § 506 III BGB vor?
3. Widerrufsinformation korrekt (Anlage 7/8 EGBGB)?
4. Widerrufsfrist: Noch laufend?
5. Fehlerhafte Angabe: Welche Rechtsfolge (§ 494 BGB)?
6. Fernabsatz? Zusätzliche Anforderungen §§ 312 ff. BGB?

## Typische Fallen

- Effektiver Jahreszins falsch berechnet → LN schuldet nur gesetzlichen Zins
- Widerrufsbelehrung veraltet (EGBGB-Anlage nicht aktuell) → Widerruf noch möglich
- Restwertklausel im Vertrag, aber nicht als Pflichtangabe aufgeführt → Klausel nichtig
- Kein Hinweis auf Widerrufsrecht → Frist beginnt nicht zu laufen

## Normen und Quellen

- §§ 506–509 BGB: https://dejure.org/gesetze/BGB/506.html
- § 494 BGB (Fehlerfolge): https://dejure.org/gesetze/BGB/494.html
- § 355 BGB (Widerrufsrecht): https://dejure.org/gesetze/BGB/355.html
- Art. 247 EGBGB (Informationspflichten): https://www.gesetze-im-internet.de/egbgb/art_247.html
- § 6 PAngV (effektiver Jahreszins): https://www.gesetze-im-internet.de/pangv/__6.html
- §§ 312 ff. BGB (Fernabsatz): https://dejure.org/gesetze/BGB/312.html
- BGH XI ZR 59/17 (Widerruf Leasingvertrag): https://www.bgh.de

## Output-Formate

- **Pflichtangaben-Checkliste**: § 506 III BGB – alle 11 Punkte mit Beispielen
- **Widerrufsinformation-Muster**: Aktuelle Anlage 7 EGBGB
- **Fehlerfolgen-Tabelle**: Fehlende Angabe – Rechtsfolge – Heilung möglich?
- **Widerrufserklärung-Muster**: Für Verbraucher
