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name: vorlaeufige-verwaltung
description: "Erste Maßnahmen als vorlaeufliger Insolvenzverwalter nach § 21 InsO umsetzen: Bankkonten Besitz Post Drittschuldner Betrieb. § 21 InsO Sicherungsmassnahmen § 22 InsO Pflichten des vorl. Verwalters. Prüfraster: Beschlussumfang Zustimmungsvorbehalt Postsperre Bankensicherung Drittschuldneranschrei..."
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# Vorläufige Insolvenzverwaltung

## Arbeitsbereich

Erste Maßnahmen als vorlaeufliger Insolvenzverwalter nach § 21 InsO umsetzen: Bankkonten Besitz Post Drittschuldner Betrieb. § 21 InsO Sicherungsmassnahmen § 22 InsO Pflichten des vorl. Verwalters. Prüfraster: Beschlussumfang Zustimmungsvorbehalt Postsperre Bankensicherung Drittschuldneranschreiben Kommunikation. Output: Tagesplan Sicherungsprotokoll Kommunikationsschreiben. Abgrenzung: nicht für laufendes Regelverfahren (iv-regelverfahren-eroeffnung). Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Fachlicher Kern — Insolvenz- und Sanierungsrecht
- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Vorläufige Insolvenzverwaltung` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
- **Normenradar:** InsO §§ 1, 13, 15a, 17, 18, 19, 21, 38 ff., 47, 49 ff., 55, 80, 103 ff., 129-147, 165 ff., 217 ff., 270 ff., 343; StaRUG; COVInsAG/Übergangsrecht nur bei Altzeiträumen; SGB III § 165.
- **Verifizierte Anker:** BGH, Urteil vom 10.02.2005 - IX ZR 211/02 (Grenzen § 133 InsO bei Zwangsvollstreckung/verschlepptem Antrag als Klassiker); ausländische Verfahren: § 343 InsO Anerkennung, kein deutsches Chapter-15-Verfahren, häufig inzidente Prüfung durch Register, Grundbuch, Prozessgericht und Banken.
- **Arbeitsmodus:** Zuerst Insolvenzgrund, Frist, Organpflicht, Verfahrensstand, Sicherheiten, Massebezug und Anfechtungszeitraum klären; dann Sanierungsfähigkeit, Plan/StaRUG, Haftung und Dokumentationsschutz.
- **Outputpflicht:** Krisenzeitachse, Liquiditätsstatus, Anfechtungsmatrix, Sicherheitenradar, IDW-S6-/Sanierungscheck, Register-/Grundbuch-Nachweispaket oder Schriftsatzbaustein.
- **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.

## Startet bei

- Beschluss nach § 21 InsO vorliegt
- Banken, Kasse, Post und Drittschuldner sofort gesichert werden müssen
- der Betrieb bis zur Entscheidung fortgeführt wird

## Eingaben

- Sicherungsbeschluss
- Bank- und Kassenstände
- Debitoren, Kreditoren, Arbeitnehmer, Lieferanten

## Workflow

1. **Befugnisse lesen** - Beschlussumfang, Zustimmungsvorbehalt, Postsperre und Verfügungsverbote auswerten.
2. **Masse sichern** - Banken, Kasse, Forderungen, Warenlager und Schlüssel kontrollieren.
3. **Kommunikation** - Schuldner, Banken, Drittschuldner, Arbeitnehmer und Gericht informieren.
4. **Tagessteuerung** - Zahlungen nur nach Freigabe, Beleg und Masseinteresse dokumentieren.

## Ausgabe

- Sofortmaßnahmenliste
- Bank- und Kassenprotokoll
- Zahlungsfreigabeprotokoll

## Qualitätsgates

- Beschlussbefugnisse werden wörtlich beachtet
- jede Zahlung hat Zweck, Beleg und Freigabe
- Drittschuldner sind informiert

## Rote Schwellen

- Zahlungen außerhalb des Freigabeprozesses
- fehlender Kassensturz
- unklare Eigentums- oder Sicherungsrechte

## Interne Vorlagen

- assets/templates/vorläufige-verwaltung-checkliste.md
- assets/templates/zahlungslauf-freigabe.md

## Amtliche Erstquellen

- § 21 InsO
- § 22 InsO

## Rechtliche Grundlagen und BGH-Leitentscheidungen

- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

## Paragrafenkette Insolvenzverwaltung

§ 56 InsO (Bestellung IV) → § 60 InsO (Haftung) → § 61 InsO (persönliche Haftung Masseglaeubigeransprueche) → § 66 InsO (Rechnungslegung) → § 69 InsO (Ausschuss-Informationspflicht) → § 160 InsO (Zustimmung bei bedeutenden Maßnahmen) → § 208 InsO (Masseunzulaenglichkeit) → §§ 187-216 InsO (Verteilung)

## Triage — Verfahrensstand

Bevor losgelegt wird, klaere:
1. **Verfahrensstatus?** Vorlaeufige Verwaltung (§ 22 InsO) oder Eroeffnung (§ 27 InsO)?
2. **Massedeckung?** § 54/55 InsO: Verfahrenskosten gedeckt? Masseunzulaenglichkeit § 208 droht?
3. **Zustimmungserfordernis § 160 InsO?** Handlung besonders bedeutsam → Gläubigerausschuss oder -versammlung einbeziehen.
4. **Dokumentation vollstaendig?** Schlussrechnung § 66 InsO vorbereitet?
