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name: vermoegensverzeichnis-pruefung
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  Unterstützt bei Erstellung, Prüfung und Aktualisierung des
  Vermögensverzeichnisses des Betreuers nach §§ 1835, 1839 BGB sowie
  der jährlichen Rechnungslegung nach § 1865 BGB. Lädt, wenn Schlagwörter
  wie „Vermögensverzeichnis", „Anfangsvermögen", „Rechnungslegung",
  „§ 1835 BGB", „§ 1865 BGB" oder „Sperrvermerk" auftreten.
language: de
triggers:
  - "Vermögensverzeichnis"
  - "Anfangsvermögen Betreuung"
  - "Rechnungslegung Betreuer"
  - "§ 1835 BGB"
  - "§ 1839 BGB"
  - "§ 1865 BGB"
  - "Sperrvermerk Konto"
  - "mündelsichere Anlage"
  - "Schlussrechnung Betreuung"
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# Vermögensverzeichnis und Rechnungslegung (§§ 1835, 1839, 1865 BGB)

## Zweck

Dieser Skill unterstützt den rechtlichen Betreuer mit Aufgabenkreis
Vermögenssorge bei der **Erstellung des Anfangs-Vermögensverzeichnisses**
nach § 1835 Abs. 1 BGB (bei Übernahme der Betreuung), der laufenden
Verwaltung mündelsicher angelegten Vermögens nach § 1839 BGB sowie der
**jährlichen Rechnungslegung** nach § 1865 BGB.

## Eingaben

- Datum der Bestellung (Beginn der Vermögenssorge)
- Bisheriger Betreuer (falls Wechsel) — dessen Schlussrechnung als Eingabe
- Liste aller Konten der betreuten Person (Girokonto, Sparkonten,
  Tagesgeld, Festgeld, Depots) mit IBAN, Stand zum Bestellungstag
- Immobilieneigentum (Grundbuchauszug)
- Bewegliche Sachen von Wert (Schmuck, Kunst, Fahrzeug)
- Forderungen und Verbindlichkeiten (offene Rechnungen, Darlehen,
  Bürgschaften, Erbansprüche)
- Sozialleistungsbescheide (Rente, Grundsicherung, Pflegekasse,
  Hilfe zur Pflege § 61 SGB XII)
- Versicherungspolicen (Lebensversicherung, Sterbegeld, Rechtsschutz)
- Wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben (Renten, Mieten, Heimkosten)

## Rechtlicher Rahmen

### § 1835 BGB — Vermögensverzeichnis

**Abs. 1:** Der Betreuer hat unverzüglich nach Übernahme der Betreuung
ein Verzeichnis des seiner Verwaltung unterliegenden Vermögens beim
Betreuungsgericht einzureichen.

**Abs. 2:** Das Verzeichnis muss vollständig sein und mit der Versicherung
der Richtigkeit und Vollständigkeit versehen werden.

**Abs. 3:** Bei nachträglich erworbenem Vermögen (Erbschaft, Schenkung,
Lottogewinn) ist das Verzeichnis zu ergänzen.

### § 1839 BGB — Mündelsichere Anlage

Der Betreuer hat das Geld der betreuten Person, soweit es nicht zur
Bestreitung der laufenden Ausgaben benötigt wird, **verzinslich anzulegen**.
Die Anlage ist auf den Namen der betreuten Person bei einem Kreditinstitut
vorzunehmen, das einer Einlagensicherungseinrichtung angehört (§ 1841 BGB).

**Sperrvermerk (§ 1845 BGB):** Bei größerem Vermögen ordnet das Gericht
regelmäßig die Anlage mit Sperrvermerk an. Verfügungen sind dann nur mit
gerichtlicher Genehmigung möglich. Die Schwelle wird in der Praxis je nach
Gericht zwischen 3.000 und 6.000 EUR Sockelbetrag (Schonvermögen) gezogen.

### § 1865 BGB — Rechnungslegung

**Abs. 1:** Der Betreuer hat jährlich, jeweils zum Ende des
Berichtszeitraums, Rechnung zu legen.

**Abs. 2:** Die Rechnung muss eine geordnete Übersicht der Einnahmen und
Ausgaben enthalten. Belege sind beizufügen, soweit sie nicht ausnahmsweise
entbehrlich sind.

**Abs. 3:** Bei nahen Angehörigen als Betreuer kann das Gericht
vereinfachte Rechnungslegung gestatten (§ 1859 BGB).

### § 1841 BGB — Anlage bei Bank

Der Betreuer hat Gelder verzinslich bei einem Kreditinstitut anzulegen,
das einer Einlagensicherung angehört.

### Kanonische Rechtsprechung

**BGH, Beschl. v. 14.11.2018 – XII ZB 174/18, FamRZ 2019, 232 Rn. 14:**
Das Vermögensverzeichnis muss alle vermögensrechtlich relevanten
Positionen aufführen. Fahrzeugen, Schmuck und sonstigen beweglichen
Sachen sind mit Schätzwert anzugeben; pauschale Auslassungen sind
unzureichend.

**BGH, Beschl. v. 22.01.2014 – XII ZB 632/12, FamRZ 2014, 644 Rn. 21:**
Die Rechnungslegung muss in **kontinuierlicher** Buchführung erfolgen.
Eine einmal jährliche zusammenfassende Aufstellung ohne Belege genügt
nicht; das Gericht muss die Mittelverwendung nachprüfen können.

**BGH, Beschl. v. 04.05.2016 – XII ZB 530/15, FamRZ 2016, 1264 Rn. 9 ff.:**
Verstöße gegen die Pflicht zur mündelsicheren Anlage (§ 1839 BGB) können
Ersatzansprüche der betreuten Person nach § 1826 BGB iVm § 280 Abs. 1
BGB auslösen; Zinsausfallschäden sind ersatzfähig.

### Kommentarliteratur

- Götz, in: Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 1835 Rn. 1 ff., § 1865 Rn. 1 ff.
- Schwab, in: MünchKomm BGB, 9. Aufl. 2024, § 1835 Rn. 8–22.
- Bienwald/Sonnenfeld/Harm, Betreuungsrecht, 7. Aufl. 2024, § 1835 BGB
  Rn. 1 ff.

## Ablauf

1. **Bestandsaufnahme zum Stichtag der Bestellung**
   Bankauskünfte einholen (Vorlage Bestellungsurkunde), Grundbuchauszug
   beantragen, vorhandene Verträge und Versicherungspolicen sichten.

2. **Vermögensverzeichnis strukturieren**
   - A. Geldvermögen (Konten, Depots, Bargeld)
   - B. Immobilien (Anschrift, Grundbuchblatt, Verkehrswert)
   - C. Bewegliche Sachen von Wert
   - D. Forderungen
   - E. Verbindlichkeiten
   - F. Wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben

3. **Mündelsichere Anlage prüfen (§ 1839 BGB)**
   Beträge, die nicht binnen 12 Monaten für laufende Ausgaben benötigt
   werden, sind verzinslich anzulegen. Tagesgeld bei
   einlagengesichertem Institut genügt. Bei Sperrvermerk-Anordnung:
   Konto in „Mündelkonto mit Sperrvermerk" umwandeln.

4. **Sperrvermerk einrichten**
   Antrag beim Betreuungsgericht; nach Genehmigung Sperrvermerk-Vereinbarung
   mit Bank schließen. Verfügungen nur noch mit Genehmigung nach
   § 1848 BGB.

5. **Laufende Buchführung**
   Jede Einnahme und Ausgabe zeitnah erfassen. Empfehlung: Excel-Tabelle
   oder spezielle Betreuersoftware. Belege chronologisch sammeln.

6. **Jährliche Rechnungslegung (§ 1865 BGB)**
   Geordnete Aufstellung Einnahmen/Ausgaben mit Belegen, Endsaldo, Abgleich
   mit Kontoauszug. Bei Heimkosten: Hilfe zur Pflege (§ 61 SGB XII)
   beantragen und prüfen.

## Ausgabeformat

```
Vermögensverzeichnis nach § 1835 BGB
Stichtag: [TT.MM.JJJJ — Tag der Bestellung]

Betreute Person:    [Name, Geburtsdatum]
Aktenzeichen:       [XVII … / …]
Betreuer:           [Name, BtOG-Reg.-Nr.]

A. Geldvermögen
   | Konto                 | IBAN              | Saldo     | Sperrvermerk |
   |----------------------|-------------------|-----------|--------------|
   | Sparkasse Berlin Giro | DE.. .. .. ..    | 1.234 EUR | nein         |
   | Sparkasse Spar       | DE.. .. .. ..    | 12.000 EUR| ja           |

B. Immobilien
   [Anschrift, Grundbuchblatt, geschätzter Verkehrswert]

C. Bewegliche Sachen von Wert
   [Position, Schätzwert]

D. Forderungen
   [Forderung gegen wen, Betrag, Fälligkeit]

E. Verbindlichkeiten
   [Gläubiger, Betrag, monatliche Rate]

F. Wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben
   Einnahmen:  Altersrente DRV   1.213 EUR/Mon
               Grundsicherung    [Antrag/Bescheid]
   Ausgaben:   Heimkosten        2.341 EUR/Mon
               Telekom            29 EUR/Mon

Gesamtvermögen zum Stichtag:    [Betrag]

Versicherung:
Ich versichere die Richtigkeit und Vollständigkeit dieses Verzeichnisses
(§ 1835 Abs. 2 BGB).

Ort, Datum                              [Unterschrift Betreuer/in]
```

Bei der jährlichen Rechnungslegung zusätzlich tabellarische
Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit Belegnummern.

## Beispiel

**Sachverhalt:** Herr Werner P., 78 Jahre, lebt nach Schlaganfall im
Pflegeheim. Sohn Klaus zum ehrenamtlichen Betreuer bestellt am 12.05.2026
mit Aufgabenkreis Vermögenssorge und Gesundheitssorge.

**Ausschnitt Vermögensverzeichnis:**

> A. Geldvermögen
>
> | Konto | IBAN | Saldo 12.05.2026 | Sperrvermerk |
> |---|---|---|---|
> | Postbank Giro | DE12 …4521 | 2.187,33 EUR | nein |
> | Postbank Tagesgeld | DE12 …7788 | 24.500,00 EUR | ja (beantragt) |
> | Volksbank Sparbuch | DE99 …3344 | 8.900,00 EUR | ja (beantragt) |
>
> Mündelsicherheit (§ 1839 BGB): Postbank Tagesgeld und Volksbank Sparbuch
> sind verzinslich angelegt und einlagengesichert. Antrag auf Anordnung des
> Sperrvermerks (§ 1845 BGB) für beide Konten wird zeitgleich eingereicht,
> da Vermögen über dem Sockelbetrag von 5.000 EUR liegt.

## Risiken und typische Fehler

**1. Unvollständigkeit**
Schmuck, Bargeld in der Wohnung, Lebensversicherungen mit
Rückkaufswert, Sterbegeldversicherungen werden häufig vergessen. Eine
Wohnungsbegehung mit Bestandsaufnahme ist regelmäßig erforderlich (BGH
XII ZB 174/18 Rn. 14).

**2. Mündelsicherheit verletzt**
Belassen größerer Beträge auf unverzinslichem Girokonto verstößt gegen
§ 1839 BGB; Zinsausfallschäden sind dem Betreuer zurechenbar (BGH XII ZB
530/15 Rn. 9 ff.).

**3. Verfügung über gesperrte Konten ohne Genehmigung**
Verfügungen über Konten mit Sperrvermerk ohne gerichtliche Genehmigung
sind nach § 1848 BGB unwirksam und können Schadensersatzansprüche der
betreuten Person auslösen.

**4. Rechnungslegung nur zusammenfassend**
Eine pauschale Jahresaufstellung ohne Belege genügt nicht (BGH XII ZB
632/12 Rn. 21). Belege sind chronologisch und kontinuierlich zu führen.

**5. Schonvermögen Sozialhilfe verkannt**
Bei Heimaufenthalt mit Hilfe zur Pflege: § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII —
Schonbetrag 10.000 EUR (Stand 01.01.2023). Vermögen darüber muss erst
verbraucht werden, bevor Sozialhilfe einsetzt. Frühzeitige Antragstellung.

**6. Vermischung Eigenes/Betreutenvermögen**
Strikte Trennung: Niemals Bareinlagen oder Vermögensanlagen auf Konto
des Betreuers. Verstöße können strafrechtliche Folgen haben (Untreue
§ 266 StGB).

## Quellenpflicht

Bei jeder Ausgabe sind mindestens folgende Belege anzugeben:

- §§ 1835, 1839, 1841, 1845, 1865 BGB
- BGH, Beschl. v. 14.11.2018 – XII ZB 174/18, FamRZ 2019, 232 Rn. 14
- BGH, Beschl. v. 22.01.2014 – XII ZB 632/12, FamRZ 2014, 644 Rn. 21
- BGH, Beschl. v. 04.05.2016 – XII ZB 530/15, FamRZ 2016, 1264 Rn. 9 ff.
- Götz, in: Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 1835 Rn. 1 ff.
- Schwab, in: MünchKomm BGB, 9. Aufl. 2024, § 1835 Rn. 8 ff.

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*Dieser Skill ersetzt keine konkrete fachliche Beratung im Einzelfall.*
