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name: verfassungsrechtliche-pruefung
description: "Master-Workflow fuer die Pruefung einer Norm oder einer Massnahme der oeffentlichen Gewalt am Grundgesetz. Gesamtschema formelle und materielle Verfassungsmaessigkeit. Ruft die Spezialskills auf: Gesetzgebungskompetenz formelle Verfassungsmaessigkeit Grundrechtspruefung Verhaeltnismaessigkeit. Vor jeder Aussage zwingend bverfg-rechtsprechung-recherchieren konsultieren. Disclaimer mehrfach."
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# Verfassungsrechtliche Prüfung — Master-Workflow

## Disclaimer (Schlüsselstelle, mehrfach)

Verfassungsrechtliche Prüfungen sind hochspezialisiert und haben existentielle Folgen für Mandanten und Allgemeinheit. Diese Prüfung ist **kein Ersatz** für anwaltliche Mandatsbearbeitung durch eine verfassungsrechtliche Spezialkanzlei. Bei konkreten Vorhaben (Verfassungsbeschwerde, Stellungnahme, Gutachten) ist eine Spezialkanzlei einzuschalten.

## Quellenpflicht

Vor jeder verfassungsrechtlichen Aussage ist Skill `bverfg-rechtsprechung-recherchieren` aufzurufen. Jede tragende Aussage benötigt einen BVerfG-Pinpoint (Az. + Rn. + URL).

## Prüfungsgegenstand klären

Vor Beginn der Prüfung ist zu klären, was eigentlich geprüft wird:

- **Formelles Gesetz** (Bundes- oder Landesgesetz)
- **Rechtsverordnung** (Prüfung gegen Ermächtigungsnorm und unmittelbar gegen GG)
- **Satzung**
- **Verwaltungsakt** oder sonstige Maßnahme der vollziehenden Gewalt
- **Gerichtsentscheidung** (Prüfungsmaßstab: spezifisches Verfassungsrecht, Lüth BVerfGE 7, 198)

## Gesamtschema

### A. Formelle Verfassungsmäßigkeit

**Skill aufrufen:** `gesetzgebungskompetenz-pruefen` und `formelle-verfassungsmaessigkeit`.

1. **Zuständigkeit (Gesetzgebungskompetenz)**
   - Art. 70 GG (Grundregel: Länder, soweit GG nicht Bund)
   - Art. 71–72 GG (ausschließliche und konkurrierende Gesetzgebung)
   - Art. 73 GG (Katalog Bund ausschließlich)
   - Art. 74 GG (Katalog konkurrierend) ggf. mit Art. 72 Abs. 2 GG (Erforderlichkeitsklausel) oder Art. 72 Abs. 3 GG (Abweichungsgesetzgebung)
   - Art. 75 GG a.F. (Rahmengesetzgebung) — **seit Föderalismusreform 2006 abgeschafft**
   - Bei Verwaltungskompetenzen: Art. 83 ff. GG

2. **Verfahren (Art. 76–82 GG)**
   - Einbringung (Art. 76 GG)
   - Drei Lesungen im Bundestag (§§ 78–86 GOBT)
   - Beteiligung Bundesrat (Art. 77, 78 GG — Zustimmungs- vs. Einspruchsgesetz)
   - Ausfertigung durch Bundespräsidenten (Art. 82 Abs. 1 S. 1 GG)
   - Verkündung im Bundesgesetzblatt (Art. 82 Abs. 1 S. 1 GG)

3. **Form**
   - Bestimmtheitsgebot (rechtsstaatliches Erfordernis)
   - Zitiergebot (Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG bei Grundrechtseinschränkungen)
   - Wesentlichkeitstheorie / Parlamentsvorbehalt (Kalkar BVerfGE 49, 89)

### B. Materielle Verfassungsmäßigkeit

**Skill aufrufen:** `grundrechtspruefung` und `verhaeltnismaessigkeit`.

Pro betroffenem Grundrecht und pro betroffener Verfassungsnorm separat:

1. **Schutzbereichseröffnung** — persönlich und sachlich
2. **Eingriff** — modern: jede Beeinträchtigung des Schutzbereichs, klassisch: final, unmittelbar, rechtsförmig, mit Befehl/Zwang
3. **Verfassungsrechtliche Rechtfertigung**
   - Schranke (einfacher Gesetzesvorbehalt, qualifizierter Vorbehalt, verfassungsimmanente Schranken bei vorbehaltlosen Grundrechten)
   - Schranken-Schranken (Verhältnismäßigkeit, Wesensgehalt Art. 19 Abs. 2 GG, Zitiergebot Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG, allgemeine Geltung Art. 19 Abs. 1 S. 1 GG, Wechselwirkung)
   - **Verhältnismäßigkeit** (Skill `verhaeltnismaessigkeit`): legitimer Zweck, Geeignetheit, Erforderlichkeit, Angemessenheit

4. **Sonstige verfassungsrechtliche Bindungen**
   - Bundesstaatsprinzip Art. 20 Abs. 1 GG
   - Demokratieprinzip Art. 20 Abs. 1, 2 GG
   - Rechtsstaatsprinzip Art. 20 Abs. 3 GG (Vertrauensschutz, Rückwirkungsverbot, Bestimmtheit)
   - Sozialstaatsprinzip Art. 20 Abs. 1 GG
   - Europarechtsfreundlichkeit (Lissabon BVerfGE 123, 267; PSPP BVerfGE 154, 17)

### C. Gesamtergebnis

- Wenn formell **und** materiell verfassungsgemäß: Norm/Maßnahme bestätigt.
- Wenn ein Prüfungspunkt scheitert: Norm/Maßnahme verfassungswidrig.
- Bei verfassungskonformer Auslegung: Auslegung formulieren, die Norm und GG vereinbart (Grenzen: Wortlaut und gesetzgeberischer Wille).

## Output-Format

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VERFASSUNGSRECHTLICHE PRÜFUNG

Prüfungsgegenstand: <Norm / Maßnahme>

A. Formelle Verfassungsmäßigkeit
1. Gesetzgebungskompetenz
   - Einschlägig: Art. ___ GG
   - Ergebnis: [vereinbar / unvereinbar]
   - BVerfG-Pinpoint: ___
2. Verfahren
   - Einbringung Art. 76 GG: ___
   - Drei Lesungen: ___
   - Bundesrat (Art. 77, 78 GG): ___
   - Ausfertigung Art. 82 GG: ___
3. Form
   - Bestimmtheit: ___
   - Zitiergebot Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG: ___
   - Wesentlichkeit (Kalkar BVerfGE 49, 89): ___

B. Materielle Verfassungsmäßigkeit
1. Grundrecht ___
   - Schutzbereich: ___
   - Eingriff: ___
   - Rechtfertigung: Schranke ___ / Schranken-Schranken
     - Verhältnismäßigkeit:
       - Legitimer Zweck: ___
       - Geeignetheit: ___
       - Erforderlichkeit: ___
       - Angemessenheit: ___
   - BVerfG-Pinpoint: ___

C. Gesamtergebnis
[verfassungsgemäß / verfassungswidrig / verfassungskonform auslegbar]

Quellen
- [Liste aller BVerfG-Entscheidungen mit Az., Rn., URL]
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## Disclaimer-Wiederholung (vor jedem Output)

Diese Prüfung ist eine strukturierte Modellauswertung und **kein Ersatz** für anwaltliche Mandatsbearbeitung. Insbesondere die Beurteilung der Vereinbarkeit konkreter Normen mit dem GG bleibt im Streitfall dem BVerfG vorbehalten (Verwerfungsmonopol Art. 100 GG).
